Geschenk von Magath, kein Geschenk von Neuer

SID
Mittwoch, 22.12.2010 | 12:33 Uhr
Manuel Neuer (l.) und Raul freuten sich über die Verlängerung des Urlaubs
© Getty
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Schalke 04 gelang ein versöhnlicher Jahresabschluss. Trainer Felix Magath verlängerte deshalb den zuvor verkürzten Urlaub. Unklar bleibt die Situation von Torhüter Manuel Neuer.

Der Jubel war sehr ausgelassen. Die Spieler von Schalke 04 gingen auf die Kurve zu, in der ihre Anhänger standen, dann nahmen sie Anlauf und schmissen sich geschlossen mit dem Bauch voran auf den ramponierten Rasen.

Unklar blieb zunächst, ob die Mannschaft da schon von der Verlängerung ihres Weihnachtsurlaubs wusste, Trainer Felix Magath jedenfalls sagte nach dem 1:0 (0:0) im Achtelfinale des DFB-Pokals beim FC Augsburg mit einem Lächeln: "Es haben sich alle gefreut, dass sie mich erst am 2. Januar wiedersehen."

"Keine Lust mehr, darauf zu antworten"

Über die zusätzliche freie Zeit wird sich wohl vor allem Manuel Neuer freuen, bohrende Fragen werden ihm so ein wenig länger erspart bleiben. "Ich habe keine Lust mehr, darauf zu antworten", sagte er im Bauch des Stadions in Augsburg auf die Frage, wo denn nun seine Zukunft liege, auf Schalke - oder bei Bayern München. Für seinen Mannschaftskollegen Christoph Metzelder ist das keine Frage: "Wenn man ihm in die Augen sieht, dann sieht man, dass er ein Schalker ist." Zumindest bis Saisonende dürfte das stimmen. Und dann?

Neuer jedenfalls ließ sich seine Optionen vor dem Beginn des verlängerten Weihnachtsurlaubs offen. Als er unmittelbar nach dem hart erkämpften und eher glücklichen Sieg gegen den Zweitliga-Tabellenführer mit der Aussage von Magath konfrontiert wurde, dass ein vorzeitiger Transfer nicht infrage käme, sagte er im Sky-Interview: "Das kann ich so nicht unterschreiben." Auch an eine schnelle vorzeitige Vertragsverlängerung mag er derzeit nicht denken. "Geschenke wird es vor Weihnachten nicht geben. Ich setze mich nicht unter Druck", sagte Neuer.

Der deutsche Nationaltorhüter würde vielleicht anders denken, wäre Schalke nicht ganz so miserabel in die Saison gestartet. "Wir ärgern uns natürlich über den schlechten Start", sagte Metzelder. Und Neuer ergänzte: Erst in den beiden vergangenen Monaten "sind wir im Soll". So richtig gebessert aber hat sich die Stimmung erst, seit sie richtig im Keller war, also nach dem krachenden 0:5 am 27. November beim 1. FC Kaiserslautern. Danach strich Magath den Urlaub über Weihnachten zusammen - und seine Mannschaft siegte nur noch.

"Großer Schritt nach vorn"

Die vergangenen fünf Pflichtspiele hat Schalke 04 nun gewonnen, mit einem Torverhältnis von 10:1. Magaths Mannschaft steht im Achtelfinale der Champions League, dank des späten Treffers von Jefferson Farfan (84.) wie im Vorjahr im Viertelfinale des DFB-Pokals und in der Bundesliga nun wenigstens mal auf Rang zehn und damit halbwegs in Reichweite der Europa-League-Plätze. Und so fiel die Jahresabschlussbilanz des Trainers positiv aus: "Es ist deutlich, dass Schalke 04 einen großen Schritt nach vorne gekommen ist", sagte Magath.

Ja, ergänzte Magath, es habe logischerweise etwas gedauert, um die neuen Spieler einzubauen und das neue Spielsystem zu installieren, aber jetzt sei er "zuversichtlich, dass wir das weiter entwickeln können". Diese Zuversicht teilt auch Neuer, er sagte allerdings warnend: "Wir dürfen uns jetzt nicht ausruhen und denken, es geht von alleine so weiter. Man muss was dafür tun. Wir müssen uns noch verbessern, aber wir sind auf dem richtigen Weg." Neuer, so viel ist klar, hat mit nur einem Gegentor aus fünf Spielen großen Anteil daran.

Beim FC Augsburg war von vorneherein klar, dass bis 2. Januar Pause sein würde, auch wenn das für die Schwaben bemerkenswerte Jahr 2010, in dem sie nur knapp am Aufstieg in die Bundesliga scheiterten, mit einer recht unglücklichen Niederlage endete. Der Zweitliga-Tabellenführer war erst besser, dann lange auf Augenhöhe, und wäre Tobias Werner nicht frei vor Neuer an selbigem gescheitert (65.), dann, sagte FCA-Trainer Jos Luhukay, "wäre es sehr schwer geworden für Schalke 04". Und vielleicht nichts mit dem verlängerten Weihnachtsurlaub.

Raul und Schalke: Mit alter Stärke zu alten Zielen

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