Fussball

Yussuf Poulsen von RB Leipzig im Interview: "Kimmich war viel professioneller als ich"

Von Matthias Faidt
Lebten in Leipzig in einer WG zusammen: Joshua Kimmich und Yussuf Poulsen.

Am Samstagabend spielt Yussuf Poulsen mit RB Leipzig im ersten Pokalfinale der Vereinsgeschichte gegen den FC Bayern München (ab 20 Uhr im LIVETICKER). Mit SPOX und DAZN sprach der Stürmer über den abwanderungswilligen Timo Werner, Neu-Coach Julian Nagelsmann und das WG-Leben mit Joshua Kimmich.

Yussuf, Sie haben in der abgelaufenen Bundesliga-Saison sehr gut mit Timo Werner harmoniert. Warum?

Yussuf Poulsen: Timo macht in jeder Saison viele Tore. In der abgelaufenen Spielzeit kam ich auch noch dazu. Wir harmonieren so gut, weil wir inzwischen seit drei Jahren zusammenspielen. Wir kennen uns mittlerweile richtig gut und wissen genau, was wir machen müssen, um einander in Szene zu setzen.

Werner könnte Leipzig im Sommer verlassen. Wie traurig wären Sie, wenn Sie sich in der neuen Spielzeit auf einen neuen Sturmpartner einstellen müssten?

Poulsen: Klar wäre das traurig, wir legen uns gegenseitig viele Tore auf. Allerdings habe ich in dieser Saison auch oft mit Matheus Cunha gespielt. Er ist ebenfalls ein Top-Stürmer. Falls uns Timo also im Sommer verlässt, haben wir auf jeden Fall einen Ersatz, der auf diesem Niveau spielen kann. Letztlich ist es Timos Entscheidung. Er muss wissen, ob es für ihn jetzt der richtige Zeitpunkt ist.

Am Samstag treffen Sie im DFB-Pokalfinale auf den FC Bayern. Sie haben mit Joshua Kimmich in einer Wohngemeinschaft gelebt. Wie haben Sie diese Zeit in Erinnerung?

Poulsen: Jo war viel professioneller als ich, immer nach dem Motto: Ordnung muss sein. Er hatte zuvor ein paar Jahre in der Akademie des VfB Stuttgart gelebt. Dahingehend habe ich viel von ihm gelernt.

Wie sah Ihr Alltag aus?

Poulsen: Wie waren nicht gerade eine WG, in der ständig gefeiert wurde oder volles Haus war. Zudem ticken wir als Menschen unterschiedlich. Dementsprechend haben sich manche Dinge mit der Zeit entwickelt. Jo ist zum Beispiel nach und nach ein bisschen lockerer geworden - und ich professioneller. Mit Jo werde ich vermutlich mein ganzes Leben lang in Kontakt bleiben. Das ist im Fußball eher eine Ausnahme.

Gegen den FC Bayern wird Ralf Rangnick ein vorerst letztes Mal auf der Trainerbank sitzen. Bedauern Sie das?

Poulsen: Er bleibt ja im Verein und dementsprechend nah dran. Ralf Rangnick ist ein super Mensch - und er ist großartig in dem, was er macht. In Zukunft wird er eben wieder als sportlicher Direktor arbeiten. Auch auf diesem Gebiet macht er einen sehr guten Job. Da muss man sich nur anschauen, welche Spieler wir in den vergangenen Jahren verpflichtet haben.

Ab Sommer heißt Ihr Trainer dann Julian Nagelsmann. Was erwarten Sie?

Poulsen: Wie ich gehört habe, ist er ein Top-Trainer. Man sieht ja, wie er Fußball spielen lässt. Er verkörpert einen sehr interessanten und attraktiven Spielstil, der gut zu uns passt. Zudem ist er noch jung - wie unser Verein und viele unserer Spieler. Er wird sehr gut zu unserer Mannschaft und unserem Klub passen und hoffentlich genau der richtige Trainer für die kommenden Jahre sein.

Nagelsmann soll sehr hohe Ansprüche an seine Spieler haben.

Poulsen: Ich glaube, dass er seine Spieler enorm weiterbringen kann, wenn man bereit ist, seinen Weg mitzugehen. Egal welchen Trainer du hast oder in welchem Verein du spielst: Es gibt immer auch Spieler, die einen bestimmten Weg nicht mitgehen können, weil ihnen zum Beispiel vielleicht die oder andere Qualität fehlt. Wir werden sehen, wer unseren Weg mitgehen kann. Es wird auf jeden Fall eine Herausforderung, weil er die Mannschaft sehr fordert. Er schafft ein elitäres Umfeld - aber das braucht man auch, um sich täglich zu verbessern.

Yussuf Poulsen: Statistiken bei RB Leipzig 2018/19

StatistikWert
Spiele27
Einsatzminuten2454
Tore15
Torvorlagen3
Passquote60,8 Prozent
Zweikampfquote45 Prozent
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