Van Eck: "Rutten kann seinen Skalp behalten"

Von Interview: Kevin Bublitz/Mark Heinemann
Montag, 26.01.2009 | 15:21 Uhr
Rene van Eck ist seit September Chefcoach von Carl Zeiss Jena
© Getty
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16 Klubs haben im DFB-Pokal überwintert, einer davon ist Carl Zeiss Jena, das als einziger Drittligist den Sprung ins Achtelfinale geschafft hat. Dort geht es nun gegen den FC Schalke 04 (Di., 18.45 Uhr im LIVE-TICKER und Internet TV) zum Duell David gegen Goliath.

SPOX traf Jenas Coach Rene van Eck zum Gespräch. Im Interview spricht der Niederländer über seine gemeinsame Vergangenheit mit Fred Rutten, Schalkes Probleme und den Sinn von Poposchießen.

SPOX: Kennen Sie das Buch "Der letzte Mohikaner"?

Rene van Eck: Ich habe es nicht gelesen, aber den Titel habe ich schon mal gehört. Warum?

SPOX: Nun ja, Sie als letzter Drittligist sind quasi der letzte Mohikaner im DFB-Pokal. Um im Bild zu bleiben: Wie zieht der letzte Mohikaner in die Schlacht gegen Schalke 04?

Van Eck: Optimal vorbereitet. Wir sind topfit und können nur gewinnen. Natürlich ist Schalke der klare Favorit, aber das ist das Schöne an dem Spiel. Jena hat letzte Saison gegen Bielefeld, Nürnberg und Stuttgart gezeigt, wie man gegen Bundesligisten erfolgreich besteht.

SPOX: Herr Rangnick hatte vor dem Spiel gegen den FC Bayern München den Skalp gefordert. Fordern Sie jetzt den Skalp von Fred Rutten?

Van Eck (lacht): Nein. Das ist zwar ein besonderes Fußballspiel, aber den Skalp brauchen wir nicht. Wenn wir eine Runde weiterkommen, kann Fred seinen Skalp gerne behalten.

SPOX: Fred Rutten ist Ihr Landsmann. Kennen Sie ihn eigentlich persönlich?

Van Eck: Fred war unser Kapitän in der holländischen U-21-Nationalmannschaft. Er war einer von zwei älteren Spielern, die nominiert werden durften.

SPOX: Können Sie uns sagen, was ihn ausmacht?

Van Eck: Er war ein sehr guter Fußballer und ein starker Libero, der immer sehr sicher und abgeklärt agiert hat. Nicht umsonst hat man ihn damals "Das Türschloss von Enschede" genannt. Leider hatte er viel Pech mit Verletzungen und musste seine Karriere relativ früh beenden.

SPOX: Was unterscheidet Sie von Fred Rutten?

Van Eck (lacht): Er kommt vom Land, ich aus der Stadt.

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SPOX: Ein Unterschied ist wohl auch, dass es zuletzt sehr viel Trubel auf Schalke gab und Rutten es nicht gerade leicht hat bei Ihrem Gegner. Durch einen Sieg könnten Sie Ruttens Probleme noch erheblich vergrößern.

Van Eck: Man wünscht natürlich keinem Menschen, dass er irgendwo Probleme hat. Aber ehrlich gesagt beschäftige ich mich damit nicht wirklich. Ich bin Angestellter bei Jena. Ich kann aber auch gar nicht beurteilen, was da genau los ist. Das sind die Probleme von Schalke und die müssen sie selber lösen. Ein Holländer kommt weiter, das steht schon mal fest. Das ist doch die Hauptsache.

SPOX: Sie trainieren mit Ihrer Mannschaft zum Teil über zehn Stunden. Im Trainingslager soll es noch härter gewesen sein. Was für eine Philosophie steckt dahinter?

Van Eck: In der Vorbereitung trainieren wir in der Tat so lange. Aber wir stehen selbstverständlich nicht zehn Stunden auf dem Platz. Da würden die Spieler ja erfrieren. Die Spieler müssen topfit aus der Vorbereitung kommen, denn die Rückstände kann man in der Meisterschaft nicht mehr aufholen. Das hat man zu Saisonbeginn gesehen.

SPOX: Was waren Sie selber für eine Art Spielertyp und wie wirkt sich das auf Ihre Trainingsarbeit aus?

Van Eck: Ich war Innenverteidiger und musste meine Zweikämpfe immer unbedingt gewinnen. Mein Charakter und meine Mentalität waren meine größte Stärke. Ich habe im Training immer alles gegeben, um auf dem Platz voll konzentriert zu agieren. Und das verlange ich jetzt auch von meinen Spielern. Ich versuche diese Einstellung meiner Mannschaft vorzuleben.

SPOX: In Chelsea müssen Neuzugänge vor der ganzen Mannschaft singen, Klinsmann baute Buddhas auf. Sie überraschten die internationale Presse mit Ihrem...

Van Eck: ...Poposchießen.

SPOX: Poposchießen, interessant. Nach Trainingsspielen durfte die Siegermannschaft den Allerwertesten ihrer Mannschaftskollegen anvisieren und hatte dabei sichtlich Spaß.

Van Eck: Es ist einfach so, dass wir Reize schaffen wollen, indem für die Spieler etwas auf dem Spiel steht. Das darf man alles nicht so künstlich aufplustern, wie es die türkische Presse getan hat. Es geht beim Poposchießen einfach um Gewinnen oder Verlieren und es musste auch jeder einmal knien. Man kann natürlich auch um fünf Euro für die Mannschaftskasse spielen, aber wo ist da der Reiz?

SPOX: Aber schöner ist es doch sicherlich, wenn man schießen darf.

Van Eck (lacht): Schön ist es natürlich nicht, wenn man knien muss. Aber der Mannschaft bereitet das so oder so enorm viel Spaß.

SPOX: Mussten Sie auch mal ran?

Van Eck: Ich muss gestehen, ja. Wir haben ein Spiel Jung gegen Alt gemacht. Die Jungen haben gewonnen, also musste ich mich auch einmal hinknien. Das gehört eben dazu.

SPOX: Haben die Spieler Sie denn auch getroffen?

Van Eck: Die haben mich getroffen. Aber wer das war, weiß ich nicht. Gezielt haben sie auf jeden Fall gut.

SPOX: Wo haben Sie die Idee her?

Van Eck: Ich habe das aus Finnland. Da haben wir allerdings aus 16 Metern geschossen. Aber da ist es schwierig, einen zu treffen. Außerdem kommen die Schüsse vom Sechzehner nicht so fest. Deswegen habe ich gesagt, dass wir aus fünf Metern schießen, dann spürt man auch besser, wenn man getroffen wird. Das ist reizvoller (lacht).

SPOX: Das klingt lustig...

Van Eck: ...aber nur, wenn man schießen darf, oder?

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