Bruchhagen erklärt der Krise den Krieg

SID
Dienstag, 03.12.2013 | 17:35 Uhr
Heribert Bruchhagen hatte mit seiner Eintracht zuletzt wenig Freude
© getty
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Bei Eintracht Frankfurt geht die Angst vor dem Abstieg um. Im Pokalspiel gegen den Zweitligisten SV Sandhausen wollen sich die Hessen Selbstvertrauen holen.

Vorstandsboss Heribert Bruchhagen hat der Krise den Krieg erklärt. "Am Ende der Schlacht werden die Toten gezählt. Und wir sind mittendrin", sagte der Vorstandsboss des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt ungewohnt martialisch bei der Party zu seinem zehnten Dienstjubiläum am Montagabend im Eintracht-Museum.

Und da es Armin Veh vor dem Achtelfinale im DFB-Pokal am Mittwoch gegen den Zweitligisten SV Sandhausen (Mi., 20.30 im LIVE-TICKER) anscheinend nötig hatte, sprach Bruchhagen seinem Trainer Mut zu: "Armin, es wird gutgehen!"

In der Mannschaft zweifeln allerdings die ersten daran, dass es am Ende gut ausgehen wird. Die Angst vor dem dritten Abstieg innerhalb eines Jahrzehnts (2004 und 2011) geht nach neun Punktspielen ohne Sieg um. Kapitän Pirmin Schwegler fand deshalb deutliche Worte.

"Können nicht jammern"

"Wir laufen rum wie kleine Lämmchen. Wir können nicht jammern und am Ende absteigen und dann immer noch diskutieren. Wir müssen uns dem stellen", sagte der Schweizer.

Stellen muss sich das Überraschungsteam der Vorsaison zwar erst einmal Sandhausen, doch eigentlich sind die Hessen mit ihren Gedanken schon beim Kellerduell am Samstag gegen 1899 Hoffenheim.

"Wir müssen zusehen, dass wir uns in der Bundesliga zusammenreißen, sonst wird es richtig eng", sagte Außenverteidiger Sebastian Jung der Bild-Zeitung mit Blick auf das Duell zwischen dem Viert- und dem Fünftletzten: "Wir müssen unsere Leistung 90 Minuten auf den Platz bringen."

Mehr Punkte international als in der Liga

Was die Frankfurter leisten können, zeigten sie bisher nur in der Europa League. Dort holten die Hessen in ihren fünf Gruppenspielen mehr Punkte (12) als in ihren 14 Bundesligapartien (11). Doch diese Doppelbelastung, die nach dem Einzug in die erste K.o.-Runde auch im nächsten Jahr weitergehen wird, kann die Eintracht aufgrund der Verletzungsmisere derzeit nicht verkraften.

"Grundsätzlich haben die vielen Verletzungen sicher etwas mit der hohen Belastung zu tun", sagte Veh am Dienstag: "Wir brauchen unsere wichtigen Leute zurück, um wieder Spiele gewinnen zu können."

So sieht es auch Bruchhagen. "Wir können die fehlenden Korsettstangen nicht adäquat ersetzen", sagte der 65-Jährige mit Blick auf die Verletztenliste. Zuletzt fehlten die sechs Stammkräfte Alexander Meier, Stefan Aigner, Bamba Anderson, Marco Russ, Stefano Celozzi und Sebastian Rode. Letzter wird gegen Sandhausen wohl wieder einsatzfähig sein.

Sanktion wegen Fan-Ausschreitungen droht

Und als hätte die Eintracht nicht schon genügend Probleme, muss der Klub nach den Ausschreitungen seiner Anhänger rund um das zurückliegende Europa-League-Spiel bei Girondins Bordeaux (1:0) mit einer Sanktion durch die Europäische Fußball-Union rechnen.

"Es wurde ein Disziplinarverfahren eröffnet. Der Fall wird am 11. Dezember behandelt. Über die Maßnahme entscheidet die Kontroll- und Disziplinarkammer", bestätigte ein UEFA-Sprecher.

Pyrotechnik in Bordeaux

Eintracht-Fans hatten am vergangenen Donnerstag in Frankreich in großem Stil Pyrotechnik abgebrannt. Zudem gab es Auseinandersetzungen zwischen mitgereisten Anhängern, Ordnern und der Polizei.

Da die Eintracht in der laufenden Europacup-Saison bereits 40.000 Euro Strafe für zwei Pyro-Vergehen zahlen musste, droht nun sogar ein Teilausschluss der Zuschauer beim Heimspiel in der ersten K.o.-Runde im Februar. Sportchef Bruno Hübner ist bereits in Sorge: "Das wäre eine Katastrophe für uns und unsere Fans."

Die Daten zum Spiel

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