Thy auf den Spuren von Kehl und Hitzlsperger

SID
Samstag, 31.10.2009 | 14:55 Uhr
Lennart Thy (r.) zeigte gegen Honduras seinen Torinstinkt
© Getty
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Nach zwei Blackouts hat sich Europameister Deutschland doch noch ins Achtelfinale der U-17-WM gezittert und darf dank des überragenden Torjägers Lennart Thy sogar von der Fortsetzung des Erfolgswegs träumen.

"Die Mannschaft hat Moral bewiesen", lobte DFB-Sportdirektor Matthias Sammer die deutschen Nachwuchs-Fußballer nach dem 3:1 (0:0) im letzten Gruppenspiel gegen Honduras.

Trainer Marco Pezzaiuoli sagte: "Ich bin stolz auf sie, denn sie haben große Charakterstärke gezeigt."

Rückstand direkt nach der Pause

Nachdem sich die DFB-Junioren gegen Nigeria (3:3 nach 3:0) und Argentinien (1:2 nach zwei Gegentoren innerhalb weniger Sekunden) mit Minutenschläfen um die Früchte ihrer Arbeit gebracht hatten, gerieten sie gegen den punktlosen Außenseiter Honduras direkt nach der Pause in Rückstand. Doch dann kam Thy.

Der Bremer Stürmer, beim EM-Gewinn im Mai mit drei Treffern bereits Torschützenkönig, machte innerhalb von 30 Sekunden aus dem 0:1 ein 2:1 (55./56.) und setzte sich mit drei Toren auch in Nigeria an die Spitze der Torjägerliste.

12 Treffer in 20 Länderspielen, davon sechs in acht Partien bei großen Turnieren - der 17-Jährige weckt Hoffnungen auf eine große Zukunft.

Thy auf den Spuren von Kehl und Hitzlsperger

Somit könnte der Bremer auf den Spuren von Sebastian Kehl und Thomas Hitzlsperger wandeln.

Die beiden defensiven Mittelfeldspieler sind nämlich aus sieben Aufgeboten die einzigen deutschen Spieler, die es nach einer U-17-WM auch zu einer WM-Teilnahme mit dem A-Team brachten.

Der Dortmunder Kehl spielte 1997 bei der U-17-WM und 2002 und 2006 bei der großen Weltmeisterschaft.

Der Stuttgarter Hitzlsperger spielte 1999 für die Junioren und erlebte 2006 in Deutschland seine WM-Premiere bei den Senioren.

Stürmermangel im Juniorenbereich

Thy scheint in jedem Fall ein Ausnahmetalent zu sein, und im Juniorenbereich klagen derzeit fast alle deutschen Teams über Stürmermangel.

Pezzaiuoli beschreibt ihn als "sehr zielstrebig, lernbegierig und bescheiden. Er verfügt über einen guten Torinstinkt, ist unheimlich gefährlich im direkten Torabschluss und in den Zweikämpfen. Und das Ganze in Kombination mit physischen Eigenschaften."

Der in Frechen im Rheinland geborene Thy gibt sich ebenfalls optimistisch: "Im Moment läuft es gut. Ich muss mich bei Werder in der U 19 beweisen, dann ist alles möglich."

Sammer war nach den Rückschlägen in den ersten Spielen froh, "dass wir diesmal den Spieß umgedreht haben und nach einem Rückschlag zurückgekommen sind".

Pezzaiuoli hatte zuvor zahlreiche Einzelgespräche mit seinen Schützlingen geführt und Videositzungen abgehalten.

Nach dem erlösenden Sieg, den der eingewechselte Kevin Volland sicherstellte (72.), schaue man nun "von Spiel zu Spiel".

DFB-Team: Die deutsche WM-Quali-Gruppe 4

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