So, wie es sein muss

Von Für SPOX in der Allianz Arena: Jochen Tittmar
Samstag, 07.09.2013 | 16:52 Uhr
Lasst euch umarmen, Jungs: Neuer, Boateng und Mertesacker spielten gegen Österreich zu Null
© getty
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Venlo

Dank eines über weite Strecken überzeugenden Zu-Null-Auftritts gegen Österreich haben die Diskussionen um die Defensivprobleme der deutschen Nationalmannschaft keinen neuen Nährboden erhalten. Beim Sieg in München gab es dennoch einen Verlierer und Gewinner.

Das teils stimmungsarme Publikum in der Münchner Allianz Arena hat schon häufig sein Fett weg bekommen. Auch am Freitag konnten die Anhänger der deutschen Nationalmannschaft gegen die zahlreich angereisten österreichischen Fans keinen Punktsieg landen. Doch immerhin blieb gleich zu Beginn ein Raunen des Publikums aus, als Jerome Boateng nach ein paar Sekunden den ersten Fehlpass spielte und sich nur wenige Zeigerumdrehungen später auch Per Mertesacker sowie Marcel Schmelzer unnötige Ballverluste leisteten.

Nach den hitzig geführten Debatten um die Defensivprobleme des DFB-Teams, das in den ersten sechs Länderspielen des Jahres 2013 elf Gegentore - neun davon in den letzten drei Partien - hinnehmen musste, richtete sich der Fokus gegen Österreich vor allem auf die deutsche Rückwärtsbewegung.

Erstmals seit März zu Null

Die anfänglichen Wackler setzten sich jedoch diesmal nicht fort. Erstmals seit dem Spiel gegen Kasachstan im März blieb die Nationalelf wieder ohne Gegentreffer.

Bundestrainer Joachim Löw formierte eine neue Innenverteidigung, in der Jerome Boateng an der Seite von Mertesacker auflief. Diese Personalentscheidung ist als dezente Ansage in Richtung von Mats Hummels zu werten, der während des katastrophalen Auftritts gegen Paraguay Anfang August bei zwei Gegentoren als letztes Glied der Fehlerkette schlecht aussah.

Damit trug Löw der Entwicklung Rechnung, die beim Dortmunder seit Saisonbeginn auszumachen ist. Hummels scheint sich derzeit, das zeigten auch einige Spiele beim BVB, auf der Suche nach der Selbstverständlichkeit in seinen Aktionen zu befinden.

"In den letzten ein, zwei Spielen bei uns oder in Dortmund hat man gesehen, dass er vielleicht noch nicht die Sicherheit vom letzten Jahr hat", argumentierte Löw.

Boateng besser in Form

Sein Schachzug mit Boateng gab ihm Recht, die deutsche Innenverteidigung stand nun deutlich stabiler als zuletzt. Boateng setzte auch im Aufbauspiel einige Impulse nach vorne und befindet sich derzeit in jener Form, die Hummels aktuell abgeht.

"Ich habe mir das erarbeitet, habe mich heute sehr wohl gefühlt. Ich möchte meinen Platz nicht mehr hergeben. Jeder will spielen", sagte Boateng im Anschluss nüchtern. Eine Personaldebatte wollte Löw mit einer kleinen Hymne auf Hummels jedoch gleich im Keim ersticken.

Hummels sei für ihn nach wie vor ein "sehr guter Innenverteidiger und hervorragender Zweikampfspieler". Aber: "Ich hatte das Gefühl, dass Jerome Boateng aufgrund seiner Spiele in den letzten Wochen und Monaten bei den Bayern diese Chance verdient hatte", begründete Löw.

Wie Hummels die momentane Lage sieht, war leider nicht zu erfahren. Taktisch klug schob er sich eine Banane in den Mund, bevor er wortlos durch die Mixed Zone marschierte.

Löw darf sich auch weniger Sorgen um Einzelschicksale machen, er wollte vielmehr seine Forderungen umgesetzt sehen. Nach einer Trainingswoche, die es in dieser Länge und Intensität schon seit geraumer Zeit nicht mehr gab, verstand es das gesamte deutsche Team, als Einheit zu verteidigen.

"Wir haben uns eingeschworen"

Die Bewegungen im Offensivpressing und die Kompaktheit der Mannschaft stimmten wieder, da die Verbindung aller Glieder harmonierte. Die Viererkette stand hoch, das Mittelfeld agierte aggressiv gegen den Ball und auch im vorderen Drittel wurden effektive Wege gewählt, um den Gegner frühzeitig zu attackieren.

"Wir haben uns auf gewisse Dinge eingeschworen, die wir gegen Paraguay haben vermissen lassen. Die Mannschaft hat gezeigt, dass wir uns gegenseitig gut absichern können. Es war wichtig, als Team aufzutreten, in dem jeder dem anderen eine Sicherheit vermittelt", sagte Mertesacker.

Dazu trug auch Toni Kroos bei, der nach den Verletzungen von Bastian Schweinsteiger, Ilkay Gündogan und Lars Bender an der Seite des ebenfalls starken Sami Khedira das defensive Mittelfeld bildete und eine tadellose Leistung ablieferte. Für den lange Zeit verletzten Kroos war dies nach seiner Einwechslung beim 2:1-Sieg in Frankreich im Februar erst das zweite Länderspiel im Jahr 2013 und gleich Werbung in eigener Sache.

Kroos' "Problem" besteht darin, dass die Plätze in der Offensivreihe von anderen eingenommen werden und er sich auch auf der Sechs scheinbar unüberwindbarer Konkurrenz gegenübersieht. Seine Leistung am Freitag war ein Zeichen in Richtung Bundestrainer und lässt ihn wieder etwas näher an die erste Elf heranrücken.

Kroos und Khedira als dynamisches Duo

Kroos agierte sehr dominant mit vielen Ballkontakten und einer guten Raumaufteilung, hinzu kam sein bärenstarkes Tor zum 2:0 sowie ein toller Pass auf Benedikt Höwedes vor dem dritten Treffer. Doch zusammen mit Khedira trug er vor allem auch dazu bei, dass es in der Rückwärtsbewegung zu großen Teilen wieder stimmte und die zuletzt teils eklatanten Löcher zwischen Abwehr und defensivem Mittelfeld geschlossen wurden.

Doch trotz des durchaus ordentlichen Auftritts und der so gut wie feststehenden Qualifikation für die WM 2014 muss die deutsche Leistung in München auch anhand der Qualität des Gegners bewertet werden. Österreich zu schlagen gehört zum Selbstverständnis des DFB, zumal der Nachbar bis auf die ersten paar Minuten eine biedere Vorstellung anbot und letztlich einfach eine geringere Qualität als Löws international erfahrene Startruppe aufweist.

In dieser Hinsicht war am Freitag somit alles so, wie es sein muss: Ein Zu-Null-Sieg gegen Österreich mit drei erzielten Treffern und der nötigen Dominanz in Offensive und Defensive.

Dem Fazit von Kapitän Philipp Lahm, der zum 100. Mal als Nationalspieler unterwegs war und nun der achte Kicker in der DFB-Geschichte ist, dem diese Ehre zuteilwurde, kann daher uneingeschränkt zugestimmt werden: "Vorher war nicht alles schlecht, jetzt ist nicht alles gut. Aber wenn wir Zeit haben, um unsere Automatismen einzustudieren, dann haben wir defensiv wenige Probleme."

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