Köln schlägt sich selbst

Von Thomas Gaber/Bastian Strobl
Dienstag, 25.10.2011 | 22:17 Uhr
Jajalo erzielte in der 6. Minute das 1:0 für den 1. FC Köln in Hoffenheim
© Getty
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1899 Hoffenheim steht im Achtelfinale des DFB-Pokals. Gegen den 1. FC Köln gewann die Mannschaft von Trainer Holger Stanislawski mit 2:1 (1:1). Das Siegtor erzielte Knowledge Musona in der 50. Minute.

Mato Jajalo brachte den FC früh in Führung (6.), Chinedu Obasi glich vor nur 16.000 Zuschauern in der 41. Minute aus.

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Hoffenheims Trainer Stanislawski bringt gleich sechs neue Spieler im Vergleich zum 1:0 gegen Mönchengladbach. Vestergaard, Braafheid, Kaiser, Musona, Obasi und Schipplock stehen in der Startelf.

Köln muss erneut auf Novakovic und McKenna verzichten. Zudem meldete sich Ionita grippekrank ab. Podolski ist wieder einzige Spitze, Jajalo soll ihn unterstützen.

6., 0:1, Jajalo: Compper vertändelt den Ball albern an Clemens. Der spielt ab zu Podolski und der schickt Peszko auf rechts auf die Reise. Flanke auf den zweiten Pfosten und Jajalo haut den Ball per Dropkick in den rechten Giebel.

14.: Fieser Fehlpass von Braafheid in die Füße von Brecko. Doppelpass mit Poldi und dann der Querpass an den Fünfer zu Clemens. Der trifft aus vier Metern aber nur den Außenpfosten.

16.: Babel steckt durch für Schipplock, Kölns Abseitsfalle misslingt. Schuss aus zehn Metern von halbrechts, Rensing pariert mit dem linken Knie.

41., 1:1, Obasi: Babel chippt die Kugel in den Lauf von Schipplock. Der Youngster hat genügend Zeit und schiebt die Kugel überlegt an den Fünfer. Obasi muss nur noch den Fuß hinhalten. Keine Chance für Rensing.

50., 2:1, Musona: Der nächste krasse Fehler, diesmal von Sereno. Sein Kopfball-Klärungsversuch landet bei Musona, der alleine auf Rensing zuläuft. Satter Schuss aus 13 Metern ins linke untere Eck - keine Chance für Rensing.

60.: Lanig tankt sich im Zentrum durch und zieht aus 20 Metern mit rechts ab. Knapp rechts am Tor vorbei.

78.: Klasse Doppelpass Peszko/Podolski am 1899-Strafraum. Peszko frei vor Starke, doch der Winkel ist zu spitz - Schuss ans linke Außennetz.

Fazit: Hoffenheim nimmt die Kölner Geschenke an und steht im Achtelfinale. Der FC hatte die besseren Chancen, steht aber mit leeren Händen da.

Der Star des Spiels: Ryan Babel. In der ersten Halbzeit war der Niederländer der einzige Hoffenheimer Spieler, der sich zur Wehr setzte. Babel schleppte die Bälle aus der eigenen Hälfte, war sehr lauffreudig und setzte seine Mitspieler mit klugen Pässen ein. Nach der Pause nicht mehr so auffällig. Wurde in der 70. Minute ausgewechselt.

Der Flop des Spiels: Sereno. Der FC-Innenverteidiger stand beim 1:1 zu weit weg von Obasi und ermöglichte Musona mit seinem leichtfertigen Ballverlust als letzter Mann das 2:1.

Der Schiedsrichter: Knut Kircher hatte die Partie weitgehend im Griff, hätte aber in der 26. Minute auf Elfmeter für Hoffenheim entscheiden müssen, als Jemal Schipplock mit einem leichten Schubser aus dem Gleichgewicht brachte.

Analyse: Die erste Viertelstunde gehörte eindeutig dem FC. Hoffenheim fand nicht statt. Im Mittelfeld wurden die Zweikämpfe verloren und hinten wechselten sich Compper und Braafheid mit abenteuerlichen Ballverlusten ab.

Köln konterte nach der Balleroberung überfallartig. Jajalo und Podolski verteilten die Bälle dann auf die Flügel, wo Clemens und Peszko immer wieder für Gefahr sorgten.

Hoffenheim kam auch offensiv schwer in die Gänge, weil das Tempo fehlte und die beiden Kölner Viererketten gut verschoben und gegen den Ball arbeiteten. Angeführt vom eifrigen Babel, der sich die Bälle teilweise in der eigenen Hälfte abholte, wurde 1899 erst gegen Ende der ersten Halbzeit besser. Der Ausgleich fiel dennoch aus heiterem Himmel.

Durch Serenos Geschenk an Musona ging Hoffenheim kurz nach der Pause in Führung, wodurch sich anschließend Räume für Konter ergaben, die aber schlecht ausgespielt wurden. Köln blieb seiner Linie mit dem Spiel über die Flügel treu, ging aber zu wenig Risiko, um Hoffenheims Tor ernsthaft zu gefährden.

Insgesamt ein glücklicher Sieg für Hoffenheim. Köln gab das Spiel nach einer starken Anfangsphase aus der Hand und schenkte Hoffenheim zwei Tore. Der FC schlug sich selbst.

1899 Hoffenheim - 1. FC Köln: Alle Daten und Fakten

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