DFB-Pokal - Achtelfinale

Hannover verteilt Geschenke: BVB locker weiter

Von Daniel Reimann / Timo Schilder
Mittwoch, 19.12.2012 | 22:23 Uhr
Mario Götze (r.) und Marco Reus hatten gegen Hannover jede Menge Spaß
© Getty
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Borussia Dortmund steht im Viertelfinale des DFB-Pokals. Der Titelverteidiger holte zum Jahresabschluss einen souveränen 5:1 (3:0)-Heimsieg gegen überforderte Hannoveraner.

Vor 77615 Zuschauern im Signal-Iduna-Park erzielten Mario Götze (3., 40., 84.), Kuba (18.) und Robert Lewandowski (90.) die Tore für den BVB.

Mame Diouf hatte den zwischenzeitlichen Ehrentreffer für Hannover besorgt (79.)

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Beim BVB wurde Schmelzer nach einer Nasennebenhöhlen-Entzündung nicht rechtzeitig fit, deshalb hilft Großkreutz als Linksverteidiger aus. Kehl kehrt ins Team zurück, Leitner muss weichen.

Auf Seiten von Hannover bleibt Schlaudraff draußen, Schulz rückt ins Mittelfeld und Haggui in die Innenverteidigung. Dazu beginnt Pander links hinten für Rausch.

3., 1:0, Götze: Kehl mit dem Heber in den Strafraum, Großkreutz legt per Kopf über Lewandowski hinweg zu Götze. Der drückt das Ding über die Linie.

6.: Fast das 2:0! Götze diesmal mit dem Pass an den Fünfer auf Lewandowski. Der tanzt Eggimann aus und scheitert letztlich an Zieler, der zur Ecke klärt.

18., 2:0, Kuba: Reus mit dem herrlichen Pass auf Kuba, der steht frei vor Zieler. Der 96-Schlussmann hält zuerst, doch der Ball prallt an Kubas Knie und von dort ins Tor.

40., 3:0, Götze: Ein Super-Freistoß von Götze! In bester Ronaldinho-Manier schießt er flach unter der Mauer durch und trifft aus 18 Metern ins linke untere Eck. Zieler kann da nur hinterherschauen.

79., 3:1, Diouf: Hummels mit dem Fehlpass im Spielaufbau. Da Silva Pinto spielt links raus auf Huszti. Flanke an den Fünfer, wo Diouf mutterseelenallein einköpft.

84., 4:1, Götze: Lewandowski tanzt im Strafraum Haggui aus, der Pole schaut kurz und flankt rechts rüber zu Götze. Der erzielt seinen dritten Treffer per Direktabnahme.

90., 5:1 Lewandowski: Bittencourt flankt butterweich auf Lewandowski. Der köpft zuerst ans rechte Lattenkreuz, den Abpraller haut er dann aber aus sechs Metern in den rechten Winkel.

Fazit: Ein auch in der Höhe völlig verdienter Sieg für in jeder Hinsicht überlegene Dortmunder, die sich in der Schlussphase unnötige Unkonzentriertheiten leisteten.

Der Star des Spiels: Das Duo Götze/Reus. Die beiden Dribbler hatten gegen 96 jede Menge Spaß am Fußball. Suchten sich oft gegenseitig und kombinierten gemeinsam mit Kuba und Lewandowski die Hannoveraner schwindelig. Götze glänzte mit einem Dreierpack, Reus bereitete das 2:0 vor und holte den Freistoß vor dem 3:0 raus. Dazu zehn (!) Torschussvorlagen.

Der Flop des Spiels: Christian Pander. Rückte für Rausch ins Team, der gegen Düsseldorf schlecht ausgesehen hatte. Doch gegen Dortmunds Offensivfraktion kam der Linksverteidiger stets einen Schritt zu spät. Hatte Kuba nie richtig im Griff und wirkte endgültig verloren, als Götze mal auf rechts mitmischte. Wurde in der 30. Minute erlöst.

Der Schiedsrichter: Felix Brych. Ein dankbares Spiel für den Referee: Da die Partie früh entschieden war, wurde es auch nie sonderlich unfair. Kritisch wurde es vor allem vor dem 1:0, als Lewandowski im Abseits stand und Keeper Zieler womöglich irritierte. Je ein weiteres Abseitstor auf beiden Seiten wurde richtigerweise aberkannt.

Die Trainer:

Jürgen Klopp schob diesmal Großkreutz statt Kuba auf die Linksverteidiger-Position ab, Kuba durfte wieder offensiv wirbeln - und dankte es seinem Trainer mit einem starken Auftritt. Davon abgesehen setzte der BVB-Coach im letzten Spiel 2012 auf Bewährtes.

Mirko Slomka wählte im Vergleich zur Pleite in Düsseldorf die defensivere Variante. Doch der Schuss ging nach hinten los. Die zur Hälfe ausgetauschte Viererkette offenbarte schwerwiegende Abstimmungsprobleme. Nach Panders Auswechslung kehrte Schulz in die Abwehrreihe zurück und sorgte zumindest für ein kleines Plus an Stabilität.

Das fiel auf:

 

  • Hannovers Defensive war in den ersten 20 Minuten überhaupt nicht auf der Höhe des Geschehens. Haggui und Co. waren mit Dortmunds Vertikalspiel offensichtlich überfordert. Gegenspieler wurden zu spät (oder gar nicht) attackiert, Lücken zu spät (oder gar nicht) geschlossen.
  • Dortmunds Spiel war im ersten Durchgang äußerst rechtslastig. Götze bot sich Kuba oft als erste Anspielstation im rechten Halbfeld, Reus zog immer wieder Richtung Mitte.
  • Hannovers Offensivabteilung mit Ya Konan/Huszti/Diouf hing komplett in der Luft. Die Dortmunder Sechser verrichteten ihre Arbeit gewissenhaft: Kehl verlor kaum einen Zweikampf, Gündogan schloss die wenigen Räume, die sich 96 boten.
  • Die Torschussbilanz von 23:4 spricht Bände: Der BVB kam aus nahezu jeder Position zum Abschluss. Ob aus der Distanz, im Fünfer, per Kopf oder am Boden: Dortmund war offensiv in allen Belangen überlegen.

 

Dortmund - Hannover: Daten und Fakten zum Spiel

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