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WM-Quali: Deutschland - Tschechien, Einzelkritik

Fußballgolf mit Mats und Jerome

Samstag, 08.10.2016 | 23:09 Uhr
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Die deutsche Nationalmannschaft hat in der Gruppe C auch das zweite Spiel der WM-Qualifikation gewonnen. Gegen Tschechien siegte die Elf von Joachim Löw mit 3:0 (1:0). Vor allem die beiden Innenverteidiger prägten das deutsche Spiel und bekommen Bestnoten. Auch der Doppeltorschütze Müller überzeugte.

Manuel Neuer: Sein Arbeitstag begann eigentlich erst in der 63. Minute. Dockal zündete aus kurzer Distanz eine Rakete aufs deutsche Tor. Diesen Schuss entschärfte der Kapitän stark und beendete seinen Arbeitstag im Anschluss. Musste ansonsten eigentlich nichts halten. Note 3

Joshua Kimmich: Wurde von Löw wieder einmal als Rechtsverteidiger eingesetzt und war neben Hector der einzige Nicht-Weltmeister in der Startelf. Hatte defensiv kaum etwas zu tun und konnte sich deshalb auf offensive Ausflüge konzentrieren. Schob bei eigenem Ballbesitz wie schon gegen Norwegen auf Höhe der offensiven Kette. Hatte auf seiner Seite phasenweise extrem viel Platz. Einziges Manko: Im ersten Durchgang fehlte die Präzision bei den Flanken. Note 2

Jerome Boateng: Die beiden Fußball-Golfer sind zurück! Spielte erstmals seit dem EM-Viertelfinale in einem Pflichtspiel wieder an der Seite von Hummels. Gemeinsam mit seinem Mannschaftskollegen zog er den Spielaufbau vor allem im ersten Durchgang komplett auf sich. Schlug in gewohnter Gelassenheit brillante Bälle im Spielaufbau. Defensiv ohne Probleme. Note 2

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Mats Hummels: Hatte in den ersten 45 Minuten sichtlich Spaß am Spiel. Da die Tschechen weit aufgerückt waren, entstanden auf den offensiven Außenpositionen riesige Lücken. Diese erkannte Hummels immer wieder gut und spielte am laufenden Band bärenstarke Flugbälle auf Hector und Kimmich. War somit die prägende Figur im Spiel der Deutschen, auch wenn es im zweiten Durchgang ruhiger um ihn wurde. Note 1,5

Jonas Hector: Der Kölner ist der einzige DFB-Akteur, der von Anfang 2015 bis heute bei allen 22 Partien der DFB-Elf eingesetzt wurde. Deshalb weiß Löw auch exakt, was er vom Kölner Außenverteidiger bekommt. Gleich wie Kimmich rückte er bei Ballbesitz weit nach vorne und wurde von der Innenverteidigung bedient. Auch ihm fehlte die Gefahr bei Flanken zunächst. Steigerte sich im zweiten Durchgang und bereitete das 3:0 vor. Note 2,5

Toni Kroos: Durch die hohen Bälle von Boateng und Hummels war er wie auch Khedira längst nicht so stark ins Aufbauspiel eingebunden. Ließ sich aufgrund der offensiven Tschechen ungewöhnlich selten zwischen die Innenverteidiger fallen. Rückte in der Offensive aber gut nach und gestaltete oft vor der tschechischen Abwehrkette das Spiel. Erzielte mit einem klassischen und überlegten Kroos-Flachschuss das 2:0 (nach 841 Minuten ohne Tor im DFB-Dress) und sorgte somit für die nötige Ruhe im deutschen Spiel. Taute erst im zweiten Durchgang so richtig auf und hatte letztlich wieder die meisten Ballaktionen aller Spieler (96). Note 2

Sami Khedira: War ähnlich wie Kroos im ersten Durchgang kaum präsent im Spielaufbau, da die hohen Bälle oft über ihn flogen. Erst nach dem Seitenwechsel, als Deutschland in den Verwaltungsmodus schaltete, konnte er sein gewohnt unaufgeregtes Spiel aufziehen. Sorgte mit einer enormen Passsicherheit (94 Prozent Passquote) für die nötige Ruhe. Verlagerte das Spiel zudem immer wieder gut und räumte defensiv alles weg. Note 2,5

Thomas Müller: Was soll man über seine Leistung schon sagen? Er machte das, was ein Müller eben macht: Tore schießen. Erzielte in fünf der letzten sechs Qualifikationsspielen (WM und EM) das so entscheidende 1:0. Legte nach dem ersten Streich seine zweite Hütte nach und schnürte somit erstmals in seiner DFB-Karriere in zwei aufeinanderfolgenden Spielen einen Doppelpack. War ansonsten nicht zu 100 Prozent eingebunden - nur Götze und Neuer hatten weniger als Ballaktionen als er (50). Aber wer soll ihn das bei zwei Toren verdenken? Ein ganz typischer Müller eben. Note 1,5

Mesut Özil: War mit 82 Länderspielen erfahrenster Akteur im DFB-Team. Ließ sich in der offensiven Dreierreihe immer wieder auf die Außen fallen und erzeugte somit auf den Flügeln die für das DFB-Spiel wichtige Überzahl. Verteilte von dort aus gut die Bälle. Da das Spiel jedoch extrem flügellastig war und er wenig in der Zentrale wirken konnte, konnte er der Partie seinen Stempel nicht komplett aufdrücken. Note 2,5

Julian Draxler: Der Wolfsburger zog immer wieder nach innen und machte somit auf den Außenbahnen Platz für den offensiven Hector. Das Zusammenspiel auf der linken Seite funktionierte recht ordentlich, da sich Draxler als Anspielstation anbot. Hatte immer wieder viel Platz, machte daraus allerdings etwas zu wenig. Ging mehrere Male leicht überhastet ins Eins-gegen-eins und verspielte somit gute Chancen. Note 3

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Mario Götze: Viele Augen waren nach dem schwachen Auftritt gegen Norwegen auf ihn gerichtet. Ging vor allem im ersten Durchgang weite Wege, ließ sich oft gut fallen und hatte einige erfrischende Aktionen. Wirkte somit längst nicht so lustlos wie im ersten Quali-Spiel und bereitete zudem das 1:0 vor. Wirklich überzeugen konnte der Dortmunder dennoch nicht. Ließ einige Chancen liegen und hatte in aussichtsreichen Positionen einige schlampige Fehlpässe wie beispielsweise in der 6. Minute, als das DFB-Team eine 3-zu-1-Überzahl hatte. Hatte nur 30 Ballaktionen und somit die wenigsten aller Deutschen. Note 3,5

Benedikt Höwedes: Kam in der 68. Minute etwas überraschend als Linksverteidiger aufs Feld. Fand gut ins Spiel und schaltete sich mehrmals gut in die Offensive ein. Note 3

Ilkay Gündogan: Feierte nach elf Monaten sein Comeback im Nationaldress. War direkt gut ins Spiel eingebunden und ließ beim Pass auf Höwedes (90.+1) seine Klasse aufblitzen. Keine Bewertung

Julian Brandt: Bekam von Löw in der 81. Minuten noch ein paar Einsatzminuten geschenkt. Blieb ohne nennenswerte Aktion. Keine Bewertung

Deutschland - Tschechien: Daten zum Spiel

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