Dienstag, 20.12.2011

Vor dem Pokal-Achtelfinale

Die Ligamisere muss raus aus den VfB-Köpfen

Nach den jüngsten Negativergebnissen steht auch VfB-Trainer Bruno Labbadia im Pokalspiel gegen den Hamburger SV unter Druck. Bei einem Ausscheiden des VfB Stuttgart dürfte die Weihnachtszeit nicht sonderlich besinnlich werden.

Rincon (2. v. l.) und Robert Tesche (M.) werden auch dieses Mal versuchen, Cacau (r.) zu stoppen
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Rincon (2. v. l.) und Robert Tesche (M.) werden auch dieses Mal versuchen, Cacau (r.) zu stoppen

Ende Oktober noch "brutal stark", inzwischen ziemlich schwach: Der VfB Stuttgart hat in den letzten Wochen mit sehr dürftigen Leistungen in der Fußball-Bundesliga aus einer guten eine sehr mäßige Hinrunde gemacht.

Sollten die Schwaben nun am Mittwoch gegen den Hamburger SV auch das DFB-Pokal-Achtelfinalspiel verlieren, wäre das erste Halbjahr 2011 wieder einmal verkorkst.

VfB: Ein Sieg aus acht Spielen

"Die Gesamtsituation darf uns jetzt nicht interessieren, bis Mittwochabend zählt nur das Weiterkommen im Pokal", sagte Trainer Bruno Labbadia vor dem Duell gegen seinen Ex-Klub angesichts einer zuletzt miserablen Bilanz in der Liga.

BlogSich reinhauen für den Vitrinenschrank

Lediglich einen Sieg hat der VfB aus den vergangenen acht Spielen geholt und damit den Kontakt zur Spitzengruppe abreißen lassen müssen. Zugleich droht ein neuerlicher Absturz und selbst der Tabellenkeller nähert sich bedrohlich.

Beste Vorrunde seit drei Jahren

Obwohl der VfB nach dem Beinahe-Abstieg der Vorsaison zunächst mit dem Ligamittelfeld leben kann und die 22 Punkte immer noch der beste Vorrundenwert seit drei Jahren sind, sind die Verantwortlichen alarmiert.

"Dass wir Schwankungen bekommen würden, war uns klar. Aber es ist enttäuschend, wie fahrlässig wir sind. Wir haben uns alles kaputt gemacht", sagte etwa Labbadia nach dem ernüchternden 0:1 in Wolfsburg schonungslos.

HSV-Spiel zweischneidiges Schwert

Die Begegnung mit dem HSV könnte nun einen zweiseitigen Effekt haben. Einmal kann sie als Katalysator dienen, der die schlechten Dinge herausbläst und die guten zum Antrieb nutzt. Andererseits kann sie dem VfB-Motor auch weitere Schadstoffe zuführen und das Getriebe ziemlich lahmlegen.

Labbadia fordert vor dem Duell mit seinem Ex-Klub von seiner Elf, all das beiseite zu schieben. "Wir müssen die letzten Wochen aus den Köpfen kriegen. Es macht jetzt wenig Sinn, über Dinge nachzudenken, die die Saison betreffen", sagte er im Bewusstsein, dass der Ergebnisdruck auch an ihn gestiegen ist.

Klopp: "Brutal starker VfB"

Noch vor etwa sieben Wochen beim 1:1 gegen Meister Borussia Dortmund hatte Stuttgart ein begeisterndes Spiel geboten, schien realistische Chancen auf einen Platz im oberen Drittel zu haben. BVB-Trainer Jürgen Klopp hatte da einen "brutal starken VfB" gesehen.

Seither aber krampft sich der deutsche Meister von 2007 mehr oder weniger durch die Liga. Selbst der einzige Sieg gegen den FC Augsburg war nur Stückwerk.

Bobic appelliert an die Ehre

Fredi Bobic packte die Mannschaft deshalb vorsichtshalber schon einmal an der Ehre. "Ich erwarte, dass die Spieler über die volle Spieldauer Leidenschaft und Engagement zeigen", sagte der VfB-Sportdirektor. Der HSV sei "auf Augenhöhe" und nur mit dem "größeren Willen" zu besiegen.

Für Labbadia und Bobic wird die Reaktion der Elf ein wichtiges Indiz für die Gespräche der Winterpause liefern. Bobic hält nach Verstärkungen Ausschau, der VfB sei in jedem Falle "handlungsfähig", stellte er klar.

Vor allem die Offensive hat Bobic dabei im Visier, denn weder Nationalspieler Cacau, noch Pawel Pogrebnjak oder der wiedergenesene Julian Schieber präsentierten sich in angemessener Form.

Keine Lust auf Abstiegskampf

Hält die VfB-Misere am Mittwoch an, ist die Situation in der Liga auch durch den Pokal nicht mehr zu übertünchen. Die Diskussionen könnten bald etwas grundsätzlicher werden und sich nicht nur um ein Sturmproblem drehen.

"Wenn man so eine Serie spielt, muss man aufpassen, dass man nicht hinten reinrutscht", sagte Bobic zuletzt. Auf Abstiegskampf haben sie aber in Stuttgart definitiv keine Lust.

Der DFB-Pokal im Überblick

Glanzloser BVB, clevere TSG, wackelnder HSV
Borussia Dortmund - Dynamo Dresden 2:0: Das größte Feuerwerk war schon vor der Partie zu sehen. Unverbesserliche Dynamo-Fans hüllten den Signal Iduna Park in Rauch
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Als der Ball dann endlich rollte, war der BVB der Herr im Haus. Dresden blieb trotzdem bissig und versuchte wie hier Mickael Pote, sein Revier (auch unfair) zu markieren
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Am Ende war trotzdem kein Kraut gegen den Meister gewachsen. Zuerst Robert Lewandowski, dann Mario Götze sorgten für einen verdienten, aber glanzlosen Pokalerfolg
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Eintracht Trier - Hamburger SV 1:2 n.V.: Was für ein Pokal-Fight in Trier. Der Gastgeber hatte die Hanseaten am Rande einer Blamage
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Da konnte Thorsten Fink so viel gestikulieren, wie er wollte. Trier war die tonangebende Mannschaft und ging zurecht in Führung
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Dank Marcus Berg und einem Kunstschuss von Dennis Aogo in der Verlängerung kam der HSV noch mal mit einem blauen Auge davon. Trotzdem: Respekt an die Eintracht
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1899 Hoffenheim - 1. FC Köln 2:1: Vor gerade mal 16.000 Zuschauern gehörte die Anfangsphase den Kölnern und Lukas Podolski. Der Lohn: Jajalos Führungstreffer
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Doch das Bild sollte sich ändern: Kurz vor der Pause glich Chinedu Obasi aus. Sehr zum Missfallen von Stale Solbakken. Doch es kam noch schlimmer...
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Sereno vertändelte als letzter Mann die Kugel. Knowledge Musona sagte "Danke" und schob den Ball an Keeper Michael Rensing ins Netz. Davon erholte sich der FC nicht mehr
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RB Leipzig - FC Augsburg 0:1: Kämpferisch top, spielerisch ein Flop! Die Partie zwischen Leipzig und dem FCA war sicherlich kein Augenschmaus
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Da kann Tobias Werner (vorne) den Ball noch so sehr im Auge haben, der Bundesligist wurde seiner Favoritenrolle in keiner Phase des Spiels gerecht
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Doch es gab ja noch Daniel Brinkmann. Der Augsburger (r.) wurde mit seinem goldenen Tor zum Helden dieses tristen Abends in Leipzig
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