Fussball

DFB-Pokal: Bundesligisten mit Problemen - nur Werder Bremen und Schalke 04 siegen souverän

Von SPOX/SID
Werder Bremen, TSG Hoffenheim und der FC Schalke 04 stehen in der zweiten Runde des DFB-Pokals.

Die TSG Hoffenheim hat seine Pflichtaufgabe in der ersten Runde des DFB-Pokals mit Glück gelöst. Die Mannschaft des neuen Trainers Alfred Schreuder kam beim Drittligisten Würzburger Kickers erst im Elfmeterschießen zu einem 5:4-Erfolg. Nach 120 Minuten hatte es 3:3 (2:2, 1:0) gestanden. Die restlichen Bundesligisten hatten ähnliche Mühen. Nur Werder Bremen siegte souverän im "Jahrhundertspiel" gegen Atlas Delmenhorst.

Der FC Schalke 04 hat die zweite Runde des DFB-Pokals erreicht. Die Mannschaft von Trainer David Wagner bezwang den Regionalligisten SV Drochtersen/Assel mit 5:0 (1:0). Auch Bayer Leverkusen ist eine Runde weiter. Die Werkself gewann bei Alemannia Aachen mit 3:1 (2:0). Mit dem FC Augsburg und Mainz 05 schieden zwei Bundesligisten aus.

Atlas Delmenhorst - Werder Bremen 1:6 (1:4)

Tore: 0:1 Osako (10.), 0:2 Moisander (19.), 1:2 Schmidt (30.), 1:3 Rashica (37.), 1:4 Klaassen (40.), 1:5 Pizarro (68.), 1:6 Pizarro (74.)

Oberligist SV Atlas Delmenhorst hat einen Zuschauerrekord für die erste Runde des DFB-Pokals aufgestellt. Zum "Jahrhundertspiel" der niedersächsischen Amateure gegen Werder Bremen kamen 41.500 ins ausverkaufte Weserstadion. Die Verkündung der Bestmarke sorgte in der Arena für großen Jubel. Der DFB hatte dem Klub eine Ausnahmegenehmigung erteilt, daher konnte die Partie in der Spielstätte der Bremer ausgetragen werden.

Das Duell auf dem Rasen war dagegen weniger rekordverdächtig. Werder machte von Beginn an ernst und stellte Delmenhorst mit seinem Kombinationsspiel vor unlösbare Probleme. Kohfeldt schonte seine Stars nicht, in der Innenverteidigung feierte Christian Groß sein Profidebüt bei Werder. Das 3:1 von Rashica bereitete der 30 Jahre alte nominelle Spieler der U23 mit einem feinen Chip-Pass vor.

In der Offensive, in der auch der neue Stürmer Niclas Füllkrug ab der 61. Minute ran durfte, präsentierte sich der Favorit sehr variabel und hebelte die Fünferkette des Gastgebers ein ums andere Mal aus. Pizarro bewies einmal mehr seine Klasse und hat nun mit 40 Jahren und 311 Tagen in der Liste der ältesten Torschützen des DFB-Pokals nur noch Karl Lambertin (44 Jahre, 164 Tage) von der Spielvereinigung Frechen 20 vor sich.

Atlas rannte, Atlas kämpfte - und musste dennoch Tor um Tor hinnehmen. Die Delmenhorster, erstmals seit 39 Jahren im DFB-Pokal, machten auch nach dem Wechsel keine Anstalten, ihre defensive Grundordnung etwas zu lockern. Zu groß war der Klassenunterschied an diesem Samstag - der dennoch zu den größten Momenten in der Historie von Atlas Delmenhorst zählt.

Würzburger Kickers - TSG Hoffenheim 4:5 n.E. (1:0, 2:2, 3:3)

Tore: 0:1 Kaderabek (29.), 0:2 Bebou (54.), 1:2 Kaufmann (68.), 2:2 Vrenezi (75./FE), 2:3 Szalai (99.), 3:3 Pfeiffer (114.)

Eine Woche vor dem Bundesligastart bei Eintracht Frankfurt brachte Pavel Kaderabek die TSG in der 29. Minute gegen den lange biederen Drittliga-17. in Führung. Neuzugang Ihlas Bebou erhöhte zum 2:0 (54.). Hoffenheimer Nachlässigkeiten brachten Würzburg aber ins bis dahin einseitige Spiel zurück. Fabio Kaufmann (68.) und Albion Vrenezi (75.) per Foulelfmeter glichen aus. Dem eingewechselten Adam Szalai (99.) gelang in der Verlängerung vor 10.000 Zuschauern das 3:2 für den Erstligisten, Luca Pfeiffer (114.) traf aber erneut zum Ausgleich.

Im Elfmeterschießen avancierte Oliver Baumann zum Matchwinner. Der TSG-Torhüter parierte gegen Kaufmann und Hendrik Hansen. Für die Kickers blieben 175.500 Euro als Trostpflaster.

Schreuder bot in der Startelf neben Bebou die Rückkehrer Sebastian Rudy, Steven Zuber und Vincenzo Grifo auf. Vor allem auf dem 27-maligen Nationalspieler Rudy ruhten die Hoffnungen. "Er ist ein wichtiger Spieler für uns", sagte Schreuder vor der Partie.

Würzburg macht gleich mehrere Rückstände wett

Rudy wurde von Beginn an entsprechend gesucht. Er leitete auch die erste dicke Chance des Erstligisten ein. Seinen Schuss konnte Kickers-Torwart Eric Verstappen nur abklatschen, Benjamin Hübner verwertete den Abpraller jedoch nicht (12.).

Hoffenheim blieb gegen die zunächst harmlosen Unterfranken deutlich überlegen und hatte durch Stefan Posch und Bebou weitere gute Chancen - ehe Kaderabek per Kopf aus kurzer Distanz traf. Verstappen hatte zuvor noch gegen Hübner glänzend reagiert, kurz vor der Pause parierte er zudem noch einen Schuss von Zuber.

Nach dem Wechsel änderte sich wenig. Die TSG hatte das Spiel fest im Griff. Den Kickers fehlten zunächst die Mittel, um die Gäste in Verlegenheit zu bringen. Nach Pass von Rudy machte Bebou, der von Hannover kam, mit einem strammen Schuss scheinbar alles klar. Danach wachte Würzburg jedoch auf, eingeladen durch die TSG, die nun allzu lässig versuchte, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Dominik Widemann (79.) hatte sogar die Riesenchance zum 3:2 für die Kickers.

In der Verlängerung legte Bebou Sturm-Kollege Szalai den dritten Treffer auf. Würzburg steckte aber nicht auf und vergab durch Widemann (108.) und Pfeiffer (109.) zunächst große Chancen zum erneuten Ausgleich. Pfeiffer machte es dann sechs Minuten vor dem Ende per Kopf nach einer Ecke besser. Es kam zum Krimi vom Punkt, mit dem besseren Ende für den Favoriten.

SV Drochtersen/Assel - FC Schalke 04 0:5 (0:1)

Tore: 0:1 Skrzybski (44.), 0:2 Burgstaller (61.), 0:3 Caligiuri (65./FE), 0:4 Mercan (73.), 0:5 Burgstaller (84.)

Wagner, der verletzungsbedingt mit Rechtsverteidiger Jonjoe Kenny nur einen Neuzugang in seine Startelf berufen konnte, sah in der ersten Halbzeit nur wenige Schalker Glanzlichter vor rund 8000 Zuschauern im Kehdinger Stadion des Regionalligisten.

Für Aufsehen sorgten allerdings die Königsblauen-Anhänger auf den provisorischen Tribünen - diese hielten als Reaktion auf die rassistischen Äußerungen von Aufsichtsratschef Tönnies vor der Partie Banner mit der Aufschrift "Wir zeigen Tönnies die Rote Karte" in die Höhe. Der Fleischfabrikant lässt nach den Entgleisungen derzeit sein Amt drei Monate ruhen, ein selbst auferlegtes Strafmaß. Ansonsten hielten sich die Fans aber größtenteils an den Wunsch von Wagner, sich ab Anpfiff auf die Mannschaft zu konzentrieren.

Schalke mit Anlaufschwierigkeiten

Und die tat sich sehr lange überraschend schwer gegen die zugegeben massive Defensive des Viertligisten. Drochtersen-Trainer Lars Uder ließ ganz hinten eine Fünfer- und davor eine Viererkette organisieren. Da fehlten Schalke erst einmal die kreativen Lösungen, um Burgstaller und Co. in Szene zu setzen. Die Gastgeber suchten ihr Glück über schnelle Konter nach Ballgewinnen.

Und so hatte dann auch Kapitän Sören Behrmann für Drochtersen die erste gute Möglichkeit der Partie (14.), Schalke antwortete mit einem Volleyschuss von Amine Harit an den Pfosten (20.) und einer weiteren guten Möglichkeit des Marokkaners aus der Distanz (22).

In der Folge brachte Schalke das Spiel mehr unter Kontrolle - allerdings ohne wirklich zu überzeugen. Drochtersen/Assel, der Viertligist aus der 12.000-Seelen-Gemeinde, verlangte Schalke wie schon im Vorjahr Rekordpokalsieger Bayern München als auch 2016 Borussia Mönchengladbach (jeweils 0:1) auch über das Gegentor hinaus viel ab. Die Heimfans jubelten sogar schon über den Ausgleich, doch der vermeintliche Treffer von Laurens Rogowski direkt nach Wiederanpfiff wurde wegen Abseits nicht gegeben.

Nach einer völlig verkorksten Vorsaison inklusive Abstiegsangst sah Wagner noch nicht den Startschuss für einen sportlichen Neuanfang in Gelsenkirchen. Auch wenn unter anderem die beiden Star-Einkäufe Ozan Kabak (Fußverletzung, Innenverteidiger) und Benito Raman (Kapselblessur, Linksaußen) fehlten, hatte sich der Nachfolger von Interimscoach Huub Stevens sicher mehr erhofft. Bei den Toren setzte sich die individuelle Klasse durch, spielerisch hat Schalke aber noch Luft nach oben.

Alemannia Aachen - Bayer Leverkusen 1:4 (0:2)

Tore: 0:1 Hackenberg (19./ET), 0:2 Volland (39.), 1:2 Batarilo (56.), 1:3 Bailey (72.), 1:4 Havertz (88.)

Bayer Leverkusen offenbarte beim Regionalligisten eine Woche vor dem Bundesligastart noch viele Mängel. Nach zuvor sieben Testspielen in Folge ohne Sieg merkte man der Werkself zunächst die Verunsicherung an. Vor 30.861 Zuschauern am Tivoli hatten die Hausherren dann in der 10. Minute auch folgerichtig die erste gute Möglichkeit durch David Mikel Bors, der aber knapp das Ziel verfehlte.

Bayer-Torwart Ramazan Özcan, der den erkrankten Stammkeeper Lukas Hradecky ersetzte, wäre machtlos gewesen. Fünf Minuten später gab auf Leverkusener Seite der in Aachen geborene Nationalspieler Havertz den ersten Warnschuss ab. Der Bayer-Star blieb ansonsten in seiner Heimatstadt ungewohnt unauffällig.

Nach einer Hereingabe von Wendell unterlief dann Hackenberg das Missgeschick zur Bayer-Führung. Der gute Alemannia-Schlussmann Ricco Cymer war chancenlos. Die Gäste hatten nach dem 2:0 durch Volland, der für den verletzten Lars Bender die Spielführerbinde trug, zunächst alles im Griff und ließen Ball und Gegner laufen.

Nach der Pause brachte sich Bayer durch eigene Überheblichkeit aber selbst noch mal in Schwierigkeiten. Nachdem Batarilo-Cerdic zunächst Özcan mit einem Freistoß zu einer Glanztat gezwungen hatte, ließ der gebürtige Kroate dem Bayer-Torwart wenig später keine Chance. Leverkusen hatte zwar auch in der Folge bedeutend mehr Spielanteile als die Amateure, musste aber bis zum Ende zittern. "Der Anfang war ein bisschen zäh", sagte Bayer-Sport-Geschäftsführer Rudi Völler, "am Ende haben wir aber souverän gewonnen. Nur das zählt."

In den beiden früheren Hoffenheimern Nadim Amiri und Kerem Demirbay hatte Bayer-Trainer Peter Bosz nur zwei Neuzugänge in seiner Startelf aufgeboten. Während Demirbay gleich Chef im Ring war, zeigte Amiri in seinem ersten Pflichtspiel für Bayer Licht und Schatten.

Zitterpartien für SC Freiburg und Fortuna Düsseldorf

Etliche andere Bundesligisten taten sich ebenfalls schwer. Fortuna Düsseldorf und der SC Freiburg mussten in die Verlängerung. Die Rheinländer siegten nach einer Zitterpartie beim FC Villingen mit 3:1 (1:1, 0:1), während der SC Freiburg beim 1. FC Magdeburg mit 1:0 (0:0, 0:0) gewann.

Luca Waldschmidt (93.) sicherte den Erfolg der Breisgauer. Steven Ukoh (42., Foulelfmeter) war der Pokalheld aufseiten der Schwarzwälder und sorgte für das Führungstor. Nana Ampomah (56.) glich für die Fortunen aus, Kelvin Ofori (102.) und Rouwen Hennings (117.) sicherten das Weiterkommen der Düsseldorfer. Villingens Tobias Weißhaar sah nach einer Tätlichkeit (104.) die Rote Karte.

DFB-Pokal, 1. Runde: Alle Ergebnisse vom Samstag im Überblick

Heim-TeamAuswärts-TeamErgebnisTorschützen

Kaiserslautern

1. FSV Mainz 052:0

1:0 Starke (63./FE)

2:0 Pick (90.)

Wacker Nordhausen

Erzgebirge Aue1:4

1:0 Mickels (22.)

1:1 Baumgart (38.)

1:2 Hochscheidt (57.)

1:3 Testroet (80.)

1:4 Testroet (84.)

SC Verl

FC Augsburg2:1

1:0 Suchy (8./ET)

2:0 Schallenberg (23.)

2:1 Hahn (83./FE)

Alemannia Aachen

Bayer Leverkusen1:4

0:1 Hackenberg (19./ET)

0:2 Volland (39.)

1:2 Batarilo-Cerdic (56.)

1:3 Bailey (72.)

1:4 Havertz (88.)

1. FC Magdeburg

SC Freiburg

0:10:1 Waldschmidt (93.)
TuS DassendorfDynamo Dresden

0:3

0:1 Löwe (37.)

0:2 Burnic (75.)

0:3 Röser (77.)

FC 08 VillingenFortuna Düsseldorf

1:3

1:0 Ukoh (42.)

1:1 Ampomah (56.)

1:2 Ofori (102.)

1:3 Hennings (116.)

Drochtersen/Assel

FC Schalke 04

0:5

0:1 Skrzybski (44.)

0:2 Burgstaller (61.)

0:3 Caligiuri (65./FE)

0:4 Mercan (73.)

0:5 Burgstaller (83.)

Viktoria Berlin

Arminia Bielefeld

0:1

0:1 Voglsammer (15.)
SSV Ulm1. FC Heidenheim

0:2

0:1 Leipertz (7.)

0:2 Schnatterer (72./FE)

KSV BaunatalVfL Bochum

2:3

0:1 Ganvoula (18./FE)

1:1 Blahout (32.)

2:1 Schrader (45.+3)

2:2 Ganvoula (70.)

2:3 Ganvoula (73.)

Würzburger KickersTSG Hoffenheim

4:5 n.E.

0:1 Kaderabek (29.)

0:2 Bebou (54.)

1:2 Kaufmann (68.)

2:2 Vrenezi (75./FE)

2:3 Szalai (99.)

3:3 Pfeiffer (114.)

Atlas DelmenhorstWerder Bremen

1:6

0:1 Osako (10.)

0:2 Moisander (19.)

1:2 Schmidt (30.)

1:3 Rashica (37.)

1:4 Klaassen (40.)

1:5 Pizarro (68.)

1:6 Pizarro (74.)

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung