"Kein Duo, um das uns die ganze Welt beneidet"

SID
Samstag, 12.06.2010 | 09:57 Uhr
Karlheinz Förster bestritt 81 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft
Advertisement
PDC World Championship
Do14.12.
Wahnsinn im Ally Pally:
Die Darts-WM auf DAZN
La Liga
Sa23.12.
El Clasico auf DAZN:
Real Madrid vs. Barcelona
Primera División
Espanyol -
Girona
Serie A
Lazio -
FC Turin
Championship
Reading -
Cardiff
Coupe de la Ligue
Toulouse -
Bordeaux
Serie A
Genua -
Atalanta
Coppa Italia
Inter Mailand -
Pordenone
Premier League
Huddersfield -
Chelsea
Coupe de la Ligue
Monaco -
Caen
Premier League
Crystal Palace -
Watford (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Stoke (DELAYED)
Super Liga
Partizan -
Roter Stern
Eredivisie
Groningen -
PSV Eindhoven
Coupe de la Ligue
Rennes -
Marseille
Coppa Italia
AC Mailand -
Hellas Verona
Eredivisie
Feyenoord -
Heerenveen
Premiership
Hibernian – Glasgow Rangers
Premier League
West Ham -
Arsenal
Coupe de la Ligue
Straßburg -
PSG
Premier League
Liverpool -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Everton (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Man United -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Man City (DELAYED)
Premier League
Tottenham -
Brighton (DELAYED)
Copa Sudamericana
Flamengo -
Independiente
Indian Super League
Pune -
Bengaluru
Coppa Italia
Lazio -
Cittadella
A-League
FC Sydney -
Melbourne City
Indian Super League
Kerala -
NorthEast Utd
Ligue 1
St. Etienne -
Monaco
Championship
Sheffield Wed -
Wolverhampton
Primera División
Sevilla -
Levante
Premier League
Leicester -
Crystal Palace
Premiership
Aberdeen -
Hibernian
Serie A
Inter Mailand -
Udinese
Premier League
Arsenal -
Newcastle
Championship
Sunderland -
Fulham
Primera División
Bilbao -
Real Sociedad
Ligue 1
Rennes -
PSG
Serie A
FC Turin -
Neapel
Premier League
Man City -
Tottenham
Primera División
Eibar -
Valencia
Championship
Cardiff -
Hull
Ligue 1
Caen -
Guingamp
Ligue 1
Dijon -
Lille
Ligue 1
Montpellier -
Metz
Ligue 1
Straßburg -
Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Amiens
Premier League
Chelsea -
Southampton (Delayed)
Primera División
Atletico Madrid -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Cagliari
Premier League
Stoke -
West Ham (Delayed)
Premier League
Brighton -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Watford -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Girona -
Getafe
Eredivisie
Sparta -
Feyenoord
Serie A
Hellas Verona -
AC Mailand
Eredivisie
Alkmaar -
Ajax
First Division A
Brügge -
Anderlecht
Ligue 1
Nantes -
Angers
Serie A
Bologna -
Juventus
Serie A
Crotone -
Chievo Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
Sampdoria -
Sassuolo
Premier League
West Bromwich -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Villarreal
Ligue 1
Nizza -
Bordeaux
Premier League
Bournemouth -
Liverpool
Serie A
Benevento -
SPAL
Primera División
Las Palmas -
Espanyol
Primeira Liga
Sporting -
Portimonense
Primera División
Barcelona -
La Coruna
Serie A
Atalanta -
Lazio
Ligue 1
Lyon -
Marseille
Premier League
Everton -
Swansea
Primera División
Malaga -
Real Betis
Primeira Liga
FC Porto -
Maritimo Funchal
League Cup
Arsenal -
West Ham
League Cup
Leicester -
Man City
Coppa Italia
Napoli -
Udinese
Primera División
Levante -
Leganes
Coppa Italia
AS Rom -
FC Turin
Primera División
Getafe -
Las Palmas
First Division A
Mechelen -
Brügge
Coppa Italia
Juventus -
Genua
League Cup
Chelsea -
Bournemouth
Ligue 1
Amiens -
Nantes
Ligue 1
Angers -
Dijon
Ligue 1
Bordeaux -
Montpellier
Ligue 1
Guingamp -
Saint-Etienne
Ligue 1
Lille -
Nizza
Ligue 1
Marseille -
Troyes
Ligue 1
Metz -
Strasbourg
Ligue 1
Monaco -
Rennes
Ligue 1
PSG -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Lyon
League Cup
Bristol City -
Man United
Indian Super League
Bengaluru -
Jamshedpur
Primera División
Eibar -
Girona
Primera División
Alaves -
Malaga
Indian Super League
Chennaiyin -
Kerala Blasters
Serie A
Chievo Verona -
Bologna
Premier League
Arsenal -
Liverpool
Serie A
Cagliari -
Florenz
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
Serie A
Lazio -
Crotone
Primera División
Real Madrid -
Barcelona
Premier League
Everton -
Chelsea
Premiership
Kilmarnock -
Rangers
Serie A
Genua -
Benevento
Serie A
Neapel -
Sampdoria
Serie A
Sassuolo -
Inter Mailand
Premier League
Man City -
Bournemouth
Championship
Sheffield Wed -
Middlesbrough
Serie A
AC Mailand -
Atalanta
Championship
Aston Villa -
Sheff Utd
Eredivisie
PSV -
Vitesse
Premier League
Leicester -
Man United
Serie A
Juventus -
Roma
Premier League
Brighton -
Watford (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
Stoke -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Huddersfield (DELAYED)
Eredivisie
Ajax -
Willem II

Europameister 1980, Vize-Weltmeister 1982 und 1986, einmal deutscher Meister und 81 Länderspiele: Karlheinz Förster hat in seinem Fußballer-Leben große Erfolge gefeiert - er galt sogar als einer der besten Vorstopper der Welt. Sein Spitzname: Der Treter mit dem Engelsgesicht. Bei der WM in Südafrika ist der 51-Jährige der SPOX-WM-Experte. In seiner zweiten Kolumne geht es um Försters Spezialgebiet: die Innenverteidigung.

Hallo Fußball-Fans,

so langsam kann man hier in Deutschland wieder eine richtige Fußball-Euphorie spüren, das WM-Fieber steigt fast stündlich. Egal, wo ich auch hinkomme - überall wird über die Nationalmannschaft diskutiert. Joachim Löw hat sich ja auch schon auf eine Startformation festgelegt, zumindest in der Innenverteidigung. Dort werden Per Mertesacker und Arne Friedrich auflaufen.

Das ist für mich als ehemaligen Abwehrspieler naturgemäß der Mannschaftsteil, den ich am intensivsten verfolge. Auch wenn sich das Anforderungsprofil für diese Position in den vergangenen 20 Jahren verändert hat. Ich hatte damals noch einen direkten Gegenspieler, viel mehr Eins-gegen-eins-Situationen und vor allem eine Maßgabe: die gegnerischen Stürmer sollten kein Tor machen. Für den Rest waren eher die Mitspieler verantwortlich.

Heutzutage müssen die Innenverteidiger verschieben, eine Partie noch besser als früher lesen können und sich aktiv am Spielaufbau beteiligen. Das beste Beispiel ist Per Mertesacker. Er wäre zu meiner Zeit sicher nicht als Vorstopper, sondern als Libero aufgelaufen. Als einer, der technisch beschlagen, aber doch robust genug für den letzten Zweikampf ist.

Mertesacker wird nie hektisch

Mertesacker ist übrigens auch der einzige deutsche Innenverteidiger, der seine internationale Klasse auf dieser Position schon hinreichend nachgewiesen hat. Er weiß, worauf es in den entscheidenden Momenten ankommt - und er bleibt cool dabei. Ich habe es jedenfalls so gut wie noch nie erlebt, dass er hektisch geworden wäre. Das ist ein ganz wichtiges Signal an die Mitspieler.

Sie müssen das Gefühl haben, dass da hinten einer steht, der das Kind schon schaukeln wird. Das gibt der ganzen Mannschaft Sicherheit. Mit seiner Größe ist Mertesacker vor allem im Kopfball eine echte Waffe. Die Lufthoheit hat allerdings auch einen biologisch begründeten Preis: Wenn es Mertesacker mit kleinen, wendigen Stürmern zu tun bekommt, hat er immer wieder Probleme.

Da sehe ich bei Arne Friedrich leichte Vorteile. Er ist schnell und zweikampfstark. Ich habe in meiner ersten Kolumne ja geschrieben, dass ich Serdar Tasci als Partner von Mertesacker bevorzugen würde. Aber ich gebe zu, dass das auch mit alter schwäbischer Verbundenheit zu tun hat.

Solide, deutsche Wertarbeit

Rein leistungsmäßig kann man genauso gut Friedrich aufstellen. Er hat seine Qualitäten, bei Hertha trotz des Abstiegs in der Innenverteidigung eine gute Rückrunde gespielt und schon WM-Erfahrung, wenn auch auf der rechten Abwehrseite.

Aber wenn Sie mich jetzt fragen: Hält eine Innenverteidigung Per Mertesacker/Arne Friedrich jedem Ansturm stand? Können die zwei auch Weltklassestürmer stoppen? Dann muss ich antworten: Vielleicht - vielleicht aber auch nicht. Ein Abwehrduo, um das uns die ganze Welt beneidet, sind die zwei jedenfalls nicht. Eher solide, deutsche Wertarbeit. Was das wert ist, wird sich wohl auch noch nicht gegen Australien zeigen, sondern gegen Gegner, die andere Ansprüche haben.

Ganz entscheidend wird sein, wie stark die Unterstützung aus dem Mittelfeld ist. Dort spielen zentral Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger. Beide schätze ich sehr, das sind feine Fußballer. Aber ich persönlich hätte dort trotzdem gerne einen Spieler gesehen, der kompromisslos dazwischenfegt. Einer, der dem Gegner weh tut, vor dem sie vielleicht auch ein bisschen Angst haben.

Und da gelange ich zwangsläufig wieder zu einem Namen, der in den vergangenen Wochen schon rauf- und runterdiskutiert worden ist: Torsten Frings. Er hätte der Mannschaft im Allgemeinen und der Innenverteidigung im Besonderen gut getan. Aber Joachim Löw hat sich für die spielerisch elegantere Lösung entschieden.

Warum nicht Boateng?

Auch weil er diese Art von Fußball bevorzugt, hatte ich mit der Aufstellung von Tasci neben Mertesacker gerechnet. Serdar verfügt über ein ausgezeichnetes Stellungsspiel, über ein großes taktisches Verständnis - und über eine Technik, bei der man nicht Angst haben muss, dass der Ball gleich kaputtgeht. Doch jetzt folgt das "Aber": Aber er hat noch Schwächen im Zweikampf und immer wieder Unkonzentriertheiten in seinem Spiel.

Über wen auf dieser Position fast gar nicht diskutiert wird, ist Jerome Boateng. Das finde ich alleine deshalb etwas verwunderlich, weil er beim EM-Gewinn der U 21 ein überragendes Turnier gespielt hat - als Innenverteidiger. Er bringt alles mit, was es für eine große Karriere auf dieser Position braucht: Er ist schnell, zweikampf- und kopfballstark, taktisch gut ausgebildet und technisch versiert. Was ihm fehlt, ist Konstanz und Erfahrung auf höchstem Niveau. Aber ihm gehört die Zukunft.

Das gilt auch für Benedikt Höwedes, den ich schon jetzt sehr gerne im Kader gesehen hätte. Er ist ein Spielertyp, wie ihn Löw sonst nicht in der Mannschaft hat. Denn der Schalker ist vor allem eines: absolut kompromisslos im Duell Mann gegen Mann. Kurzum: Mit jungen Spielern wie Tasci, Boateng, Höwedes oder auch dem Dortmunder Mats Hummels müssen wir uns um die Zukunft keine Sorgen machen.

Puyol gegen den Flutlichtmasten

Doch Weltklasse ist noch keiner von ihnen. Dort setzen andere die Maßstäbe, das werden die deutschen Stürmer wahrscheinlich schon im zweiten Gruppenspiel hautnah zu spüren bekommen. Dann treffen sie auf Serbiens Nemanja Vidic, einen überragenden Innenverteidiger. Auch Brasiliens Lucio, Argentiniens Walter Samuel und Spaniens Carles Puyol gefallen mir sehr gut.

Vor allem bei Puyol ist das auf den ersten Blick  alles andere als selbstverständlich. Er ist weder groß, noch sonderlich robust. Man könnte meinen, der Kerl könne kein Wässerchen trüben. Aber wehe, er steckt in einem Trikot. Dann geht es rund. Puyol ist einer jener Spieler, die auch den Flutlichtmasten umgrätschen, wenn Not am Mann ist.

Und vielleicht ist das ein wenig das Fazit zum Thema idealer Innenverteidiger: Natürlich ist es heutzutage wichtig, technische Qualitäten für die Spieleröffnung zu besitzen. Aber am Ende des Tages zählt vor allem eines: dass kein Gegentor kassiert wird. Und dafür ist eine ausgeprägte Zweikampfstärke das A und O.

Bis zum nächsten Mal.

Euer Karlheinz Förster

 

 

 

 

 

Karlheinz Förster, geboren am 25. Juli 1958 in Mosbach, gilt als einer der besten deutschen Abwehrspieler aller Zeiten. Der heute 51-Jährige startete seine Profi-Karriere 1977 beim VfB Stuttgart, mit dem er 1984 deutscher Meister wurde. 1986 führte ihn sein Weg nach Frankreich zu Olympique Marseille. Nach seiner aktiven Laufbahn war er u.a. für den VfB Stuttgart als Manager tätig, aktuell arbeitet er als Spielerberater.

Ergebnisse, Analysen, Interviews: Alle Infos zum DFB-Team

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung