1860 München, Borussia Dortmund

DFB-Pokal: 2. Hauptrunde

Dortmund siegt im Nachsitzen bei 1860

Dienstag, 24.09.2013 | 21:26 Uhr
1860 verteidigte gegen den BVB enorm engagiert
© imago
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Borussia Dortmund ist mit viel Mühe ins Achtelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Beim TSV 1860 München gewann der BVB erst in der Verlängerung mit 2:0 (0:0, 0:0).

Vor 71.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena ging die Partie bei einem Spielstand von 0:0 in die Verlängerung.

Der eingewechselte Pierre-Emerick Aubameyang traf in der 105. Minute per Elfmeter zur Führung für die Borussia. Drei Minuten später machte Henrikh Mkhitaryan nach einem Konter Dortmunds Sieg perfekt.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Die Löwen mit zwei Veränderungen gegenüber dem Heimsieg gegen Aue: Volz und Stahl spielen für Friend und Vallori (Rotsperre).

Dortmund tauscht nach dem Remis in Nürnberg auf fünf Positionen: Langerak, Hummels, Sahin, Mkhitaryan und Lewandowski ersetzen Weidenfeller, Subotic, Schmelzer, Aubameyang und Ducksch. Durm spielt erstmals in einem Pflichtspiel als Linksverteidiger.

17.: Sahin mit dem Ball aus dem Zentrum an den linken Strafraumrand zu Reus. Der zieht kurz an und an Volz und Stahl vorbei nach innen, knallt seinen Spannschuss aber knapp rechts neben das Tor.

37.: Eckball Stoppelkamp von der linken Seite. In der Mitte steigt Stahl unbedrängt hoch, doch ihm rutscht der Ball über den Scheitel - knapp rechts vorbei.

49.: Reus setzt Großkreutz rechts ein. Dessen Flanke köpft Schindler direkt auf Kuba. Der hämmert die Kugel mit rechts an die Latte.

57.: Schnelles, direktes Spiel des BVB. Reus legt aus der Mitte rechts raus auf Großkreutz, der sofort an den langen Pfosten passt. Dort muss Lewandowski nur noch einschieben, doch er trifft den Ball nicht richtig und vertändelt. Das hätte die Führung sein müssen.

71.: Der eingewechselte Hofmann lässt aus rund 18 Metern einen Flatterball los, den Kiraly nur mit dem Oberarm abwehren kann.

74.: Stark legt rechts raus zu Stoppelkamp, der eine Aufsetzer-Flanke in die Mitte spielt. Langerak ist auf dem Posten und faustet den Ball weg.

93.: Glück für 1860: Ein Schuss von Reus wird abgefälscht. Kiraly lenkt den Ball mit den Zehenspitzen an den Pfosten.

96.: Wieder Glück für 1860: Reus zirkelt einen Freistoß aus 23 Metern an die Latte.

105., 0:1, Aubameyang (Elfmeter): Lewandowski steckt am Strafraumrand zu Reus durch. Der wird von hinten von Stahl gefoult. Aubameyang schiebt den anschliessenden Elfmeter ins linke Eck.

108., 0:2, Mkhitaryan: Konter des BVB über die rechte Seite mit Hofmann. Der legt flach in die Mitte. Mkhitaryan geht an Kiraly und Volz vorbei und schiebt den Ball ins leere Tor.

117.: Freistoß Aubameyang aus 23 Metern. Der Gabuner nagelt den Ball an die Latte.

Fazit: Eine ganz zähe Nummer für den BVB, der allerdings Geduld bewies und nie in Bedrängnis geriet. Den Löwen gilt ein großes Kompliment für eine kämpferisch herausragende Leistung.

Der Star des Spiels: Marco Reus war Dortmunds gefährlichster Offensivakteur. Schoss elf Mal aufs Tor, legte vier Mal auf und gewann mehr als die Hälfte seiner direkten Duelle. Dazu läuferisch stark und an der Entstehung der Führung entscheidend beteiligt.

Der Flop des Spiels: Dominik Stahl machte natürlich kein total schwaches Spiel, gewann aber weniger als 40 Prozent seiner Zweikämpfe. Darunter der etwas plumpe Versuch gegen Reus, der zum Elfmeter führte. Nach dieser Aktion war die Messe gelesen.

Der Schiedsrichter: Michael Weiner lag nicht mit allen seiner Entscheidungen richtig. Hatte trotz der fairen Partie einige Probleme bei der Zweikampfbewertung, machte aber keinen groben Fehler. Korrekt, beim Pass von Stark auf Lauth auf Abseits zu entscheiden (20.). Die Elfmeterentscheidung war heikel, aber berechtigt. Rot für Stahl allerdings eine harte Nuss, da Reus den Ball wohl nicht mehr erwischt hätte und somit keine klare Torchance vereitelt wurde.

Das fiel auf:

  • Die Löwen über die gesamte Spieldauer mit der zu erwartenden ultradefensiven Taktik. Bei Ballbesitz BVB verbarrikadierten sich neun Sechziger rund zehn Meter um den eigenen Strafraum. Nur Lauth blieb für eventuelle Konter 20 Meter vor seinen Kollegen. Stoppelkamp und Adlung agierten dabei wie Außenverteidiger, der Raum im Zentrum war häufig komplett zugeparkt.
  • Dortmund zog sein Kombinationsspiel auf und hatte weit über 70 Prozent Ballbesitz, fand aber zunächst so gut wie keine Lösungen. Chip-Bälle über die Abwehr, scharfe Flachpässe in die Spitze - die Löwen standen den Dortmundern durchgehend auf den Füßen und verteidigten diese Bälle mit Bravour. Bereits nach elf Minuten versuchte es Reus mit einem Distanzschuss.
  • Der BVB nach der Pause mit deutlich mehr Flügelspiel, vor allem über die rechte Seite. Die Borussia entwickelte mehr Zug zum Tor und schaffte durch schnellere Passabfolgen auch häufiger den Weg bis an die Grundlinie. Dies reduzierte die raumgewinnenden Balleroberungen der Löwen auf ein Minimum.
  • Mit der Herausnahme von Bender löste Klopp die Doppelsechs auf. Hofmann spielte bis zur Einwechslung von Aubameyang eine Art Quarterback vor Sahin. Die Löwen verteidigten die Halbräume weiterhin mit hoher Disziplin, doch die schwindende Kraft machte sich mehr und mehr bemerkbar. Dortmund fuhr einen Angriff nach dem anderen und wurde unter dem Strich für ein hohes Maß an Geduld belohnt.

1860 München - Borussia Dortmund: Daten zum Spiel

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