Fussball

DFB-Pokal: Kaiserslautern kegelt Mainz raus - Verl blamiert Augsburg

SID
Der 1. FC Kaiserslautern hat Mainz aus dem Pokal geworfen.

Mit dem FSV Mainz 05 und dem FC Augsburg sind die ersten beiden Bundesligisten in der ersten DFB-Pokal-Runde ausgeschieden. Mainz unterlag beim Drittligisten 1. FC Kaiserslautern mit 0:2 (0:0). Augsburg verlor beim Viertligisten SC Verl mit 1:2 (0:2).

Der FSV Mainz 05 hat sich im brisanten Duell mit dem einst so ruhmreichen Nachbarn Kaiserslautern blamiert und ist in dieser Verfassung noch nicht bereit für den Ligastart. Der Bundesligist unterlag vor 40.694 Zuschauern im Hexenkessel auf dem Betzenberg beim Drittligisten.

Nach der Pokal-Blamage machten sich die Mainzer auf den Weg zu den Fans, doch nach wenigen Schritten drehten sie um. Kapitän Danny Latza und Co. beschlich ein mulmiges Gefühl, die 6000 mitgereisten Anhänger hatten sich schließlich schon während des Spiels völlig danebenbenommen. Sicherheitsabstand statt Versöhnung lautete das Motto.

"Das gehört nicht auf den Fußballplatz. Da hätte noch viel mehr passieren können", sagte Latza. Immer wieder zündeten die Mainzer Fans Pyrotechnik, ein Banner brannte ab. Die Polizei marschierte auf, die Feuerwehr war im Einsatz. "Das darf nicht sein", sagte Latza.

Auch die Niederlage im Hexenkessel auf dem Betzenberg hätte nicht sein müssen. "Eigentlich müssen wir zur Pause 3:0 führen. Dann geht das Spiel ganz anders aus", kritisierte Latza die mangelnde Chancenverwertung: "Ob Derby oder nicht ist mir egal. Wir sind aus dem Pokal raus, das ist bitter."

Seine bisher letzte Pleite zum Pokal-Auftakt hatte der FSV vor fünf Jahren beim Chemnitzer FC kassiert. Manfred Starke traf mit einem umstrittenen Foulelfmeter (62.) zur Führung für die Roten Teufel, die sich über die Prämie in Höhe von 351.000 Euro freuen dürfen. Florian Pick (90.) machte alles klar. Die Mainzer haben vor ihrem ersten Punktspiel am Samstag beim SC Freiburg noch jede Menge Arbeit vor sich.

FSV-Trainer Sandro Schwarz hatte in Edimilson Fernandes nur einen Neuzugang in die Startelf beordert, Jeremiah St. Juste und Taiwo Awoniyi saßen zunächst auf der Bank. Dong-Won Ji, Jean-Philippe Mateta, Jonathan Meier, der Ex-Lauterer Philipp Mwene und Aaron Seydel fehlten dagegen.

Mainz zu Beginn klar besser

Die Mainzer waren in der Anfangsphase das klar bessere Team. Schon in der 7. Minute hätten die Gäste in Führung gehen können. Robin Quaison scheiterte freistehend am Lauterer Torwart Lennart Grill. Den Pfälzern, die im vergangenen Jahr ein 1:6 gegen die TSG Hoffenheim kassiert hatten, war der große Respekt vor dem Erstligisten deutlich anzumerken.

In der 13. Minute vergab erneut Quaison. Das erste Tor für die Rheinhessen schien nur eine Frage der Zeit, zu überlegen waren die Mainzer. Aber auch Aaron Martin traf aus der Distanz nicht (18.), Quaison scheiterte eine Minute später. Der viermalige Meister aus der Pfalz, dessen Investor Flavio Becca mittelfristig die Rückkehr in die Bundesliga anstrebt, wurde teilweise vorgeführt.

Nach 25 Minuten wurden die Roten Teufel aber besser und brachten schon mit wenigen guten Aktionen ihre frenetischen Anhänger hinter sich. Die Atmosphäre beeindruckte die Gäste sichtlich, die Mainzer verloren ihre Linie. Es entwickelte sich bis zur Pause ein für den Betzenberg typisches Kampfspiel mit jeder Menge Emotion.

Kaiserslautern erhält zweifelhaften Foulelfmeter

Zu Beginn des zweiten Durchgangs hielt der FCK das Spiel offen, dennoch verbuchten Karim Onisiwo und Jean-Paul Boetius zwei gute Möglichkeiten für Mainz (57./58.). Kurz darauf pfiff Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) einen äußerst umstrittenen Foulelfmeter für die Gastgeber nach einem Zweikampf zwischen FCK-Stürmer Timmy Thiele und dem Mainzer Verteidiger Stefan Bell. Eigentlich foulte Thiele eher Bell als umgekehrt.

Noch kurioser war der Treffer. FSV-Torwart Florian Müller hatte den schwachen Schuss Starkes im Grunde pariert, dennoch trudelte der Ball ins Tor. Nach dem Treffer ging es hoch her, vor beiden Toren wurde es immer wieder brenzlig. Pick sorgte für die Entscheidung.

Augsburg mit ganz schwacher Vorstellung

Augsburg zeigte derweil eine ganz schwache Vorstellung. Die Mannschaft von Trainer Martin Schmidt, die bereits zum dritten Mal in den vergangenen sechs Jahren an der Auftakthürde scheiterte, unterlag beim Regionalligisten SC Verl verdient 1:2 (0:2) und hat eine Woche vor dem Bundesliga-Auftakt gegen Vizemeister Borussia Dortmund noch einen Berg an Arbeit vor sich.

Die Pokalsensation für die Hausherren begann durch ein Eigentor von Augsburgs Neuzugang Marek Suchy (9.). Vor der Pause erhöhte Ron Schallenberg (23.) für die Ostwestfalen, die sich zum ersten Mal seit 2010 und zum insgesamt sechsten Mal für den DFB-Pokal qualifiziert hatten. Der Anschluss durch Andre Hahn (83.) per Foulelfmeter kam zu spät, erstmals in der Vereinsgeschichte schaltete Verl einen Erstligisten aus.

Vor 4198 Zuschauern in der Sportclub Arena schenkte Schmidt in Florian Niederlechner, Carlos Gruezo, Mads Pedersen, Marek Suchy, Tim Rieder und dem tschechischen Nationaltorwart Tomas Koubek gleich sechs Neuverpflichtungen das Vertrauen in der Startelf.

"Wir müssen voll konzentriert an das Spiel rangehen und uns der Aufgabe annehmen", hatte Schmidt vor dem Spiel gefordert: "Für Verl wird das Spiel ein Highlight. Die Mannschaft wird höchst motiviert in die Partie starten und es uns auf keinen Fall leicht machen. Die Mentalität wird hier entscheidend sein."

Augsburg fehlt die Mentalität

Und genau diese "Mentalität" fehlte den Schwaben. Denn spätestens nach drei Minuten hätte seine Mannschaft gewarnt gewesen sein müssen, als der vermeintliche Verler Führungstreffer durch Yannick Langesberg fiel und nur aufgrund einer Abseitsstellung nicht gegeben wurde.

Nur wenige Augenblicke später zählte dann der zweite Treffer der Ostwestfalen. Nach einem langen Ball in den Lauf scheiterte Matthias Haeder zunächst freistehend am glänzend reagierenden Augsburger Keeper Koubek, den Abpraller köpfte Suchy unglücklich ins eigene Tor.

Augsburg, das im vergangenen Jahr erst im Viertelfinale an RB Leipzig gescheitert war, wirkte geschockt und konzeptlos. Nach der ersten ansatzweise nennenswerten Torraumszene durch Andre Hahn (20.), erhöhte Verl völlig verdient. Nach einer Traumkombination bediente Aygün Yildirim mustergültig den einlaufenden Schallenberg, der aus fünf Metern nur noch ins leere Tor einschob - dem Tor war jedoch in der Entstehung eine Abseitsstellung hervorgegangen.

Torhüter Robin Brüseke hält stark

In die geschlossen starke Mannschaftsleistung des SCV reihte sich auch Robin Brüseke ein. Der Torhüter der Platzherren zeichnete sich bei einem Distanzschuss von Michael Gregoritsch (30.) und jeweils im Eins-gegen-Eins gegen Hahn (40.) und Niederlechner (45.) aus und hielt die Führung vor der Pause fest.

Nach dem Seitenwechsel war der Viertligist wie schon zu Beginn der ersten Hälfte die bessere, bissigere Mannschaft - von den Augsburgern hingegen keinerlei Reaktion. Kein Aufbäumen, keine spielerischen Akzente, kaum Torchancen und auch nicht der notwendig gewesene Kampf, sodass Verl vom nächsten großen Gegner träumen darf.

DFB-Pokal, 1. Runde: Die Samstagsspiele im Überblick

Heim-TeamAuswärts-TeamErgebnisTorschützen

Kaiserslautern

1. FSV Mainz 052:0

1:0 Starke (63./FE)

2:0 Pick (90.)

Wacker Nordhausen

Erzgebirge Aue1:4

1:0 Mickels (22.)

1:1 Baumgart (38.)

1:2 Hochscheidt (57.)

1:3 Testroet (80.)

1:4 Testroet (84.)

SC Verl

FC Augsburg2:1

1:0 Suchy (8./ET)

2:0 Schallenberg (23.)

2:1 Hahn (83./FE)

Alemannia Aachen

Bayer Leverkusen1:4

0:1 Hackenberg (19./ET)

0:2 Volland (39.)

1:2 Batarilo-Cerdic (56.)

1:3 Bailey (72.)

1:4 Havertz (88.)

1. FC Magdeburg

SC Freiburg

0:1 n.V.0:1 Waldschmidt (92.)
TuS DassendorfDynamo Dresden

0:3

0:1 Löwe (37.)

0:2 Burnic (75.)

0:3 Röser (77.)

FC 08 VillingenFortuna Düsseldorf

1:3 n.V.

1:0 Ukoh (42.)

1:1 Ampomah (56.)

1:2 Ofori (102.)

1:3 Hennings (116.)

Drochtersen/Assel

FC Schalke 04

0:5

0:1 Skrzybski (44.)

0:2 Burgstaller (61.)

0:3 Caligiuri (65./FE)

0:4 Mercan (73.)

0:5 Burgstaller (83.)

Viktoria Berlin

Arminia Bielefeld

0:1

0:1 Voglsammer (15.)
SSV Ulm1. FC Heidenheim

0:2

0:1 Leipertz (7.)

0:2 Schnatterer (72./FE)

KSV BaunatalVfL Bochum

2:3

0:1 Ganvoula (18./FE)

1:1 Blahout (32.)

2:1 Schrader (45.+3)

2:2 Ganvoula (70.)

2:3 Ganvoula (73.)

Würzburger Kickers

TSG 1899 Hoffenheim

7:8 n.E.

0:1 Kaderabek (29.)

0:2 Bebou (54.)

1:2 Kaufmann (68.)

2:2 Vrenezi (75./FE)

2:3 Szalai (99.)

3:3 Pfeiffer (114.)

Atlas Delmenhorst

Werder Bremen

1:6

0:1 Osako (10.)

0:2 Moisander (19.)

1:2 Schmidt (30.)

1:3 Rashica (37.)

1:4 Klaassen (40.)

1:5 Pizarro (68.)

1:6 Pizarro (74.)

DFB-Pokal, 1. Runde: Die Ergebnisse vom Freitag

Heim-TeamAuswärts-TeamErgebnisTorschützen

KFC Uerdingen 05

Borussia Dortmund0:2

0:1 Reus (49.)

0:2 Alcacer (70.)

SV Sandhausen

Borussia M'Gladbach0:10:1 Thuram (18.)

FC Ingolstadt

1. FC Nürnberg0:10:1 Dovedan (87.)
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