Sonntag, 10.08.2008

Nach dem DFB-Pokalsieg in Homburg

Rutten fordert trotz Sieg Steigerung

Homburg - Die Generalprobe für die Champions-League-Ausscheidung ist Schalke 04 geglückt, doch beim Kräftemessen mit Atletico Madrid um den Sprung ins lukrative europäische Fußball-Geschäft werden die Knappen noch eine Schippe drauflegen müssen.

DFB-Pokal, Fussball, Schalke, Kuranyi
© DPA

"Das wird ein total anderes Spiel auf einem völlig anderen Niveau", stellte Schalkes neuer Chefcoach Fred Rutten nach dem locker herausgeschossenen 3:0 (1:0)-Erfolg seiner Mannschaft in der ersten DFB-Pokalrunde beim Südwest-Oberligisten FC Homburg fest.

"Als große Mannschaft kannst du in solchen Spielen nur verlieren. Im Pokal passieren auf der ganzen Welt immer wieder Überraschungen", fügte der Niederländer erleichtert über das Erreichen der zweiten Runde hinzu.

Ernstfall geprobt

Großartige Erkenntnisse für das schwere Duell mit den Madrilenen glaubt Rutten zwar nicht gewonnen zu haben. Der Ernstfall wurde aber schon geprobt, denn der Niederländer schickte die derzeit bestmögliche Startelf aufs Feld.

Doch der Schalker Motor stotterte, was auch auf das Fehlen von Manuel Neuer, Mladen Krstajic, Gustavo Varela, Albert Streit (alle verletzt) und Rafinha (Olympia-Teilnahme mit Brasilien) zurückzuführen war.

"Das war nicht gut, wir waren unsicher, haben zu schnell zu viele Bälle verloren", kritisierte Rutten, der gleichwertige, wenn nicht gar bessere Homburger erlebte. Der ehemalige Bundesligist unterband tief gestaffelt die Schalker Angriffsbemühungen und sorgte mit Kontern für höchste Gefahr.

Torwartfehler bringt Schalke in die Spur

So bedurfte es eines Fehlers des Homburger Torwarts Thorsten Hodel, damit Schalke Sekunden vor der Pause durch Neuzugang Jefferson Farfan (45.) in Führung gehen konnte.

Der für zehn Millionen Euro verpflichtete Peruaner taute nach seinem ersten Pflichtspieltor für Schalke auf, wechselte von links nach rechts, sorgte mit Dribblings und guten Pässen wie vor dem 2:0 durch den eingewechselten Halil Altintop (55.) für die Höhepunkte im Spiel der Gäste.

"Es ist immer gut, wenn ein Spieler auf mehreren Positionen Akzente setzt", befand Rutten, der sich freute, dass sein Team nach dem 3:0 durch Kevin Kuranyi (67.) die Partie "sachlich runtergespielt" habe.

"Außergewöhnliches Spiel"

Die Homburger feierten ihr Team trotz des Pokal-K.o. "Es war ein außergewöhnliches Spiel für uns. Da laufen alle mehr als normal", sagte Trainer Jens Kiefer, der hofft, dass seine Kicker in der Oberliga mit dem gleichen Engagement ans Werk gehen werden.

Auch finanziell hat sich der Ausflug auf die Pokal-Bühne für den Traditionsclub gelohnt. Rund 100.000 Euro netto kommen dem FCH zum 100-jährigen Bestehen gerade recht, denn auf Rosen gebettet sind die Saarländer schon lange nicht mehr.

Mit den Einnahmen lässt sich auch eine in der ersten Halbzeit in Brand geratene Bratwurstbude ersetzen.


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