Dienstag, 23.09.2008

DFB-Pokal - 2. Runde: Mainz - Köln

Mainzer Angst vor einem 0:2

Das Duell zwischen Mainz 05 und dem 1. FC Köln in der 2. Runde des DFB-Pokals (18.45 Uhr im SPOX-TICKER und im Internet TV) verspricht ein packender Fight zu werden. Der schwächelnde Erstligist - nur ein Sieg aus fünf Spielen - muss zum ungeschlagenen Tabellendritten der 2. Liga.

Köln, Mainz
© Getty

Die Kölner sollten also gewarnt sein, zumal sie bei den letzten beiden Auftritten in Mainz mit 2:4 und 0:1 unterlagen.

Doch auch die 05er haben schlechte Erinnerungen an den FC, immerhin musste man am 33. Spieltag der vergangenen Saison bei der 0:2-Auswärtsschlappe den Aufstieg der Kölner miterleben.

An eine Revanche denkt 05-Manager Christian Heidel gegenüber SPOX jedoch nicht mehr: "Wir haben keine Rechnung offen, das Spiel ist abgehakt. Wir haben den Aufstieg damals bereits früher verspielt. Außerdem war die Hälfte unserer jetzigen Spieler und unser Trainer Jörn Andersen nicht mit von der Partie."

Trainer mit hohem Sachverstand

Apropos neue Spieler und neuer Trainer - vom eigenen Team ist der 45-Jährige begeistert. "Wir haben ein sehr gutes Spiel gegen den Mitaufstiegsfavorit Nürnberg gemacht und stehen ungeschlagen auf dem zweiten Platz", so Heidel.

Dabei war von vielen prognostiziert worden, dass Andersen schwer am Erbe von Jürgen Klopp zu tragen haben wird.

Allerdings sei die Entscheidung pro Andersen "auch nicht über Nacht gefallen", so Heidel.

"Natürlich haben wir uns auf die Zeit nach Klopp vorbereitet. Nicht Erfolge und Titel waren ausschlaggebend bei der Trainersuche, sondern ein hoher fußballerischer Sachverstand." Immer wieder sei Andersen mit sehr gut aufgestellten Teams aufgefallen.

Mittlerweile, so Heidel, "ist die Skepsis gegenüber dem neuen Trainer in Mainz längst verflogen".

Neuzugänge schlagen ein

Auch die Neuzugänge haben Manager wie Umfeld längst überzeugt. "Kaum jemand hat mit Niko Bungert von Kickers Offenbach gerechnet. Die Wenigsten hätten es ihm zugetraut, dass er bisher alle Spiele durchgespielt hat", sagt Heidel.

Zudem habe die Verpflichtung von Aristide Bance die erhoffte Verstärkung gebracht. "Er ist in der Offensive ein ganz wichtiger Mann, aber bei ihm waren wir uns da auch sicher."

Florian Heller von Erzgebirge Aue hat sich ebenfalls in die Stammformation gekämpft. "Fast niemand hatte ihn auf dem Zettel. Wir sind mit der gesamten Leistung des Teams sehr zufrieden. Mittlerweile können wir es kompensieren, wenn ein Daniel Gunkel ausfällt."

Klub-Chefs fordern Kampf

Gerade wegen der guten momentanen Form seiner Truppe erwartet Heidel gegen Köln ein hitziges und spannendes Flutlichtspiel mit zwei begeisterten Fan-Gruppen: "Es ist angerichtet: 1. Liga gegen 2. Liga. Das Stadion wird voll sein. Wir wollen dagegen halten und nicht schon zur Halbzeit 0:2 hinten liegen."

bresonik

Auch für Kölns Präsident Wolfgang Overath ist erst mal Kampf angesagt. "Ich erwarte nach der enttäuschenden Vorstellung in Bielefeld eine Trotzreaktion."

Den holprigen Bundesliga-Start der Kölner möchte Heidel allerdings nicht überbewerten: "Ich habe die Niederlage gegen die Arminen gesehen und bis zum Tor war Köln ebenbürtig."

"Ein Batzen Geld wartet"

Dennoch will Heidel "unbedingt weiterkommen", denn der Pokal sei jedem Zweitligisten eminent wichtig. "Aachen zum Beispiel, ist durch den Pokal zu einem anderen Verein geworden", so Heidel. "Außerdem wartet im DFB-Pokal ein Batzen Geld, da würden wir auch gerne einen Teil von einstreichen."

Über einen möglichen Wunschgegner in den weiteren Runden hält sich der Mainzer Manager bedeckt. "Ich würde mich zum Affen machen, wenn ich jetzt über die nächste Runde spekulieren würde und wir dann vielleicht bereits zur Halbzeit deutlich zurückliegen."

SMS von Klopp

Ein Aufeinandertreffen mit seinem Freund und Ex-Trainer Jürgen Klopp hätte aus Heidels Sicht allerdings Charme: "Da wollen wir uns aber noch ein bisschen Zeit lassen, am besten bis zum Endspiel in Berlin."

Dem BVB und besonders Coach Klopp drücke er gegen Hertha (Mittwoch, 18.45 Uhr im SPOX-TICKER und im Internet TV) die Daumen. "Jürgen und ich stehen in ständigem Kontakt. Er fiebert voll mit Mainz mit und schickt nach fast jedem Spiel eine SMS."

Alle Spiele der 2. Pokalrunde im Überblick

Sebastian Steegmüller

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