Stuttgarter Tristesse in Hamburg

Von Für SPOX bei der Nationalmannschaft: Stefan Rommel
Mittwoch, 14.10.2009 | 20:10 Uhr
Thomas Hitzlsperger spielte schwach und wurde zur Halbzeit ausgewechselt
© Getty
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Die deutsche Nationalmannschaft hat sich nur vier Tage nach der starken Vorstellung von Moskau und der vorzeitigen Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika im letzten Heimspiel der Qualifikationsgruppe 4 gegen die weit abgeschlagenen Finnen mit einem 1:1 (0:1) fast bis auf die Knochen blamiert.

Vor 51.000 enttäuschten Zuschauern in Hamburg, die die Mannschaft teilweise mit bösen Pfiffen bedachten, erzielte Jonatan Johansson nach mehreren Fehlern in der deutschen Hintermannschaft die finnische Führung (11.). Lukas Podolski glich in der 90. Minute doch noch aus.

Das Spiel in der SPOX-Analyse

Die deutsche Mannschaft in der SPOX-Einzelkritik:

Rene Adler: Undankbarer Abend für Adler: Der erste Schuss war gleich drin. Beim ersten Gegentor der deutschen Mannschaft nach über einem Jahr und 579 Spielminuten war er machtlos. Ansonsten fror er vor sich hin und musste dann und wann bei einigen Chancen der Gäste sogar noch eingreifen. Einen Schuss von Eremenko faustete er nach vorne, statt zur Seite ab. Note 3

Andreas Beck: Ließ sich beim 0:1 von Porokara überlaufen, konnte die Flanke deshalb nicht mehr verhindern. Wollte viel in der Offensive machen, verhedderte sich dabei aber in aufwändigen Aktionen zu oft, anstatt den klaren Ball zu spielen bzw. schnell zu flanken. Das Timing bei den wenigen Flanken war dann auch noch verbesserungswürdig. Immerhin wurde Beck wie die gesamte Mannschaft in der zweiten Halbzeit besser. Trotzdem vergab er unter dem Strich die große Chance, sich für weitere Aufgaben zu empfehlen. Note 4

Arne Friedrich: War in Abwesenheit von Mertesacker der Abwehrchef und zeigte, dass er kein Abwehrchef ist. Seine Viererkette verschob oft nicht richtig auf einer Linie, wodurch die Finnen immer wieder kleine und große Schlupflöcher finden konnten. Brachte mit Westermann keine Stabilität in die deutsche Deckung. Note 4

Heiko Westermann: Pennte bei Johanssons Tor, als er dem Finnen am eigenen Fünfer keine Beachtung schenkte. In der Luft okay, am Boden teilwiese unbeholfen. Und das Spiel gegen die defensiven Finnen hat einmal mehr bewiesen: Westermann ist für einen Gegner dieser Art mit seiner Spielweise im Offensivspiel fast unbrauchbar. Seine flachen Pässe in die Spitze landeten in schöner Regelmäßigkeit beim Gegner. Nach dem guten Spiel in Moskau ein Rückschritt für den Schalker. Note 5

Philipp Lahm: Begann überraschend doch auf der linken Seite und war im ersten Durchgang der auffälligste deutsche Feldspieler. Defensiv zwar auch nicht immer souverän, in der Offensive aber im Zusammenspiel mit Podolski mit einigen ordentlichen Szenen. In der zweiten Halbzeit weiter viel im Vorwärtsgang, aber bei seinen Aktionen auch nicht immer glücklich. Note 3

Michael Ballack: Auf der ungewohnten halbrechten Mittelfeldposition nicht wirklich mitten im Geschehen. Bemüht um Ordnung, aber auch der Kapitän war fahrig und schlampig in seinen Abspielen. Verabschiedete sich mit einem Kopfschütteln auf dem Weg in die Pause - von der er wie abgesprochen nicht zurückkehrte. Note 4

Thomas Hitzlsperger: Der Stuttgart-Hitzlsperger ist mittlerweile auch der DFB-Hitzlsperger. Bisher konnte er selbst in schwächeren Phasen im Verein im Nationaldress noch einigermaßen überzeugen, aber derzeit ist auch mit dem Adler auf der Brust nichts mehr so wie man es von Hitz gewohnt ist. Spulte im Prinzip nur sein Pensum ab, ohne Schwung und Selbstvertrauen, das personifizierte Leistungstief. Fand im Dreier-Mittelfeld mit Ballack und Trochowski überhaupt keine Bindung. Nach 45 Minuten war folgerichtig Schluss. Note 6

Piotr Trochowski: Beim Heimspiel vor eigenem Publikum zunächst übermotiviert, dann fahrig und am Ende mit dem sachten Hang zur Selbstaufgabe. Konnte die Chance, gegen den enteilenden Özil auf seinen Positionen Boden gutzumachen, beileibe nicht nutzen. Seine Standards waren auch eher mau. Unter dem Strich ein schwaches Länderspiel von Troche. Note 5

Cacau: Der Stuttgarter wurde bei seinem Startelf-Debüt im 4-3-3 als rechter Flügelspieler aufgeboten und ging dort total unter. Cacau war zwar sichtlich bemüht - mehr war aber auch nicht. Offensiv ohne nennenswerte Aktion und im Defensivverhalten zeitweise katastrophal. Ließ Beck immer wieder gegen zwei Gegenspieler alleine, machte zu spät die große Lücke auf seiner Seite zu. Hatte in der zweiten Halbzeit eine einzige gute Szene, die er aber relativ kläglich vergab. Eigenwerbung sieht anders aus. Note 5

Mario Gomez: Eine der ärmsten Figuren auf dem Platz. Bewegte sich eigentlich ganz gut, startete auch oft in die Lücken der finnischen Viererkette, die dafür oft Platz ließ. Allerdings wollte und wollte ihn kein Pass aus dem Mittelfeld finden. In der ersten Halbzeit brachten seine Mitspieler exakt eine Flanke von den Seiten zustande - die allerdings segelte direkt in Jääskeläinens Arme. Im zweiten Durchgang einige Male torgefährlich, aber nicht geil genug auf das Tor. Die Pfiffe der Hamburger Fans bei seiner Auswechslung waren deutlich überzogen. Note 4

Lukas Podolski: In der ersten Halbzeit noch der "gefährlichste" Angreifer - vor allem, weil er mit Lahm zusammen ein paar Akzente über links setzen konnte. Nach dem Wechsel links in der Mittelfeldraute - trotz veränderter Position aber nicht auffälliger als zuvor. Eher im Gegenteil. Gerade in vertrackten Spielen wie diesen muss von Poldi mehr kommen. Wenigstens stolperte er den Ball in der Schlussminute noch ins Tor. Note 4

Christian Gentner: Durfte ab der 46. Minute auf der etwas ungewohnten Sechserposition ran und brachte von dort aus als erster Passgeber deutlich mehr Schwung in die deutschen Angriffsaktionen als Hitzlsperger. Allerdings wechselten sich auch bei Gentner Licht und Schatten ab. Gentner verpasste einige Male den vorzeitigen Torabschluss. Trotzdem eine Belebung für das deutsche Spiel. Note 3

Mesut Özil: Mit der Einwechslung des Bremers gestand sich Löw sein 4-3-3-Experiment als gescheitert ein und gab dadurch zumindest ein richtungsweisendes Signal für die zweiten 45 Minuten. Hatte wie gehabt die besten deutschen Ideen und setzte die auch fast immer auch gut in die Tat um. Allerdings muss er seine Großchance nach 77 Minuten auch machen... Note 3

Miroslav Klose: Kam spät für Gomez (77.), war aber schnell mit zwei gelungenen Aktionen im Spiel. Vergab die große Chance frei vor Jääskeläinen, als er per Kopf scheiterte. Stocherte vor dem 1:1 erfolgreich um den Ball. Keine Note

Die Qualifikationsgruppe 4 im Überblick

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