Nach BVB-Kritik: DFB erwägt Veränderungen

SID
Mittwoch, 08.02.2012 | 14:36 Uhr
Während des Spiels stand vor allem der BVB im Vordergrund, nach dem Spiel der Rasen
© Getty
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Nach der Kritik des Deutschen Meisters Borussia Dortmund an den Platzverhältnissen im Pokal-Viertelfinale bei Holstein Kiel, hat der DFB reagiert und Veränderungen in Erwägung gezogen.

Es war eine Mischung aus Erleichterung und Wut, mit der Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke das Holstein-Stadion verließ. Große Freude über den 4:0 (2:0)-Sieg im Viertelfinale des DFB-Pokals beim Viertligisten Kiel war nicht zu erkennen.

"Das war in der zweiten Hälfte Schlittschuhlaufen, extrem gefährlich für die Spieler. Der DFB muss da reagieren", forderte der BVB-Macher. Der ungefährdete Sieg des amtierenden Deutschen Meisters gegen den Meister von 1912 ging in der Rasendiskussion fast unter.

DFB: "Wir haben Verständnis"

Konkret will Watzke eine Rasenheizungs-Pflicht ab dem Viertelfinale. Die gab es im Kieler Stadion nämlich nicht und auch der Versuch, den Platz mithilfe eines wärmenden Zeltes bis kurz vor Anpfiff warm zu halten, ging bei Temperaturen um zehn Grad unter Null nur in den ersten Spielminuten auf.

Auf Anfrage teilte der DFB über Mediendirektor Ralf Köttker mit: "Wir haben durchaus Verständnis und alle das gemeinsame Interesse, die bestmöglichen Bedingungen zu schaffen. Wir nehmen deshalb jedes Argument sehr ernst und befassen uns auch mit der Frage, ob eine Anpassung der Durchführungsbestimmungen sinnvoll wäre."

Verletzt hatte sich auf dem zunächst feuchten, später vereisten Rasen glücklicherweise niemand, echte Bodenhaftung gab es gegen Ende der Partie aber auch nicht mehr. Reihenweise lagen die Spieler auf dem Allerwertesten. "Die Verletzungsgefahr war immens groß, das war der härteste Boden, auf dem ich je gespielt habe", sagte BVB-Torwart Mitch Langerak.

Klopp: "Das waren brandgefährliche Bedingungen"

"Wir sind froh, dass wir es hinter uns gebracht haben. Das waren brandgefährliche Bedingungen", sagte Trainer Jürgen Klopp, der eine weitere These in den Raum stelle. "Es war ein Live-Spiel im Fernsehen. Deshalb musste man das eben durchziehen", sagte Klopp, der von "irregulären Bedingungen" sprach.

Mit denen der BVB aber besser zurecht kam als der Außenseiter: Robert Lewandowski (11.) und Shinji Kagawa (18.) hatten schon früh für klare Verhältnisse gesorgt und den 11.522 Zuschauern im ausverkauften Holstein-Stadion die Hoffnung auf die nächste Pokalsensation genommen.

Der eingewechselte Lucas Barrios (80.) und Ivan Perisic (87.) machten den Sack in der Schlussphase endgültig zu. "Großes Lob und Respekt an Kiel", sagte Klopp. "Aber wir haben im richtigen Moment die Tore geschossen, das war sehr wichtig."

Traum vom Double lebt beim BVB weiter

Und so lebt der schwarz-gelbe Traum, die Vorsaison mit der Meisterschaft noch einmal zu toppen, weiter, auch wenn das Wort "Double" beim Tabellenführer noch tabu ist. "Davon sind wir weit entfernt", sagt Watzke. Doch während das "M-Wort" Meisterschaft 14 Spieltage vor Saisonende niemand in den Mund nimmt, wird wenigstens vom Pokalsieg geredet.

"Jetzt wünschen wir uns ein Heimspiel im Halbfinale", sagt Verteidiger Mats Hummels. "Natürlich wollen wir das gewinnen und nach Berlin zum Finale fahren. Und da will man natürlich auch gewinnen, daher kann man sagen, dass die Zielsetzung jetzt der Pokalsieg ist." Und bei dem derzeitigen Lauf des BVB ist auch das Double nicht ausgeschlossen.

BVB weiter ohne Gegentor

Ohne Gegentor sind die Dortmunder nun ins Pokal-Halbfinale eingezogen. Die bisher letzte Bundesliga-Niederlage musste der Meister im Spätsommer 2011 hinnehmen - im September beim 1:2 im Auswärtsspiel gegen Hannover 96. Selbst Franz Beckenbauer hat den BVB inzwischen zum Titelfavoriten erklärt.

Freuen kann sich Dortmund über weitere Mehreinnahmen in Höhe von 1,75 Millionen Euro für den Halbfinal-Einzug. Die Auslosung der Vorschlussrunde wird am Samstag im "Aktuellen Sportstudio" (ZDF) durch Nationalspielerin Kim Kulig vorgenommen. Die können die Dortmunder bei ihrer aktuellen Form ganz entspannt auf sich zukommen lassen.

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