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Martinez überragend, Robben der Held

Samstag, 17.05.2014 | 22:30 Uhr
Javi Martinez (r.) machte in der Defensive eine überragende Partie
© getty
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Der FC Bayern hat das Double perfekt gemacht! Arjen Robben und Thomas Müller besiegelten mit Toren in der Verlängerung den 2:0-Sieg im Finale gegen Borussia Dortmund. Neben Führungstorschütze Robben trumpften vor allem die Abwehrspieler des Rekordmeisters auf. Die Bayern-Spieler, die erstmals in dieser Saison im 3-4-3-System antraten, in der Einzelkritik.

Die Bayern in der Einzelkritik

Manuel Neuer: Bekam vor der Pause keinen Torschuss auf seinen Kasten und war daher lange beschäftigungslos. Neuer fabrizierte zwei, drei schlampige Abschläge, beim zweiten Fauxpas leitete er so eine gefährliche Freistoß-Situation für Dortmund ein. Dass Neuer im Anschluss den hohen Ball von Reus komplett falsch einschätzte, wäre fast teuer zu stehen gekommen. Nicht gut sah Neuer auch in der nächsten Szene aus, als er nach Sahin-Freistoß und Lewandowski-Verlängerung am Ball vorbeisegelte. Stark mitgespielt dann in der 79. Minute, als Reus geschickt wurde, aber Neuer den Pass und den Weg früh ahnte und den Angriff unterband. In der Verlängerung Probleme an der Schulter. Note 4

Jerome Boateng: Deutliche Leistungssteigerung gegenüber den letzten Spielen. Sehr konzentriert, besonders im Stellungs- und Positionsspiel sehr hochwertig. In der Luft stark, gewann dort jedes Duell gegen Lewandowski. Nach Hojbjergs Herausnahme ging Boateng notgedrungen auf die rechte Mittelfeldseite. Es sollte sich auszahlen: Entscheidender Ballgewinn und tolle Flanke, die Robben zur Führung verwertete. Note 1,5

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Javi Martinez: Dass er spielt, war zu erwarten - allerdings in einer anderen Position. Der Baske war der zentrale Mann der Dreierkette. Martinez gewann wieder früh ein paar wichtige Zweikämpfe, ganz stark die Aktion gegen Lewandowski in der 33. Minute, als er in höchster Not in bekannter Manier den Ball gewann. Schaltete sich in der 81. Minute erstmals aktiv ins Offensivspiel ein. Ganz starker Auftritt. Note 1,5

Dante: Übernahm den linken Part in der Dreierkette, bekam dann oft den ersten Ball für den Aufbau. Mitunter zu hastig wie in der 11. Minute, als er im Vorwärtsgang den Ball verlor und so eine Chance für Dortmund eröffnete. Danach aber wieder solide. Sein großer Moment kam in der 64. Minute, als er eher hinter als auf der Linie das 0:1 verhinderte. Unterband danach noch den einen oder anderen Angriff. Note 2

Pierre-Emile Hojbjerg: Es wurde viel darüber spekuliert, ob der junge Däne spielen darf oder nicht. Er spielte und das auf einer Position, die er bis dato so gut wie nie spielte. Doch Hojbjerg machte seine Sache auf der rechten Seite sehr solide, antizipierte gut, kombinierte ordentlich und traute sich mal auch einen Abschluss wie in der 44. Minute zu. Stark in der Defensive gegen Lewandowski kurz vor der Halbzeit. Nach der Pause etwas mehr unter Druck, dann auch mit dem einen oder anderen Fehler. Unnötig die Schwalbe, für die er Gelb bekam. Gelungener Auftritt. Note 2,5

Rafinha: Musste die größte Umstellung im neuen Konstrukt über sich ergehen lassen und wanderte auf die linke Seite. Positiv: Konzentrierte sich im Gegensatz zu einigen früheren Duellen mit Dortmund voll auf sein Spiel und verzichtete auf Nickligkeiten. Gewann überragende 86 Prozent seiner Zweikämpfe, meldete Gegenspieler Mkhitaryan komplett ab. Offensiv aber fast nicht auffallend. Note 3

Philipp Lahm: Rückte im 3-4-3 auf die Sechs neben Kroos und war dort Dreh- und Angelpunkt. Überragend der Pass auf Robben vor dessen Chance in der 6. Minute. Es blieb der letzte Höhepunkt, ehe er sich nach rund 20 Minuten am Knöchel verletzte und minutenlang behandelt werden musste. Probierte es danach noch einmal, musste aber dann in der 31. Minute aufgeben. Note 3,5

BVB-Einzelkritik: Hummels stark, Lewy glanzlos

Arjen Robben: Auffälligster Bayern-Akteur in der Offensive, hatte früh die beste Chance nach starkem Lahm-Zuspiel. Den Niederländer konnte man keiner festen Position zuordnen, wechselte viel und oft die Positionen, war lange Zeit im Zentrum zu finden, dann aber auch auf den Flanken. Hätte Gelb für eine Schwalbe bekommen müssen, hatte in der Szene Glück. Ansonsten auch nach der Pause mit der besten Bayern-Chance. War dann wieder im entscheidenden Moment in einem Finale gegen Dortmund da und schoss Bayern zum Pokalsieg. Hätte dann sogar das 2:0 machen müssen. Note 2

Toni Kroos: Seine Rolle änderte sich mit der Lahm-Auswechslung. Anfangs noch deutlich offensiver, bekam er im Zentrum den defensiven Part, hatte das Spiel vor sich und hatte gewohnt die meisten Ballkontakte bei den Bayern. War gewillt nach den vielen Ausfällen Verantwortung zu übernehmen, mimte den Taktgeber. Eine Aufgabe, die vor allem nach Kirchs Einwechslung auf der anderen Seite schwieriger wurde. Kämpfte in der Verlängerung mit einigen Krämpfen. Note 3

Mario Götze: Übernahm die linke Außenbahn, litt aber darunter, dass die offensiven Außenpositionen in der neuen Formation zu selten eine Anspielstation waren. Robben behalf sich, immer wieder einzurücken und mit Müller zu rochieren. Götze nutzte die Möglichkeit fast nie. Nach Lahms Verletzung rückte er ins Zentrum, war dort dann etwas auffälliger, weil er einfach öfter am Ball war. Sein Spiel war es dennoch nicht, weil er sich zu selten in Szene setzen konnte. Note 4

Thomas Müller: Er war die nominelle Spitze, rochierte aber viel mit Robben und war dann oft auf der rechten Außenbahn zu finden. Müller hatte früh im Spiel eine gute Möglichkeit, dann nach der Pause die größte Bayern-Möglichkeit (53.) nach Ribery-Pass. Die Bayern kamen zu selten durch, was den Auftritt Müllers nicht einfach machte. Typischer Müller: Mit den letzten Kräften machte er noch das 2:0 und besiegelte den Entstand. Note 3

Franck Ribery: Der Franzose kam für den verletzten Lahm, suchte aber erst einmal minutenlang seine Schienbeinschoner, um überhaupt spielen zu können. Die Kraft fehlte nach fast zwei Wochen Pause, aber Ribery setzte in paar gute Nadelstiche. Stark die Vorarbeit für Müller in der 53. Minute, als er an die Grundlinie ging und stark servierte. Nicht gut: Seine Standards. In der Verlängerung traten erste Krämpfe ein und wurde dann von Guardiola wieder erlöst. Note 4

Daniel van Buyten: Der Belgier kam wohl in seinem letzten Spiel für den FC Bayern in der 102. Minute für Hojbjerg und rückte rechts in die Dreierkette. Ließ sich nichts zu Schulden kommen und bekam ein ordentliches Abschiedsgeschenk. Keine Bewertung

Claudio Pizarro: Kam in der Schlussphase für den entkräfteten Ribery und ging in die Spitze. Aus der Tiefe bereitete der Peruaner dann das 2:0 Müllers vor. Keine Bewertung

Borussia Dortmund - Bayern München: Daten zum Spiel

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