Mario Gomez im Star Watch

"Ein paar Zehntel langsamer als Bolt"

SID
Dienstag, 08.09.2009 | 09:38 Uhr
Mario Gomez feierte am 7. Februar 2007 gegen die Schweiz sein Debüt in der Nationalmannschaft
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Mario Gomez ist einer der großen Hoffnungsträger der deutschen Nationalmannschaft im Hinblick auf die WM 2010. SPOX begleitet den neuen Stürmerstar des FC Bayern München exklusiv auf seinem ganz persönlichen Weg nach Südafrika. Im sechsten Star Watch spricht Gomez über Arjen Robben, Michael Ballack und Usain Bolt - und er blickt auf das WM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan voraus.

Hallo zusammen,

wie Ihr vielleicht mitbekommen habt, musste ich das Training am Sonntag wegen Beschwerden in meinem rechten Knie abbrechen.

Die Kernspintomographie hat aber ergeben, dass kein schwerwiegender Schaden vorliegt, also weder ein Bruch noch ein Bänderriss. Jetzt muss man sehen, wie sich das bis Mittwoch verhält, doch ich bin zuversichtlich, dass ich wieder einsatzbereit bin.

Nach unseren zuletzt nicht wirklich überzeugenden Leistungen wollten wir gegen Südafrika vor heimischem Publikum wieder guten Fußball zeigen - das ist uns gelungen. Wir haben gut kombiniert, uns viele Chancen erarbeitet und die Tore schön herausgespielt.

Gegen Aserbaidschan möchten wir das fortsetzen und drei Punkte holen, denn natürlich müssen die Ergebnisse stimmen, gerade im Hinblick auf eine erfolgreiche WM-Qualifikation. Dementsprechend konzentriert werden wir auftreten.

Özil macht Spaß

Gegen Südafrika haben wir im 4-3-3-System agiert und das hat sehr gut funktioniert. Es ist sicherlich nicht immer einfach als einziger Stürmer, doch Mesut Özil hat mich und in der zweiten Halbzeit Miro Klose hervorragend unterstützt.

Überhaupt ist er ein Spieler, den Deutschland lange nicht hatte. Er ist ein starker Techniker, sehr ballsicher, spielt klasse Pässe und ist auch noch torgefährlich. Es macht Spaß, mit Özil zusammenzuspielen und wir sollten froh sein, ihn zu haben.

Ich denke, dass man gegen Südafrika einfach auch gemerkt hat, was es ausmacht, wenn wir ein paar Tage länger zusammen sein und im Training im taktischen Bereich und der Feinabstimmung arbeiten können.

Ballack ist immens wichtig

Wir müssen gegen Aserbaidschan noch einmal eine überzeugende Leistung zeigen, um uns noch mehr Selbstvertrauen zu holen und noch besser unseren Rhythmus zu finden. Dann sind wir für die Partie in Russland gut gerüstet.

Beim Schützenfest einen Tag mit Mario Gomez gewinnen!

Es gab in letzter Zeit auch einige Diskussionen über Michael Ballack. Ich habe diese Diskussion nie verstanden. Zu Michael Ballack muss man nicht mehr viel sagen, und er muss auch niemandem mehr etwas beweisen.

Er ist unser Kapitän und Leader, wir profitieren sehr von seiner Erfahrung. Er ist immer präsent und torgefährlich, und damit nicht nur für die Nationalmannschaft ein immens wichtiger Spieler. Michael Ballack wird in England sehr geschätzt, das zeigen besonders seine letzten Auftritte bei Chelsea.

Rib & Rob sind Weltklasse

Wenn ich nach dem Aserbaidschan-Spiel wieder zurück in München bin, freue ich mich schon wieder auf Rib & Rob, wie SPOX unsere Flügelzange ja getauft hat.

Die beiden sind absolute Weltklasse-Spieler und beleben mit ihrer Schnelligkeit und Kreativität unser Offensivspiel. Dadurch haben wir mehr Möglichkeiten und sind noch schwerer auszurechnen, da das Spiel jetzt nicht mehr so linkslastig ist. Als Mittelstürmer profitiert man natürlich sehr von ihnen und kann sich stetig weiterentwickeln.

Gleich im ersten Spiel von Arjen Robben hat man bereits sehr gut sehen können, dass uns seine Verpflichtung weiterhelfen wird.

Sicher sollte das alles nach nur einem Einsatz nicht überbewertet werden, aber ein Spieler seiner Qualität ist für jedes Team ein absoluter Gewinn. Wir haben eine starke Mannschaft, mit der wir unsere gesteckten Ziele auf jeden Fall erreichen können.

Nicht das neue Real Madrid

Ich sehe uns aber nicht als das neue Real Madrid - das sind Vergleiche, die von außen an uns herangetragen werden - ich vergleiche uns generell nicht mit anderen Mannschaften. Wir haben gegen Wolfsburg unseren ersten Saisonsieg geholt, und das ohne Gegentor.

Noch benötigen wir etwas Zeit, damit die Mechanismen greifen und wir richtig eingespielt sind, aber wir befinden uns auf einem guten Weg. Unsere Defensive ist gut aufgestellt und die Abwehrarbeit fängt bereits ganz vorne an, da müssen wir alle mithelfen.

Nach dem Spiel in Mainz waren wir natürlich alle enttäuscht, da wurde dann von außen auch gerne gleich von einer Krise gesprochen - gegen Wolfsburg hat man die entsprechende Reaktion gesehen, genau so wollen wir in Dortmund weitermachen.

Bolt ist unglaublich

Wie immer schreibe ich Euch zum Schluss auch noch, was mich gerade sonst in der Sport-Welt so bewegt. Und das letzte Ereignis, das mich fasziniert hat, war die Leichtathletik-WM mit Usain Bolt.

Der Junge ist einfach unglaublich. Ich habe die Finals verfolgt und war absolut begeistert. Mit welcher Lockerheit er diese fabelhaften Weltrekorde aufgestellt hat, war schon beeindruckend.

Ihr wollt jetzt sicher wissen, welche Zeit ich so über 100 Meter zu bieten habe. Ohne jetzt zu viel verraten zu wollen: Ich bin ein paar Zehntelsekunden langsamer als der schnellste Mann der Welt...

Bis zum nächsten Mal

Euer Mario

 

 

 

 

 

Mario Gomez, geboren am 10. Juli 1985 in Riedlingen, gehört zu den besten Stürmern Deutschlands. Von 2001 bis 2009 ging er für den VfB Stuttgart auf Torejagd. Seit dieser Saison spielt Gomez für den FC Bayern München. Mit der Nationalmannschaft wurde er 2008 in Österreich und der Schweiz Vize-Europameister. Mehr Informationen über Mario Gomez gibt es unter www.mario-gomez.de.

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