Marco Reus: Licht und Schatten

Von Für SPOX in Nürnberg: Andreas Lehner / Stefan Rommel
Dienstag, 26.03.2013 | 23:27 Uhr
Marco Reus erzielte gegen Kasachstan zwei Treffer
© getty
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Marco Reus bekam gegen Kasachstan mal wieder eine Chance von Anfang an. Der Dortmunder erzielte beim deutschen Erfolg zwei Treffer, hat im DFB-Dress aber weiterhin Luft nach oben.

Kaum eine Position in der deutschen Nationalmannschaft ist so umkämpft wie die im linken offensiven Mittelfeld. Mit Lukas Podolski, Andre Schürrle, Mario Götze, Patrick Herrmann und Marco Reus hat Bundestrainer Joachim Löw mindestens vier Lösungen parat - den Gladbacher Debütanten Herrmann mal bis auf weiteres außer Konkurrenz laufend.

Dessen ehemaliger Mannschaftskollege Marco Reus bekam im Heimspiel gegen Kasachstan mal wieder die Chance von Beginn an.

Nachdem Podolski am Freitag in Astana nach seiner frühen Einwechslung eine unscheinbare Partie abgeliefert hatte, ergab sich so eine nette Gelegenheit für Reus, dem Bundestrainer seine Vorzüge prägnant näherzubringen.

Reus rotiert mit Götze

Gegen die Kasachen begann Reus wie erwartet auf dem linken Flügel, interpretierte seine Rolle im Offensivspiel aber recht variabel. Nachdem er gleich zu Beginn auf Grund einer kurzen Behandlungspause von Mario Götze in die Mitte rückte, zog es ihn auch nach Götzes Rückkehr immer wieder zu früh ins Zentrum.

Bereits nach fünf Minuten monierte Löw auch deshalb die fehlende Breite im deutschen Spiel. Am Freitag hatte dies in den ersten 30 Minuten noch sehr gut funktioniert, weil beide Flügel konsequent gehalten wurden, fehlte Reus ein paar Mal zu oft auf seiner Position.

Der Dortmunder stimmte sich im Lauf der ersten Viertelstunde aber immer besser ab mit seinen Kollegen, das Positionsspiel klappte deutlich reibungsloser. So war Reus auf der Halbposition links oder im Zentrum zu finden - je nach Spielsituation. Bis dato hatte Reus seine beiden auffälligsten Szenen bei zwei konsequenten Defensivaktionen tief in der eigenen Hälfte.

Parallelen zum BVB-Spiel

Die beiden kasachischen Riegel raubten Reus einer seiner Stärken: Im Prinzip kam er nie mit Tempo auf seine Gegenspieler zu, musste fast immer aus einer langsamen Bewegung oder dem Stand passen oder anlaufen.

Bis zur 21. Minute, als er erstmals ins Dribbling ging, von der Seite parallel zum Tor zur Mitte zog, einen Beinschuss setzte und dann bei seinem Abschluss aus 19 Metern auch ein wenig Glück hatte.

Wie bei den übrigen Kollegen waren die Zuspiele von der Grundlinie in den Strafraum aber auch nicht genau genug. Besonders auf die Bälle in den Rücken der Abwehr hatten sich die Kasachen anders als noch im ersten Spiel gut eingestellt. Reus zeigte bei seinen Ausflügen in die Mitte ein sehr gutes Gespür für den Raum und Situationen und wie er sich dort bewegen muss, um sich selbst in eine gefährliche Position zu bringen. Hier hilft definitiv das erlernte aus dem Verein. Auch beim BVB darf sich Reus in ähnlicher Form bewegen.

Allerdings nahm sich Reus auch einige längere Auszeiten und war öfter mal nicht zu sehen. In der zweiten Halbzeit tummelte er sich noch öfter in der Mitte, ließ Götze dafür auf den Flügel ausweichen. Trotzdem war er auch hier Opfer des fehlenden Spielflusses, versteckte sich aber auch wie die Mitspieler, von denen jeder wie schon am Freitag gefühlt fünf Prozent weniger abrief und das deutsche Spiel deshalb sofort stockte.

Doppelpack übertüncht Schwächen

Reus ließ sich dadurch auch anstecken, fabrizierte leichte Stock- und Abspielfehler - so bei einem Fehlpass in die Spitze nach einem erfolgversprechenden Konter (61.) oder nach dem zunächst tollen Doppelpass mit Özil, den Reus dann mit links nicht mehr in die Abschlussposition bringen konnte (70.).

Sehr gut allerdings dann wieder sein Zuspiel auf Götze vor der Vierfach-Chance der deutschen Mannschaft nur wenige Minuten später. Hatte dann auch noch die Chance auf sein zweites Tor, als er Lahms abgefälschte Flanke aber nicht sauber traf (83.). Holte das dann in der 90. Minute noch nach.

Eine Partie mit Höhen und Tiefen für Reus, der am Ende auf 81 Prozent Passquote und 87 Ballkontakte kam. Passable Zahlen zwar, gegen einen zweitklassigen Gegner aber auch zu erwarten. Am Ende steht eine ordentliche Leistung, garniert mit zwei Toren.

Deutschland - Kasachstan: Daten & Fakten zum Spiel

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