Fussball

FC Bayern: Kokolores am Geburtstag

Von Für SPOX an der Säbener Straße: Thomas Gaber
In der Bundesliga-Hinrunde trennten sich Bayern und Dortmund 1:1
© getty

Der FC Bayern hält sich mit Kampfansagen Richtung Pokalgegner Dortmund (20.15 Uhr im LIVE-TICKER) zurück - mit einer Ausnahme. Trainer Jupp Heynckes dankt dem BVB auf seine Weise und ist auf alles vorbereitet - mit einer Ausnahme.

Wenn Jupp Heynckes mit Journalisten spricht, fühlt er sich bisweilen nicht genug wertgeschätzt. Fehlt ihm die Würdigung seiner Arbeit, unterstellt er dem jeweiligen Gesprächspartner keine Absicht, erinnert dann aber gerne an das, was er in seinem Fußball-Leben in den letzten 50 Jahren geleistet hat.

Als ein Journalist letzten Samstag anlässlich des 1000. Bundesliga-Spiels von Heynckes als Spieler und Trainer wissen wollte, ob es Heynckes' Ziel sei, den Rekord von Otto Rehhagel (1033 Spiele) zu brechen, reagierte der Bayern-Coach irritiert und stellte die Zählweise infrage.

"Ich war ja zwischendurch einige Jahre in Spanien tätig. Wenn man die Spiele mitzählen würde, läge ich klar vor Otto", sagte Heynckes.

BVB bringt Bayern Demut

Vor dem Kracher im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund (20.15 Uhr im LIVE-TICKER) gab's die nächste Episode. Der BVB sei mitnichten ein "Angstgegner" des FC Bayern, den habe der Verein per se nicht.

Außerdem hätten die Bayern in den letzten beiden Liga-Heimspielen gegen Dortmund (0:1 und 1:1) jeweils "einen Sieg verdient" gehabt und in dieser Saison sei man ja auch noch ungeschlagen gegen Schwarz-Gelb.

"Man darf den Supercup-Sieg nicht vergessen, das war ein offizieller Wettbewerb! Bei uns wird das aber immer gerne unter den Teppich gekehrt", so Heynckes.

Immerhin aber habe der BVB mit seinen Erfolgen in den letzten beiden Jahren dafür gesorgt, dass in München ein wenig Demut und Bescheidenheit eingekehrt sei.

"Ich freue mich, dass Dortmund erfolgreich ist, dann wird der FC Bayern herausgefordert, dann ist hier in München nicht alles selbstverständlich, dann freut man sich auch mal wieder, wenn man deutscher Meister wird", sagte Heynckes. Ein Dankeschön der besonderen Art.

Breitner: "Bayern klar besser"

Die Freude wäre noch größer, wenn der FC Bayern mal wieder ein Spiel gegen Dortmund gewinnen würde - bei allem Respekt vor der Bedeutung des Supercups. Das Pokal-Duell ist auch für Heynckes zu wichtig, um eine vernünftige Vorbereitung durch etwaige nutzlose Provokationen Richtung Westfalen aufs Spiels zu setzen.

Heynckes: "Ich bin nicht der Typ für Kampfansagen. Am liebsten spiele ich nur gegen die gegnerische Mannschaft als gegen irgendwelche Äußerungen. Das ist meistens nur kontraproduktiv."

Da hat der Coach die Rechnung aber ohne Paul Breitner gemacht. Der FCB-Markenbotschafter haute gegenüber der Münchner "AZ" einen raus: "Keine Frage: wir gewinnen - so stark wie unser Team diese Saison spielt. Wir sind die klar bessere Mannschaft - individuell und als Ganzes sowieso. Und die Statistiken sind Kokolores, das juckt unser Team nicht."

Robben brennt

Einig sind sich die Bayern darüber, dass der Ausfall von Franck Ribery (Rot-Sperre) schwer zu kompensieren ist. Für Toni Kroos ist der Franzose nicht adäquat zu ersetzen und für Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge ist Ribery "nicht nur der beste Spieler des FC Bayern, sondern der beste Spieler der Bundesliga."

Heynckes setzt sein Vertrauen voll in Arjen Robben, der anstelle von Ribery in der Startelf stehen wird.

"Arjen ist in einer guten Verfassung, er brennt. Ich hoffe, dass er das gegen Dortmund umsetzen kann, so wie im letzten Spiel. Vielleicht setzt er sogar noch einen drauf. Ob er rechts oder links spielt, ist im Moment sekundär. Er und Thomas Müller ergänzen sich, das ist entscheidend."

Arjen Robben: Her mit der Hauptrolle!

Heynckes vergisst Geburtstag

Generell habe der FC Bayern alle Trümpfe in der Hand und entscheidet selbst über den Ausgang des Pokal-Duells. "Wir sind gut drauf und hochmotiviert. Meine Mannschaft hat soviel Selbstbewusstsein und Vertrauen in die eigene Leistung, dass wir das Spiel gewinnen werden", orakelt Heynckes.

Der Bayern-Trainer ist auf alles vorbereitet, auch auf ein mögliches Elfmeterschießen: "Auch da wären wir gut aufgestellt."

Eines hatte Heynckes dann aber doch nicht auf dem Schirm: Am Mittwoch feiert der FC Bayern seinen 113. Geburtstag: "Das habe ich glatt vergessen. Wieder ein Jubiläum: erst mein 1000. Spiel, dann Geburtstag. Na dann kann ja nichts schief gehen!"

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Bayern: Neuer - Lahm, van Buyten (Boateng), Dante, Alaba - Schweinsteiger, Martinez - Müller, Kroos, Robben - Mandzukic

Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Gündogan, Bender - Blaszczykowski, Götze, Reus - Lewandowski

Schiedsrichter: Knut Kircher

FC Bayern vs. Borussia Dortmund: die Bilanz gegeneinander

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