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Deutschland - Frankreich 0:0: Neuanfang geglückt - starke DFB-Elf verpasst Sieg

Marco Reus spielt seit 2011 für die deutsche Nationalmannschaft.
© getty

Deutschland hat im ersten Spiel nach der Weltmeisterschaft 0:0 gegen den neuen Weltmeister Frankreich gespielt. Dabei zeigte sich die Elf von Bundestrainer Joachim Löw zum Auftakt der Nations League im Vergleich zum Turnier in Russland aber stark verbessert.

Weltmeister Frankreich schickte bis auf den verletzten Torhüter Lloris die Stammelf ins Rennen, Löw verzichtete auf einen der drei Neulinge im Kader und begann im 4-1-4-1: Ginter und Rüdiger gaben die Außenverteidiger, Kimmich rückte ins Mittelfeld und gab den Sechser zwischen Goretzka und Kroos.

Die DFB-Elf begann aufmerksam und ließ in der ersten halben Stunde überhaupt nichts zu, der Weltmeister präsentierte sich allerdings offensiv sehr passiv. Nach vorn versuchte es Deutschland vor allem über die Flügel, wo Goretzka den rechten Flügel häufig überlud. Den Flanken von Rüdiger und Ginter fehlte es allerdings an Genauigkeit. Die beste Gelegenheit hatte der agile Werner per Flachschuss (18.).

Die Equipe wachte erst nach 35 Minuten auf, hatte dann durch Giroud (36.) und den kaum vom Ball zu trennenden Mbappe (43.) die besten Chancen. Auch nach dem Seitenwechsel spielte Frankreich bei einsetzendem Regen weiter mit, die Partie wurde offener: Nach schnellem Umschaltspiel der Gastgeber hielt Areola gut gegen Reus (64.).

Deutschland in den letzten 25 Minuten wieder stärker und mit dem einen oder anderen Weitschuss, einen Konter schloss Hummels fast zur Führung ab. Auch Müller und Ginter wurden vom gut aufgelegten Areola gestoppt. Die DFB-Elf war in der Schlussphase klar stärker, kurzzeitig sogar im Powerplay, das wurde am Ende aber nicht belohnt.

Die Daten des Spiels Deutschland gegen Frankreich

  • Frankreich hatte zuvor die letzten vier Partien in Deutschland nicht verloren (3 Siege, 1 Remis). Diese Serie hat weiter Bestand.
  • Zum ersten Mal im Kalenderjahr 2018 gab es kein Gegentor für die deutsche Mannschaft.
  • Von den letzten fünf Heimspielen konnte Deutschland nur gegen Saudi-Arabien (2:1) gewinnen.

Der Star des Spiels: Alphonse Areola (Frankreich)

Der Ersatzmann des verletzten Lloris hatte in der ersten Halbzeit wenig zu tun, durfte dafür in Halbzeit zwei aber glänzen. Hielt stark gegen Werner, Weltklasse gegen Müller und Ginters Kopfball. Insgesamt mit sechs Paraden.

Der Flop des Spiels: Antonio Rüdiger (Deutschland)

Kam links in der Viererkette zum Einsatz, leistete sich dabei aber den einen oder anderen Schnitzer und Ballverlust. Nach vorn mit ein paar guten Vorstößen zur Grundlinie, bei den Flanken aber viel zu hektisch und ungenau. Gewann außerdem nur 38 Prozent seiner Zweikämpfe.

Der Schiedsrichter: Daniele Orsato (Italien)

Hatte in einem fairen Spiel relativ wenig zu tun, hätte beim einen oder anderen ausgefahrenen Ellbogen der Gäste auch die Gelbe Karte zücken können.

Die Reaktionen zu Deutschland - Frankreich

Joachim Löw (Trainer Deutschland): "Das Spiel stand ja unter besonderen Vorzeichen. Die Art und Weise, wie wir auftreten, war wichtig. Es war wichtig, eine Reaktion zu zeigen. Und ich glaube, das hat die Mannschaft gut gemacht. Wir hätten gegen den Weltmeister sicher das eine oder andere Tor erzielen können. Wir wussten, dass die Franzosen mit ihren zehn Feldspielern in die eigene Hälfte gehen. Es war wichtig, eine defensive Stabilität herzustellen und uns nicht auskontern zu lassen. Das ist die größte Stärke der Franzosen, und das haben wir heute gut verhindert. Defensiv hat es gestimmt, und das ist ein gutes Fundament. Jeder einzelne Spieler hat heute alles abgerufen und ist an die Grenze gegangen. Es wäre naiv wenn man glaubt, dass mit einem Spiel die WM wettgemacht wird. Das ist ein langer Prozess. Am Ende können wir uns nur beim nächsten Turnier rehabilitieren."

Didier Deschamps: (Trainer Frankreich): "Wir hatten nicht viel Zeit für die Vorbereitung. Es gab Phasen, da hätten wir ein Tor erzielen können. Am Ende hat Deutschland Druck gemacht. Da fehlte bei uns ein bisschen die Energie. Es ist gut, auswärts mit einem Unentschieden zu starten."

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