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Der Trend ist uns wurscht

Donnerstag, 26.03.2015 | 09:35 Uhr
Benedikt Höwedes war gegen Australien Teil des Experiments Dreierkette
© getty
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Deutschland kann auch im ersten Länderspiel des Jahres 2015 nicht überzeugen. Gegen freche Australier bleibt vieles Stückwerk, die Experimente bleiben in den Kinderschuhen stecken. Mannschaft und Trainer geben sich betont gelassen. Der Fokus liegt auf Georgien (So., 18 Uhr im LIVE-TICKER), dort soll es die A-Elf richten.

Das Bild des Abends gab es schon vor dem Anpfiff. Leider hatte es einen traurigen Anlass. Benedikt Höwedes hielt ein schwarzes Schild mit der Aufschrift "Haltern trauert" vor seine Brust, während die deutsche Nationalhymne gespielt wurde.

Der aus Haltern stammende Verteidiger zeigte noch vor der offiziellen Schweigeminute seine Anteilnahme an der Tragödie des Flugzeugabsturzes in den französischen Alpen, bei dem auch eine Schulklasse aus seinem Heimatort ums Leben kam.

Höwedes fiel es dann auch sichtlich schwer, den Einstieg in das anstehende Fußballspiel zu finden. Eine menschliche und nachvollziehbare Reaktion. Bei der Bewertung seiner Leistung kann man diesen Zusammenhang nicht außer Acht lasten.

"Ernstzunehmende Trainingseinheit"

Aber auch die Leistung der gesamten Mannschaft lässt sich nach diesem 2:2 gegen Australien nicht eindeutig bewerten. Es gab gute Aktionen, aber auch hanebüchene Fehler. Es gab feine Kombinationen über mehrere Stationen, aber auch auf diesem Niveau eigentlich unübliche technische Unzulänglichkeiten.

Es war eben ein Testspiel, noch dazu das erste im Jahr 2015. Für Christoph Kramer war die Partie sogar nur die erste "ernstzunehmende Trainingseinheit" in dieser Saison im Kreise des DFB. Deshalb sei es wichtig gewesen, einige Dinge auszuprobieren - personell wie taktisch.

Am Sonntag zählt's

Aber es war eben auch das erste Testspiel nach den durchwachsenen Auftritten im Spätherbst im Anschluss an den Weltmeistertitel, mit denen sich das Team von Bundestrainer Joachim Löw in der EM-Qualifikation unnötig unter Druck gesetzt hat.

Und so passt auch dieses Spiel in den Trend der letzten Länderspiele, auch wenn mehrere Monate dazwischen liegen. Trotzdem war man sich im Tross des Weltmeisters einig in der Deutung dieses gerade noch geretteten Remis'. Alles halb so wild, erst am Sonntag in Georgien zählt's.

Entwicklung in den Kinderschuhen

Der Trend ist in diesem Fall nicht Jedermanns Freund, sondern allen Beteiligten in erster Linie wurscht.

Löw hat schon im Vorfeld der Partie die Aufgabenstellung für die kommenden Monate umrissen und versucht, die Erinnerungen an die erfolgreiche WM in die gewünschten Bahnen zu lenken. Vergleiche mit der Elf oder dem Kader von Brasilien hat der Bundestrainer für unzulässig erklärt. Er ist gerade dabei, der Mannschaft eine neue Form und Struktur zu geben.

Deshalb agierte die DFB-Elf zumindest bei Ballbesitz mit einer Dreierkette, die in dieser Besetzung im Spielaufbau aber nur bei Holger Badstuber ihre Vorteile ausspielen hätte können, doch auch dem Rückkehrer auch München gelang wenig.

Im Mittelfeld und Angriff herrschte ein reger Positionstausch, der jedoch weitestgehend noch wahllos und unkoordiniert wirkte. Es blieben ein paar gute Ansätze, aber auch die Gewissheit, dass die Entwicklung noch in den Kinderschuhen steckt.

Wie viel Arbeit der Bundestrainer vor sich hat, wurde spätestens nach der Pause sichtbar, als jegliche Struktur abhandenkam. Auch wenn Löw im Hinblick auf das Spiel in Georgien Stützen wie Bastian Schweinsteiger, Jerome Boateng, Toni Kroos und Thomas Müller komplett schonte.

Mutiger Asienmeister

"Wir haben die Dinge nicht so umgesetzt, wie wir sie umsetzen wollten", sagte Löw. Er bemängelte die nicht vorhandene Klarheit im Offensivspiel und den fehlenden Zugriff in der Defensive.

Es war aber auch so, dass die mutige Herangehensweise der Australier nicht ganz der mittlerweile gängigen Vorstellung entsprach, dass die künftigen Gegner dem Weltmeister mit einer noch destruktiveren Mauertaktik entgegentreten werden als zuvor schon.

Der Asienmeister verteidigte nicht abwartend und tief in der eigenen Hälfte, sondern mutig nach vorne. Die daraus resultierenden Räume in der Tiefe nutzte Deutschland nur in der ersten Hälfte für gelungene Angriffe. Es wurde ein "hektisches Spiel", wie es Löw formulierte.

"Da kannst du nix mehr ausprobieren"

Eine Spielweise, die zwar beispielsweise den von Löw in die Riege der Vorbilder hochgestuften Chilenen behagt, für die Ballbesitzspieler im deutschen Mittelfeld wie Ilkay Gündogan oder Mesut Özil nicht optimal ist. Das gilt ebenso für die geschonten Schweinsteiger und Kroos.

Spielkontrolle und eine stabile Defensive werden auch die Prinzipien sein, auf der Löw sein Fundament für diese Mannschaft bauen wird. Ideen sammeln, einbringen, ausprobieren, weiterentwickeln oder verwerfen: so hat der Bundestrainer seine Aufgabe für die kommenden Monate definiert.

Für etwas mehr Ruhe im Umfeld hätte da ein positives Ergebnis gesorgt. "Vorgesehen ist ein 5:0 und dann is' gut", sagte deshalb auch Kramer in seiner recht lockeren Art. Aber auf das Resultat wird beim DFB vorerst nur in der EM-Qualifikation geschaut. "Da kannst du nix mehr ausprobieren", sagte Kramer. In Tiflis wird Löw dann auch seine A-Elf aufs Feld schicken.

Deutschland - Australien: Daten zum Spiel

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