Samstag, 15.05.2010

DFB-Pokal-Finale

Bayern holen das achte Double

Der FC Bayern München ist zum 15. Mal deutscher Pokalsieger. Im DFB-Pokalfinale schlug das Team von Louis van Gaal Werder Bremen klar mit 4:0 (1:0) und darf weiter vom ersten Triple der Vereinsgeschichte träumen.

Deckel drauf: Mit diesem Tor zum 3:0 besiegelte Franck Ribery (r.) den DFB-Pokalsieg des FC Bayern
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Deckel drauf: Mit diesem Tor zum 3:0 besiegelte Franck Ribery (r.) den DFB-Pokalsieg des FC Bayern

Vor 75.420 Zuschauern im ausverkauften Berliner Olympiastadion brachte Arjen Robben den FCB in Führung (35., Handelfmeter). Nach der Pause trafen Ivica Olic (52.), Franck Ribery (63.) und Bastian Schweinsteiger (83.) zum Endstand.

Für Bayern war es der 15. Sieg im 17. Pokalfinale. Bremen verpasste im zehnten Endspiel den siebten Pokaltriumph und muss sich mit dem in der Vorwoche erreichten Einzug in die Champions-League-Qualifikation trösten.

Es war der höchste Endspiel-Sieg seit 1972 (Schalke - Kaiserslautern 5:0). Die Bayern siegten im DFB-Pokalfinale letztmals 1967 mit 4:0 (gegen den HSV).

"Wir spielen momentan einen Fußball vom Allerfeinsten. Die Mannschaft ist spielerisch stärker als die von 2001. So wie wir im Moment die Gegner zumindest national dominieren, haben wir das damals nicht gemacht", sagte Bayern-Präsident Uli Hoeneß. "Die Klasse ist, dass wir mental stark und spielerisch überragend sind."

Bremen-Manager Klaus Allofs sagte: "Die Bayern haben einen Lauf, sie haben die Sicherheit. Sie sind nur zu stoppen, wenn man optimal gegen sie spielt. Und wir waren heute ganz weit weg von unserem optimalen Spiel."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Titelverteidiger Bremen mit zwei Änderungen im Vergleich zum 1:1 zum Bundesliga-Finale gegen den HSV. Boenisch und Hunt spielen für Pasanen (verletzt) und Almeida. Özil mimt die zweite Spitze.

Die Bayern wieder mit Demichelis für Contento, Badstuber verteidigt hinten links.

3.: Robben zieht von rechts nach innen und aus 20 Metern ordentlich ab - Wiese schiebt die Kugel über die Latte. Direkt danach Flanke van Bommel von halbrechts, Demichelis steigt am Fünfer unbedrängt hoch, köpft aber drüber.

8.: Triple-Chance Werder. Pizarro dringt von links in den Strafraum ein, lässt van Buyten ganz alt aussehen, scheitert dann aber aus vier Metern an Butt. Nachschuss Frings - wieder Butt! Zweiter Nachschuss Hunt - Badstuber blockt zur Ecke.

24.: Riesenchance für Olic. Robben läuft links super ein, bringt den Ball flach und scharf vors Tor. Olic verfehlt das leere Tor aus vier Metern.

30.: Zauberhafter Angriff der Bayern. Robben geht an zwei Mann vorbei nach innen, spielt dann in die Gasse auf Müller. Der legt frei vor Wiese nochmal zurück auf Robben. Das Tor ist eigentlich leer - doch Robben schießt aus 16 Metern drüber.

35., 0:1, Robben (Elfmeter): Olic hebt im Strafraum den Ball an Mertesacker vorbei, der langt reflexartig mit der Hand hin. Robben verwandelt den Handelfmeter knallhart ins rechte untere Eck. Sein drittes Tor im dritten Pokal-Einsatz.

Halbzeit-Fazit: Verdiente Führung der Bayern, die besser nach vorne spielen und die klareren Chancen haben - auch wenn der Elfmeter streitbar war.

46.: Borowski passt von links an der Torauslinie scharf an den kurzen Pfosten. Der eingewechselte Almeida kommt an den Ball, schießt aber vorbei.

52., 0:2, Olic: Ecke von rechts, Robben tritt den Ball an den kurzen Pfosten. Mertesacker köpft unglücklich van Buyten an. Olic ist aus kurzer Distanz zur Stelle und netzt durch die Beine von Bargfrede ein. Sein erstes Pokaltor für die Bayern.

54.: Ribery macht links im Strafraum, was er will. Tanzt herum, findet Müller mutterseelenallein in der Mitte. Der schießt, aber Boenisch rettet auf der Linie.

63., 0:3, Ribery: Van Bommel kommt aus dem Mittelfeld, steckt genau im richtigen Moment auf Ribery durch. Der verwandelt frei vor Wiese eiskalt rechts unten. Zweites Tor im laufenden Wettbewerb.

78., Gelb-Rot für Frings: Frustfoul des Bremer Kapitäns gegen Schweinsteiger an der Mittellinie, dann beschwert er sich noch - und fliegt mit Gelb-Rot vom Platz.

83., 0:4, Schweinsteiger: Schweinsteiger wird lang aus dem Halbfeld angespielt, nimmt den Ball am Fünfer mit der Brust an und legt an Wiese vorbei ins Tor.

Der Star des Spiels: Arjen Robben. Spielfreudig wie eh und je, machte der Holländer mit den Bremern, was er wollte. Der Außenstürmer war permanent gefährlich, erzielte das 1:0 selbst und schlug die Ecke vor dem 2:0. Klarer Anwärter auf den Fußballer des Jahres.

Die Gurke des Spiels: Claudio Pizarro. Der Bremer hatte den Pokal schon viermal gewonnen, diesmal klappte beim Peruaner aber so gut wie gar nichts. Pizarro vergab vorne zwei Chancen und war ansonsten als Anspielstation kaum zu gebrauchen, weil er fast jeden Ball verlor und Bremen so kaum zur Entlastung kam. Darin stand ihm Özil übrigens in nichts nach.

Die Pfeife des Spiels: Thorsten Kinhöfer. Leitete sehr umsichtig und mit klarer Linie. Lag richtig, beim Zweikampf Boenisch gegen Olic (13.) und Bargfrede gegen Robben (49.) keine Elfer zu geben. Sah auch das Handspiel von Mertesacker vor dem 0:1 korrekt (34.). Seine Kollegen an der Linie lagen bei zwei Abseitsentscheidungen falsch.

Die besten Bilder vom DFB-Pokal-Finale 2010
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Bierdusche, Teil 2: Da Louis van Gaal nirgends zu sehen war, nahm Arjen Robben eben mit den durstigen Fans vorlieb
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Die Fans des FC Bayern haben sich bereits vor Spielbeginn siegesgewiss gezeigt
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Offensiv-Künstler als Defensiv-Spezialist: Arjen Robben (l.) hinderte Sebastian Boenisch (r.) am Abschluss
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Rummmms! Mit Schmackes zimmerte Robben den Ball vom Elfmeterpunkt zum 1:0 ins Tor. Mertesacker hatte zuvor den Ball mit der Hand gespielt
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Nach der Pause traf Ivica Olic (r.) aus dem Gewühl heraus zum 2:0 - die Vorentscheidung
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In der Folge hatten die Bayern leichtes Spiel. Franck Ribery markierte nach einem Konter souverän das 3:0 für den FCB
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Torsten Frings durfte nach 77 Minuten frühzeitig zum Duschen. Nach wiederholtem Foulspiel sah der Bremer die Gelb-Rote Karte
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Der Schlusspunkt: Kurz vor Spielende traf Bastian Schweinsteiger zum 4:0-Endstand
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"Da ist das Ding!" Mark van Bommel reckte den Pokal in den Berliner Nachthimmel
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Die Lehren des Spiels: Der große Druck war bei beiden Teams weg, die primären Saisonziele waren bereits erreicht. Dementsprechend turbulent war die Anfangsphase, in der Bremen durchaus hätte in Führung gehen können. Dann übernahmen aber die Bayern vehement das Ruder, beherrschten Ball und Gegner und kamen in schöner Regelmäßigkeit zu Chancen.

Besonders gefährlich wurde es immer, wenn die Außen schnell mit Diagonalbällen gesucht wurden. Van Buyten steigerte seine Passquote im Vergleich zu den letzten Spielen erheblich, van Bommel und Schweinsteiger verteilten die Bälle sicher.

Bremen stand im Zentrum zwar kompakt, hatte aber Mühe im Spielaufbau, weil die Spitzen die Bälle viel zu schnell verloren. Vor allem Pizarro brachte kaum einen Ball zum Mitspieler.

Als Werder nach dem 0:2 aufmachen musste und Schaaf zweimal offensiv gewechselt hatte, hatten die Bayern leichtes Spiel und kamen verdient zum achten Double der Vereinsgeschichte. Am 22. Mai kann der FCB dann im Champions-League-Finale in Madrid gegen Inter Mailand das Triple perfekt machen.

Daten und Fakten: Werder Bremen - FC Bayern München

Für SPOX in Berlin: Florian Bogner

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