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DFB-Spektakel mit Dreierpack-Schürrle

Dienstag, 15.10.2013 | 22:40 Uhr
Mesut Özil (r.) erzielte kurz vor der Pause den Anschlusstreffer für Deutschland
© getty
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Die deutsche Nationalmannschaft hat die WM-Qualifikation mit einem Torfestival erfolgreich abgeschlossen. In Stockholm gewann die Elf von Bundestrainer Joachim Löw mit 5:3 (1:2) gegen Schweden. Andre Schürrle gelang dabei sein erster Dreierpack für Deutschland.

Tobias Hysen (6.) brachte Schweden früh in Führung, Alexander Kacaniklic (42.) legte nach. Mesut Özil (44.) erzielte das Anschlusstor, Mario Götze den Ausgleich (53.), ehe Schürrle (57., 66., 76.) mit drei Treffern seine Show abzog. Hysen schoss das zwischenzeitliche 3:4 (69.).

Während Deutschland als souveräner Gruppensieger mit 28 Punkten aus zehn Spielen zur WM 2014 nach Brasilien fährt, müssen die Schweden den Umweg über die Playoffs nehmen, die am 15. und 19. November ausgetragen werden.

Die Reaktionen:

Joachim Löw (Bundestrainer) über das Spiel: "Wir sind durch zwei Aktionen in Rückstand geraten, ansonsten hatten wir im ersten Durchgang unheimlich viel Ballbesitz. In der zweiten Halbzeit waren wir konsequenter vor dem Tor. Wir wissen, dass wir in der Defensive solche Fehler nicht machen können. Aber immer klappt das nicht."

Löw über seine Vertragsverlängerung: "Wir haben gesagt, dass wir nach dem Spiel in Schweden ein Gespräch führen. Dort werde ich das ein oder andere ansprechen, was mir wichtig ist für die Zukunft. Ich denke, dass der Vertragsverlängerung nichts im Wege steht."

Bastian Schweinsteiger: "Es ist immer schön, wenn viele Tore fallen. Ein 5:3 ist eigentlich kein gutes Ergebnis, aber es ist trotzdem schön, gewonnen haben. Ein 2:0 wäre mir aber lieber gewesen. Es war ein bisschen eine komische erste Halbzeit, die Schweden haben zwei Chancen und machen die Tore. Von der Qualität her sind wir aber natürlich klar besser als die Schweden ohne Ibrahimovic. Ich denke, dass wir von der Punkteanzahl eine sehr gute Qualifikation gespielt haben."

Philipp Lahm: "Man will immer gewinnen. Wenn man die Qualifikation geschafft hat und Tabellenführer ist, ist es nicht immer so leicht. Aber die Mannschaft hat die Situation konzentriert angenommen. Wir haben das Spiel dominiert und verdient gewonnen. Es ist nicht nur defensiv, sondern auch offensiv noch ein bisschen zu tun."

Andre Schürrle: "Es ist mein erstes Mal, dass ich drei Tore geschossen habe. Vielleicht gebe ich den Ball meiner Mutter. Aber wichtig war, dass wir zum Abschluss gewonnen haben. Die drei Gegentore sind ärgerlich, aber man hat gesehen, welche Kraft wir nach vorne haben."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Bei den Schweden ist Ibrahimovic gelbgesperrt, Elmander ist verletzt. So rücken Hysén und Toivonen in die Startelf. Bengtsson spielt statt Lustig auf der Rechtsverteidigerposition.

Schweinsteiger spielt zum 100. Mal für Deutschland. An seiner Seite auf der Doppelsechs beginnt Kroos. Hummels vertritt den kranken Mertesacker in der Innenverteidigung und Kruse absolviert im Angriff sein erstes Pflichtspiel für den DFB von Beginn an. Khedira fehlt gelbgesperrt.

6., 1:0, Hysen: Abschlag Wilander. Der Ball wird im Mittelfeld per Kopf von Elm auf Larsson verlängert. Drei Deutsche greifen nicht an, Larsson spielt die Kugel diagonal in die Spitze, zwischen Hummels und Boateng auf Hysen, der Neuer aus kurzer Distanz tunnelt.

12.: Jansen kommt mit der Flanke von links durch, am zweiten Pfosten steigt Müller hoch und trifft die Latte!

42., 2:0, Kacaniklic: Schweinsteiger verliert im Mittelfeld den Ball an Elm. Der spielt sofort den halbhohen Ball in die Spitze. Deutschland aufgerückt, Hummels hebt das Abseits auf und Kacaniklic schießt aus 13 Metern mit links scharf ins rechte untere Eck.

45., 2:1, Özil: Kroos spielt zu Kruse, der links am 16er Platz hat. Pass in die Mitte, der Ball wird von einem Schweden abgefälscht und landet bei Özil, der Wiland aus 14 Metern mit rechts keine Chance lässt. Unten links schlägt's ein.

53., 2:2, Götze: Schürrle befreit sich auf links klasse per Hacke und spielt flach zu Kruse. Der spielt rechts raus zu Özil, der den Ball zu Götze spitzelt und der haut den Ball vom Elferpunkt in den rechten Giebel. Starkes Tor!

57., 2:3, Schürrle: Nilsson spielt als letzter Schwede Schürrle den Ball in den Fuß und versucht dann vergeblich, den schnellen Chelsea-Spieler zu halten. Schürrle schüttelt Nilsson ab und schiebt den Ball aus sieben Metern ins rechte Eck.

66., 2:4, Schürrle: Kruse, Götze, Schürrle üben Druck auf die schwedische Deckung aus, Antonsson vertändelt den Ball an Götze, der auf Schürrle durchsteckt und erneut aus kurzer Distanz ins rechte untere Eck schiebt.

69., 3:4, Hysen: Freistoß Larsson von halblinks. Hysen läuft Richtung kurzen Pfosten und nagelt den Ball volley unters Dach!

76., 3:5, Schürrle: Kroos treibt den Ball im Mittefeld nach vorne und legt vor dem Strafraum auf Schürrle. Der zirkelt den Ball ansatzlos vom linken 16er-Eck rechts oben in den Winkel.

Fazit: Schwache erste Halbzeit der DFB-Elf, aber ein Feuerwerk nach der Pause gegen aggressive, später stark nachlassende Schweden.

Der Star des Spiels: Andre Schürrle. War schon in der ersten Halbzeit sehr aktiv, lief sich aber zwei, drei Mal fest und erhielt eine lächerliche Gelbe Karte wegen angeblicher Schwalbe. Nach der Pause nicht mehr zu halten, nicht vor dem 3:2 und erst recht nicht bei seinem Doppelpack. Dazu ein Kunstschuss zum fünften deutschen Tor.

Der Flop des Spiels: Mikael Antonsson. Hatte wie Nebenmann Nilsson nach der Pause unlösbare Probleme gegen die deutschen Angreifer und ermöglichte Schürrle mit einer Slapstick-Einlage das vierte deutsche Tor.

Der Schiedsrichter: William Collum (Schottland) machte mehrere Fehler. Schürrle wegen Schwalbe beim elfmeterreifen Foul von Källström mit Gelb zu verwarnen (30.), war ein schlechter Witz. Hätte zudem Olsson für das Foul an Müller mit gestrecktem Fuß auch Rot geben können (29.). Auch die eine oder andere Freistoßentscheidung war merkwürdig.

Das fiel auf:

  • Schweden machte viel Druck auf den Ball führenden deutschen Spieler und machte das Mittelfeld mit zwei eng zusammengezogenen Viererketten dicht, wenn Deutschland im Ballbesitz war.
  • Die DFB-Elf kam mit der aggressiven Spielweise der Schweden nicht zurecht; teilweise griffen die Gastgeber mit vier, fünf Spielern tief in der deutschen Hälfte an. Deutschland versuchte sich stets spielerisch zu befreien, hatte aber zu wenig Tempo in den Aktionen.
  • Nach 25 Minuten hatte Deutschland den Gegner besser im Griff, machte aus dem hohen Ballbesitz aber zu wenig. Viel ging über die Flügel, die aber von den Schweden defensiv gut besetzt waren. Insgesamt fehlte dem deutschen Spiel die Variabilität.
  • Drei Mal spielte Schweden den Ball in der ersten Halbzeit schnell in die Spitze, drei Mal kam der Ball zwischen Hummels und Boateng durch. Allerdings fehlte jeweils auch der Druck im defensiven Mittelfeld auf den Passgeber.
  • Schweden verlor nach dem Wechsel total die Ordnung in der Defensive und wurde von Deutschland konsequent für jeden Fehler bestraft. Der eingewechselte Götze brachte viel Schwung und spielte mit Özil und Schürrle die schwedische Abwehr schwindelig.

Schweden - Deutschland: Daten zum Spiel

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