Arjen Robben drängt ins Team

Her mit der Hauptrolle!

Von Andreas Lehner / Stefan Rommel
Montag, 25.02.2013 | 20:03 Uhr
Arjen Robben ist nur glücklich, wenn er auch spielen darf
© getty
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Arjen Robben ist einer der Edelreservisten beim FC Bayern. Mit vereinzelten Einsätzen wird er sich auf Dauer nicht zufrieden geben. Im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Borussia Dortmund (Mi., 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) kehrt er endlich auf die große Bühne zurück.

Als sich der Aufzug öffnete, hatten Bernadien Robben und ihr Ehemann einiges zu besprechen. Das 6:1 der Bayern gegen Werder Bremen war gut eine Stunde alt, als sich die beiden Robbens mit den Kindern Luka, Lynn und Kai auf den Weg aus den Katakomben der Allianz Arena nach Hause machten. Und über Fußball diskutierten.

Ohne geht es einfach nicht. Nicht umsonst hatte Arjen Robben einst erzählt, seine Gemahlin sei seine schärfste Kritikerin. Momentan dürfte sie nicht viel zu meckern haben. Arjen Robben hat sich nicht erst durch sein starkes Spiel gegen Bremen wieder nachhaltig ins Spiel gebracht. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Die schwerste Saison bei Bayern

In den letzten vier Pflichtspielen hat Robben zwei Tore erzielt, drei direkt vorbereitet und zwei weitere mit einem entscheidenden Pass quasi erst eingeleitet. Keine schlechte Statistik für einen, der in der an Rekorden nicht eben armen Vorrunde der Bayern kaum zum Zug gekommen war.

Die vierte Saison beim deutschen Rekordmeister ist sicherlich Robbens schwerste. Da waren Verletzungen und verletzte Eitelkeiten und eine Mannschaft, die auf wundersame Weise auch ohne ihn zu funktionieren schien.

Anwalt der Ergänzungsspieler

Robben musste sich gedulden. Zwei Kurzeinsätze gegen Fürth und Mainz und eine Nichtberücksichtigung in Stuttgart, mehr gab es nicht zu Beginn der Rückrunde. Dazu die wirkungsvollen Bilder aus Stuttgart, als Robben mit ernster Miene an der Bande lehnte und aus Mainz, als er kurz nach Schlusspfiff die Handschuhe wegschmiss und sofort in die Kabine stürmte. Es brodelte.

Das Stoppen der Zeit zwischen Schlusspfiff, Dusche, Föhnen und im Bus sitzen wurde zwischenzeitlich zu einem beliebten Sport der Medien. Robben machte keinen Hehl daraus, dass er nicht zufrieden war mit seiner Situation, verlor dabei aber nie das Maß. Er wusste auch, dass er wenige Argumente auf seiner Seite hatte. Die Mannschaft funktioniert, der Erfolg ist da und Heynckes rotiert.

Nach dem Sieg über Bremen gab er sich sogar als Anwalt der Ergänzungsspieler: "Ich freue mich auch für die anderen Spieler, es waren ja wieder sechs neue auf dem Platz. Es ist nicht einfach, wenn du ohne Spielpraxis ins Spiel reinkommst."

Dortmund ist die richtige Bühne

Für Robbens Anspruch ist das zu wenig. Er ist kein Spieler für die Jokerrolle, er ist ein Hauptdarsteller. "Ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass ich die Mannschaft besser machen kann, wenn ich total fit bin", sagte er nach dem Rückrundenauftakt dem "Kicker".

Spiele wie gegen Bremen oder Schalke, die er über 90 Minuten bestreiten durfte, machen ihn zufriedener. Man braucht sich nur den Jubel nach dem 1:0 gegen Bremen anschauen und ihn mit dem nach dem 2:0 in Wolfsburg vergleichen.

Robben wähnt sich auf dem Weg zurück, seine Daten sprechen für ihn. Jetzt fehlt nur noch die große Bühne für den großen Spieler. Borussia Dortmund ist dafür der passende Gegner, wenn schon nicht Champions League ist. Dass Robben spielen wird, steht außer Frage. Diese Entscheidung hat Ribery seinem Trainer schon Mitte Dezember mit seiner Roten Karte in Augsburg abgenommen.

Wo ist Robbens Platz?

Viel interessanter wird aber zu sehen sein, wie Heynckes in den kommenden Wochen mit seinem Angebot in der Offensive umgeht.

Ein kleiner Hinweis könnte schon die Anordnung gegen den BVB sein. Zieht Heynckes Müller vom rechten Flügel ab, obwohl dieser den Platz auf der linken Außenbahn nicht als seine "Paradeposition" bezeichnet? Oder rückt Robben als Ribery-Ersatz nach links außen, obwohl dieser meint: "Rechts ist es mir ein bisschen lieber."

Dass Müller zukünftig in die Mitte versetzt wird und Robben wieder auf rechts, scheint unwahrscheinlich, da Heynckes im Zentrum einen Spielmachertyp wie Toni Kroos bevorzugt.

Kroos antwortete am Dienstag sehr diplomatisch auf die Frage, wie sich die Besetzung der linken Seite auf sein Spiel auswirken könnte. Ribery sei zwar eins zu eins nicht zu ersetzen, aber "ich kann auch mit Thomas und Arjen sehr gut harmonieren."

Robben voller Ehrgeiz

Robben will der ganzen Diskussion nicht zu viel Bedeutung beimessen. "Wir können auch im Spiel wechseln. Gegen Arsenal kam ich auch rein für die linke Seite, danach habe ich auch ein bisschen rechts gespielt." Dort leitete er das 3:1 von Mario Mandzukic mit einem guten Pass auf Philipp Lahm ein.

Robben ist in jeder Minute anzusehen, wie heiß er auf mehr Spielzeit ist. Er rennt, dribbelt und schießt. In manchen Situationen überzieht der Holländer auch. Dann verpasst er das Abspiel zur richtigen Zeit, geht in ein Dribbling zu viel oder schließt zu eigensinnig ab. Sein Ehrgeiz steht ihm auch ab und an im Weg.

"Manchmal wollen einige Leute Dinge sehen, die nicht da sind", sagt Robben dazu und wischt die Bedenken weg. "Wenn ich auf dem Platz stehe, spiele ich einfach Fußball. Und das nicht anders als sonst. Es macht einfach Spaß, wieder auf dem Platz zu stehen."

Die Karrierestatistiken von Arjen Robben

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