Norbert Dickel im Interview

Dickel: "Für uns wird das ein Heimspiel"

Von Interview: Stefan Petri
Freitag, 11.05.2012 | 13:30 Uhr
Norbert Dickel möchte gegen Bayern das erste Double der Dortmunder Vereinsgeschichte feiern
© Getty
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Er ist die Stimme von Borussia Dortmund. Als Stadionsprecher, vor allem aber als hoch emotionaler Kult-Kommentator des BVB-Fanradios, erlangte Norbert Dickel Berühmtheit bis weit über die Dortmunder Stadtgrenzen hinaus. Im SPOX-Interview spricht er über das Pokal-Finale, den Dortmunder Fan-Ansturm und Currywurst bis zum Abwinken.

SPOX: Herr Dickel, Sie könnten im Spiel gegen die Bayern Geschichte schreiben und als Erster das Double schaffen: Pokalsieger als Spieler und Stadionsprecher. Das ist ein enormer Druck, der da auf Ihnen lastet, oder?

Norbert Dickel: (lacht) Auf mir? Auf meiner Person lastet kein Druck, nein.

SPOX: Der BVB hat die Bayern viermal in Serie besiegt. Da ist man Favorit, oder?

Dickel: Das sehe ich nicht so. Die Chancen stehen 50:50, ganz klar. Bayern hat eine Super-Mannschaft, wir haben eine Super-Mannschaft. Es ist ein Endspiel, da gibt es für mich keinen Favoriten.

SPOX: Die Borussia ist Meister, hat den Titel verteidigt, dabei Rekorde gebrochen wie am Fließband. Ist das die beste Dortmunder Elf aller Zeiten?

Dickel: Es wäre falsch, andere erfolgreiche Dortmunder Mannschaften jetzt durch so eine Aussage abzuwerten. Trotzdem: Fantastisch, was die Jungs in diesem Jahr geleistet haben, was die Trainer geleistet haben, was das Umfeld geleistet hat. Und das war nach der Meisterschaft im letzten Jahr sicherlich nicht so zu erwarten.

SPOX: Gegen die Bayern das Double zu holen wäre eine ganz besondere Genugtuung, oder? 2008 hat man noch das Finale verloren.

Dickel: Wir empfinden sportlich eine große Rivalität zu den Bayern, in den vergangenen zwei Jahren hat man das gespürt. Aber das hat nichts mit Genugtuung zu tun. Wir wollen den Pokal nach Dortmund holen, das ist unser Ziel. Deshalb freuen wir uns auf das Spiel. Wir haben alle großes Vertrauen in die Mannschaft.

SPOX: Wie wird die Atmosphäre sein? Rechnen Sie damit, dass es für den BVB eine Art Heimspiel werden wird?

Dickel: Auf jeden Fall. Ich weiß gar nicht, wie viele tausend Dortmunder nach Berlin fahren, die überhaupt keine Karte haben. Die wollen alle einfach dabei sein. Für die Waldbühne waren innerhalb von einer Stunde zehntausend Karten weg - das ist alles Wahnsinn!

SPOX: Was unterscheidet einen Bayern-Fan vom Dortmund-Fan?

Dickel: Ich glaube, dass unser Slogan einfach zutreffend ist: "Echte Liebe." Unsere Fans lieben den Verein und würden alles für ihn tun. Das ist etwas ganz Besonderes, etwas Tiefes, auch die Nähe, die wir zu unseren Fans haben. Ich glaube, dass das jeder im Stadion spürt und dass wir deshalb auch so eine große Anhängerschaft haben. Dazu kommt die fantastische Mannschaft, ein überragender Trainer und ein geniales Umfeld.

SPOX: Eine Woche später spielen die Bayern im Champions-League-Finale. Fiebern Sie dann mit den Münchnern mit?

Dickel: Natürlich gönne ich den Bayern das Champions-League-Finale. Ich wohne ja im Ruhrgebiet und nicht in der Schweiz oder in Spanien. Ich kenne Uli Hoeneß und Franz Beckenbauer gut und wünsche ihnen den Titel. Das ist völlig klar.

SPOX: Vor welchem Bayern-Spieler haben Sie persönlich am meisten Respekt?

Dickel: Ich würde das lieber so beantworten: Die Bayern dürfen durchaus Respekt vor unserer gesamten, im Kollektiv funktionierenden Mannschaft haben. Ich habe sehr viel Vertrauen in unsere Mannschaft und keine Angst vor einem gegnerischen Spieler. Unser Kollektiv hat in den vergangenen zwölf Monaten einfach gigantisch funktioniert.

SPOX: Kurz zu Ihrer Karriere: Sie haben den Pott ja selbst geholt, 23 Jahre ist das jetzt her. Zwei Tore gegen Bremen damals, der größte Moment ihrer Karriere?

Dickel: Mit Abstand.

SPOX: Sie gingen nach einer Knieverletzung angeschlagen in die Partie, sie hatten auch Schmerzen während des Spiels. Danach ging's eigentlich nie mehr wirklich weiter. Haben sie sich im Finale ihre Karriere ruiniert?

Dickel: Nein, auf keinen Fall. Das, was ich hatte (entfernter Meniskus, Knorpelschaden, Arthrose, Anm d. Red.), kann man einfach nicht reparieren. Das war mein Pech. Ich habe ja ein Jahr lang geglaubt: Morgen wird's besser! Das dauert aber bis heute an.

SPOX: Also heute geht gar nichts? Auch kein Freundschaftskick?

Dickel: Nein. Völlig unmöglich.

SPOX: Dem BVB sind sie treu geblieben. Sie kommentieren die Spiele im Net-Radio und sind Stadionsprecher. War es Ihnen schon als Spieler klar, dass es in diese Richtung gehen soll?

Dickel: Da bin ich reingerutscht. Der Präsident mich angerufen und gesagt: "Kannst du das machen? Du wärst der richtige Mann!" Später kamen die Fernsehmoderationen im Stadion und das Radio dazu. Mittlerweile moderiere ich auch unseren eigenen Fernsehkanal "BVB total!".

SPOX: Ihre Auftritte im Radio sind Kult, nicht nur bei BVB-Fans. Wofür sind Sie bei den Fans berühmter: Für die Leidenschaft am Mikro oder für die zwei Buden gegen Bremen?

Dickel: Ich glaube, das ist eine Kombination. Es stehen viele auf der Südtribüne, die mich gar nicht haben spielen sehen. Beim Radio ist es so: Ich bin nicht nur ehemaliger Spieler und Angestellter des Vereins, ich bin ja auch noch Fan des Klubs und der Mannschaft. Das ist dann natürlich auch eine hochexplosive Mischung.

SPOX: Darauf wollte ich gerade zu sprechen kommen: Sie haben sich auch schon mitreißen lassen von den Emotionen. Ist Ihnen in dem Moment am Mikro schon klar, dass es Ärger geben könnte?

Dickel: Nein. Ich hab ja mal in Anführungsstrichen "Du Blinder!" gesagt, als Mario Götze von Wolfgang Stark Rot bekommen hat. Natürlich tut mir das dann leid. Aber das ist ja auch Fanradio, das darf man auch nicht vergessen. Wir machen das für unsere Fans. Inzwischen hören aber anscheinend so viele zu, dass man da auch schon mal größeren Ärger bekommen kann. Dass man "Korinthenkacker" nicht sagen darf, ist uns bewusst. Das ist ja auch nicht die Regel, sondern dem geschuldet, dass Boris Rupert und ich beide große Fans sind.

SPOX: Haben Sie auch Kontakt zu anderen Stadionsprechern?

Dickel: Ich bin schon ein paar Jahre mit Arnd Zeigler aus Bremen befreundet. Mit Till Uhlig von Hannover habe ich zusammen die WM 2006 gemacht. Ich kenne auch Andi Wenzel von der Nationalmannschaft. Aber dass wir zusammensitzen und uns austauschen, was man ändern könnte, das gibt es nicht.

SPOX: Sie sind vor kurzem unter die Sänger gegangen.

Dickel: Das ist einfach der momentanen Situation beim BVB geschuldet: Spaß, Freude, tolle Mannschaft. Das soll sich im Lied widerspiegeln. Ich will damit ja nicht nach Baku.

SPOX: Wie kam es denn an bei den Spielern?

Dickel: Die finden das gut! "Borussia, schenk uns die Schale", das ist einfach ein lustiges Lied. Die Melodie kennt jeder. Man sollte im Leben nicht immer alles allzu ernst nehmen. Wir wollen Freude damit verbreiten, mehr nicht.

SPOX: Sie haben zuletzt eine Currywurst-Bude in Dortmund aufgemacht. Eine knallharte Geschäftsidee?

Dickel: Seit 20 Jahren sage ich: Irgendwann kriege ich mal eine Currywurst-Bude. Ich liebe Currywurst! Man isst in seinem Leben hunderte Currywürstchen und denkt: Dies und das könnte aber besser sein. Wir haben versucht, es so hinzukriegen, dass es für uns die Beste ist. Palmöl, gute Fritten, Metzgerwürste. Die Soße hab ich in nächtelanger Arbeit zusammengewurschtelt. Das ist einfach eine qualitativ hochwertige Speise.

SPOX: Wenn die Mannschaft den Pokal holt, geben Sie sicher eine Runde aus.

Dickel: Dann können die so lange essen, wie sie wollen. Bis sie nicht mehr können!

SPOX: Eine möglichst genaue Prognose zum Abschluss?

Dickel: Die ersten 45 Minuten des 34. Spieltags haben mich von unserer Mannschaft sehr beeindruckt. Da ging es zwar um einen ganz besonderen Rekord, aber es bleibt der 34. Spieltag und man war bereits Meister. Doch wie die Mannschaft da aufgetreten ist, das war unfassbar und stimmt mich zuversichtlich, dass wir auch das Pokalfinale gewinnen.

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