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WM-Qualifikation: Färöer - Deutschland

Pflicht erfüllt

Von Andreas Lehner
Dienstag, 10.09.2013 | 22:35 Uhr
Per Mertesacker erzielt das 1:0 für Deutschland gegen die Färöer
© getty
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Deutschland hat auf dem Weg zur WM 2014 einen Pflichtsieg auf den Färöer gefeiert. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw setzte sich mit 3:0 (1:0) durch.

Vor 3500 Zuschauern im ausverkauften Stadion in Torshavn brachte Per Mertesacker die DFB-Elf mit seinem dritten Länderspieltor in Führung (22.). Mesut Özil erhöhte per Strafstoß (75.), nachdem Thomas Müller gefoult worden war und der Färinger Atli Gregersen die Rote Karte gesehen hatte. Müller sorgte schließlich für den Endstand (84.)

Deutschland kann damit im nächsten Spiel gegen Irland am 11. Oktober die vorzeitige Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien perfekt machen und so einem Endspiel in Schweden aus dem Weg gehen.

Reaktionen:

Joachim Löw (Bundestrainer): "Es war eine Pflichtaufgabe hier drei Punkte zu holen. Das Spiel war so zu erwarten. Sie stehen mit zehn Mann um den Strafraum herum. Wenn es etwas zu bemängelt gibt, dann ist es die finale Aktion, an der müssen wir noch arbeiten. Nach der Pause haben wir uns nicht mehr so gut bewegt wie in der ersten Halbzeit. Wir müssen unser Spiel im letzten Drittel noch verbessern, unsere Spielanlage ist gut. In den letzten Monaten hat man jedoch gesehen, dass wir viele Chancen brauchen, da fehlt mir die letzte Konsequenz."

Oliver Bierhoff (Nationalmannschaftsmanager): "Wir hätten das eine oder andere Tor mehr machen können. Nach der Halbzeit haben wir ein wenig der Rhythmus verloren, aber am Ende war der Sieg wichtig. Wir haben den Ball oft gut laufen lassen, aber oft auch den Druck im Strafraum vermissen lassen."

Julian Draxler: "Wenn da zehn Spieler sind mit zwei Beinen ist es schwierig durchzukommen und eine Lücke zum Torabschluss zu finden. Aber am Ende steht ein 3:0. Und ich glaube auch, dass es verdient war. Wir sind der WM in Brasilien wieder ein Stück näher gekommen, das war wichtig."

Per Mertesacker: "Wir wussten, dass es nicht einfach wird auf den Färöer und auf dem Kunstrasen. Richtig zwingend war es nicht, was wir besonders in der zweiten Halbzeit gespielt haben. In den entscheidenden Momenten haben wir im Angriff nicht so konsequent gespielt, das müssen wir noch besser machen."

Thomas Müller: "Wir haben unsere Aufgabe erfüllt, keiner hat ein Schützenfest erwartet, denn wir wussten, wie schwer es wird. Wir fahren zufrieden nach Hause. Beim Elfmeter, dass war ein klares Foul an mir."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Löw entscheidet sich für Draxler als Ersatz für den verletzten Reus, Schürrle damit zunächst auf der Bank. Ansonsten keine Veränderung im Vergleich zum Spiel gegen Österreich.

1.: Justinussen marschiert über links und kommt relativ unbedrängt zum Flanken. Am zweiten Pfosten landet der Ball bei Benjaminsen, dessen Schuss vom Fünfereck Boateng im letzten Moment blockt.

5.: Schmelzer spielt Draxler links im Strafraum frei. Der Schalker zieht an der Grundlinie nach innen, spielt den Ball scharf flach rein, Olsen geht dazwischen und lenkt den Ball aus fünf Metern an die eigene Latte.

10.: Draxler spielt quer auf Khedira, der aus zentraler Position Miroslav Klose auf halbrechts in den Strafraum schickt. Klose zieht aus neun Metern sofort ab, doch Nielsen mit einer starken Fußabwehr.

22.: Lahm mit der flachen Hereingabe von rechts, Klose setzt das Ding aus sechs Metern an den Pfosten. Gregersen klärt zur Ecke.

22., 0:1, Mertesacker: Özil mit der Ecke von rechts. Boateng verlängert den Ball am ersten Pfosten und Mertesacker drückt ihn am zweiten aus einem Meter mit links über die Linie.

67.: Özil ist auf links durch und bringt eine schöne Flanke an den zweiten Pfosten. Der aufgerückte Khedira kommt zum Kopfball, doch Baldvinsson klärt vor der Linie für den geschlagenen Nielsen.

74., Rot für Gregersen (Färöer): Deutschland hat Platz zum Kontern und Müller läuft ab dem Mittelkreis allein aufs Tor zu. Gregersen touchiert ihn im Strafraum leicht, Müller geht zu Boden. Elfmeter für Deutschland - Rot für Gregersen.

75., 0:2, Özil (FE): Özil verzögert leicht, schickt Nielsen nach rechts und schiebt links unten ein.

84., 0:3, Müller: Nach einem flachen Anspiel von Philipp Lahm von rechts setzt sich Müller in der Mitte durch und lässt Nielsen aus fünf Metern keine Abwehrchance.

Fazit: Souveräner Pflichtsieg der deutschen Nationalmannschaft gegen sehr diszipliniert verteidigende Färinger.

Der Star des Spiels: Christian Holst. Wenn man bedenkt, dass er nur in der zweiten dänischen Liga spielt, eine ganz starke Partie des Zehners. Half mit großer Laufarbeit, das Zentrum dicht zu machen und agierte mit dem Rücken zum gegnerischen Tor oft sehr geschickt im Zweikampf. Das Highlight: sein Beinschuss gegen Khedira.

Der Flop des Spiels: Atli Gregersen. Nicht wegen seiner Roten Karte, sondern weil er im Vergleich zu seinen Mitspielern etwas abfiel. Wirkte nicht so austrainiert wie seine Nebenleute und doch sehr hüftsteif und langsam. Das wurde ihm dann auch beim Platzverweis zum Verhängnis.

Der Schiedsrichter: Gediminas Mazeika (Litauen). Verweigerte den Deutschen zwei Elfmeter und wurde bei zwei Abseitsentscheidungen von seinen Assistenten im Stich gelassen, als Klose jeweils frei vor Torhüter Nielsen aufgetaucht wäre. Die Rote Karte war hart, aber regelkonform.

Das fiel auf:

  • Bis auf die Anfangsphase, in der die Färinger zwei Mal gefährlich vors deutsche Tor kamen, spielte das DFB-Team über weite Strecken konzentriert und seriös seine Überlegenheit aus. Die Deutschen ließen den Ball gut laufen, verlagerten das Spiel immer wieder und zwangen so den Gegner zu viel Laufarbeit.
  • In der zweiten Hälfte tat das DFB-Team nur das Nötigste und kam so kaum noch zu Torchancen. Da die Chancenverwertung in der ersten Hälfte mangelhaft war, blieb das Spiel lange offen.
  • Deutschland suchte den Weg in den gegnerischen Strafraum. In der Mitte machten die Färinger die Räume sehr eng. Selbst für die feinen Techniker Özil und Kroos war es dort schwierig, die Lücke zu finden.
  • Die Färinger verteidigten nicht nur rund um den eigenen Strafraum mit fast allen Mann, sondern auch tief in den Sechzehner hinein. So war immer extrem viel Verkehr, wenn die Deutschen zum Abschlss kamen. Nur Stürmer Edmundsson musste sich bei Ballbesitz Deutschland nicht sofort hinter den Ball fallen lassen.

Alle Fakten zum Spiel

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