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Herrmann zeigt die Hacken

Von Benjamin Wahlen
Mittwoch, 10.06.2015 | 23:15 Uhr
Patrick Herrmann war von den US-Amerikanern oft nur durch Foul zu stoppen
© getty
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Müde DFB-Kicker verlieren in letzter Minute gegen die USA. In der Viererkette kann nur der Rechtsverteidiger überzeugen, im Mittelfeld tauchen Gündogan und Schweinsteiger zu lange unter dem Radar und ein Fohlen feiert ein sehr gelungenes Debüt. Das DFB-Team in der Einzelkritik.

Ron-Robert Zieler: Durfte das deutsche Tor auch im zweiten Testspiel nach der Weltmeisterschaft hüten und machte einen guten Job. Sicher im Aufbauspiel, souverän in der Strafraum-Beherrschung und stark auf der Linie. Als die Vereinigten Staaten auf das 1:2 drückten, hielt er seine Mannschaft mit klasse Paraden gegen Bradley (80. und 83.) im Spiel. Bei beiden Gegentreffern war Zieler machtlos. Note 3

Shkodran Mustafi: Spielte mit hohem Einsatz und warf sich in viele Schüsse. Allerdings immer wieder auch mit Ungenauigkeiten im Aufbauspiel und Unachtsamkeiten in der Defensive. War beim 1:2 viel zu weit weg von Wood und ließ sich dann mit einer simplen Täuschung verladen. Note 4

Antonio Rüdiger: Der beste deutsche Zweikämpfer auf dem Platz. Gewann fast jedes seiner Duelle am Boden und in der Luft. Wagte sich allerdings zu oft mit in die Offensive oder ließ sich aus dem Zentrum ziehen. Beim 1:1 durch Diskerud war er nicht auf dem Posten und riss so eine gewaltige Lücke, die die USA nutzten. Note 4

Sebastian Rudy: Bekam eine weitere Chance auf der Rechtsverteidigerposition und zeigte sich erneut als echte Alternative. Hatte seine Seite defensiv im Griff und beteiligte sich regelmäßig auch an den Angriffsbemühungen. Stark sein Tackling in der 50. Minute, als er das 1:2 in letzter Sekunde verhinderte. Note 3,5

Jonas Hector: Sehr wechselhafte Partie des Lokalmatadors. Begann offensiv und mutig, hatte in der Rückwärtsbewegung aber mehrfach große Schwierigkeiten. Ließ sich in der 9. Minute böse tunneln, bekam Zardes nie wirklich unter Kontrolle und gewann nur knapp 38 Prozent seiner Zweikämpfe. In der zweiten Hälfte dann überfordert mit Yedlins Sprintstärke. Note 4,5

Patrick Herrmann: Klasse Debüt des Mönchengladbachers. Machte über seine rechte Seite ständig Druck, ging in Eins-gegen-eins Situationen und zwang seine Gegenspieler ins Laufduell. Bereitete allein in der ersten Halbzeit drei Hochkaräter vor, von denen einer zum 1:0 führte. Gewann außerdem jeden seiner Zweikämpfe, passte mit 90-prozentiger Genauigkeit und lief seinen Gegenspielern regelmäßig davon. Note 2

Ilkay Gündogan: Dem Dortmunder war die Spielfreude bei seinem Comeback deutlich anzumerken. Kippte im Wechsel mit Schweinsteiger immer wieder ab und holte sich die Bälle in der Box ab. Verbuchte die mit Abstand meisten Ballaktionen (97) und zweitmeisten Pässe (83) aller Feldspieler. Note 3

Bastian Schweinsteiger: Erlebte wie Gündogan einen eher bedächtigen Abend. Tat viel für den Spielaufbau und hielt seinem Nebenmann bei dessen Vorstößen den Rücken frei, konnte seine Mitspieler aber nur sehr selten zielführend in Szene setzen. Fehlte Deutschland als Ruhepol, als die USA den Druck enorm steigerte. Note 3

Mesut Özil: Rochierte ständig zwischen den Flügeln und versuchte, das Spiel im vorderen Drittel zu steuern. Spielte über 80 Pässe und brachte fast 98 Prozent davon zum Mann. Verlor nach einer Stunde sichtlich die Lust und machte kaum noch Meter. Agierte in mehreren Situationen zu zögerlich im Abschluss. Note 4

Andre Schürrle: Wesentlich unauffälliger als Herrmann auf der gegenüberliegenden Seite. Hatte seine Szenen in der Offensive, traf aber oft die falsche Entscheidung, lief sich fest und übersah die besser postierten Mitspieler. Nach 45 Minuten war für den Wolfsburger Schluss. Note 4,5

Mario Götze: Durfte mal wieder als falsche Neun in vorderster Front beginnen und machte dort vor allem in der Anfangsphase eine gute Partie. Tauchte im Wechsel mit Özil regelmäßig selber auf dem Flügel auf und zog seine Gegenspieler aus dem Sechzehner. Abgezockt bei seinem Treffer zum 1:0. Hätte allerdings mindestens noch ein weiteres Tor drauflegen müssen. Note 3

Sami Khedira: Kam nach 46 Minuten und versuchte sofort, das Spiel an sich zu reißen. War präsent und engagiert, wie sein Vorgänger Schweinsteiger aber ohne kreative Momente und gute Ideen. Scheiterte bei seiner besten Szene in der 90.+4 glücklos an der Latte. Note 3

Lukas Podolski: Kam mit Khedira in die Partie und begann sofort damit, den Rasen auf seiner linken Seite umzupflügen. Allerdings waren seine Aktionen nur sehr selten von Gefahr und noch seltener von Erfolg gekrönt. Vernachlässigte seine Defensiv-Aufgaben zudem mehrfach und ließ Hintermann Hector alleine gegen zwei Gegenspieler. Note 4

Christoph Kramer: Bekam 30 Minuten von Löw, schaffte es in dieser Zeit aber nicht, Akzente zu setzen. Ohne Szene in der Offensive, ohne Fehler in der Defensive. Note 3,5

Max Kruse: Kam in der 73. Minute für Götze und fand sich im Sturmzentrum ein. Sah dort allerdings kaum Bälle und beendete die Partie mit zehn Ballaktionen und zehn Pässen. Keine Bewertung

Karim Bellarabi: Ersetze Herrmann auf der rechten Seite und sorgte mit seiner Flanke in der Nachspielzeit fast für den späten Ausgleich der DFB-Elf. Ansonsten unauffällig. Keine Bewertung

Deutschland - Vereinigte Staaten: Daten zum Spiel

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