"Was Franz gesagt hat, war Gesetz"

SID
Mittwoch, 23.06.2010 | 08:23 Uhr
Karlheinz Förster und das DFB-Team 1986: Gecoacht von Franz Beckenbauer
© Getty
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Europameister 1980, Vize-Weltmeister 1982 und 1986, einmal deutscher Meister und 81 Länderspiele: Karlheinz Förster hat in seinem Fußballer-Leben große Erfolge gefeiert - er galt sogar als einer der besten Vorstopper der Welt. Sein Spitzname: Der Treter mit dem Engelsgesicht. Bei der WM in Südafrika ist der 51-Jährige der SPOX-WM-Experte. In seiner dritten Kolumne analysiert Förster die Probleme der Trainer bei der WM.

Hallo Fußball-Fans,

ganz ehrlich: Ich hätte auf einen so spannenden Fernsehabend wie den heutigen eigentlich ganz gut verzichten können.

Ursprünglich hatte ich auf vergnügliche 90 Minuten gehofft, in dem Wissen, dass die deutsche Elf sowieso schon für die nächste Runde qualifiziert ist. Stattdessen geht es gegen Ghana jetzt um alles oder nichts.

Das ist zwar nicht die Wunschvorstellung - aber ein sportlicher Weltuntergang ist es ganz sicher auch nicht. Erstens hat die Mannschaft genug Potenzial, um diesen Gegner zu schlagen.

Löw wird die richtigen Worte finden

Zweitens hat Ghana bisher noch kein Offensiv-Feuerwerk abgebrannt. Drittens hat mir beim 1:1 gegen Australien die Hintermannschaft der Afrikaner im Allgemeinen und ihr Torwart im Besonderen nicht den Eindruck gemacht, unüberwindbar zu sein.

Und das führt mich viertens zu dem Fazit: Wenn wir mit einer Niederlage gegen Ghana ausscheiden, haben wir im Achtelfinale auch nichts zu suchen.

Die einzige wirklich Unbekannte ist für mich die mangelnde Erfahrung. Wie gehen all die jungen Spieler mit dem Druck um? Halten die Nerven?

In so einer Situation wäre es schon von Vorteil, den einen oder anderen Routinier dabei zu haben. Aber ich denke, dass Joachim Löw die richtigen Worte finden wird.

Weigerung zu trainieren? Ungeheuerlich!

Zumal mir das DFB-Team samt seinem Umfeld einen wirklich stabilen Eindruck macht. Das lässt sich bei dieser WM ja weiß Gott nicht von allen großen Mannschaften behaupten. Wenn ich mir da die Franzosen ansehe - mon dieu!

So ein Chaos habe ich ja noch gar nie erlebt. Ich habe auch nicht gedacht, dass es das bei solch einer großen europäischen Fußballnation geben kann. Und es tut mir in der Seele weh, wie dieses WM-Aus zustande kam. Ich habe selbst vier Jahren in Marseille gespielt und aus dieser Zeit noch viele freundschaftliche Kontakte nach Frankreich.

Der Gipfel war für mich die Weigerung der Spieler, zu trainieren. Das ist ungeheuerlich. Genauso gut hätten sie ihrem Coach Raymond Domenech ein Flugticket in die Hand drücken und ihm alles Gute für die Heimreise wünschen können.

Deutlicher konnten sie ja nicht mehr demonstrieren, dass ihnen der Trainer nichts mehr zu sagen hat. Und umgekehrt. Das ganze Auftreten ist peinlich für den Coach, die Spieler - aber auch für den Verband, der sich das alles in aller Seelenruhe angesehen hat.

Masochistische Züge bei den Franzosen

Mir ist ein einziges Rätsel, wie die Funktionäre überhaupt auf die Idee kommen konnten, mit Domenech in diese WM zu gehen. Schon nach dem Vorrunden-Aus bei der EM 2008 war eigentlich dem Letzten klar, dass diese Lösung nicht zukunftsfähig ist. So gesehen ist der französische Verband sehenden Auges in sein Unglück gejagt. Das hat schon fast masochistische Züge.

Allerdings sind die Franzosen in bester Gesellschaft. In anderen Mannschaften nimmt das Ganze glücklicherweise zwar nicht diese Ausmaße an, aber nachdenklich stimmt es mich schon.

Bei Ghana wettert Sulley Muntari gegen Trainer und Mitspieler, die Kameruner führen eine öffentliche Diskussion über die Aufstellung - und bei den Engländern kündigt John Terry mal eben kurz an, in der nächsten Teamsitzung so richtig auf den Putz hauen zu wollen.

Vielleicht bin ich ja etwas altmodisch, aber das halte ich für den ganz und gar falschen Weg, um seinen Unmut kund zu tun. Dass wir uns nicht falsch verstehen: Ich bin auch dafür, dass die Spieler ihre Meinung äußern - aber erst einmal intern. So haben wir das zumindest immer gehalten.

Derwall und Beckenbauer

Zum Beispiel unter Jupp Derwall. Wir waren damals schon eine sehr meinungsfreudige Mannschaft. Und Jupp Derwall pflegte einen sehr freundschaftlichen Umgang mit dem Team. Er ließ uns an der langen Leine, aber bei Spielern wie Karl-Heinz Rummenigge, Paul Breitner, Felix Magath oder mir war das prinzipiell auch kein großes Problem.

Wir waren absolut erfolgshungrig - und wenn es ein Problem gab, haben wir das intern gelöst. Auch wenn es kein Geheimnis ist, dass gegen Ende von Derwalls Amtszeit der eine oder andere seine umgängliche Art ausgenutzt hat.

Danach kam Franz Beckenbauer. Und wenn es jemanden in Deutschland gibt, der eine absolute Fußball-Autorität ist, dann war und ist es der Franz. Wenn er etwas gesagt hat, dann war es Gesetz.

Natürlich gab es auch da immer mal wieder unterschiedliche Meinungen, das ist in einer Mannschaft völlig normal. Aber das wurde meistens geklärt, bevor es große Welle schlagen konnte.

Kein Vergleich zu 1982

Auch wenn ich natürlich zugebe, dass sich die Zeiten und vor allem die Medien ziemlich geändert haben. Das Internet hat die Welt immer schneller und die Suche nach Nachrichten immer hektischer gemacht.

1982 haben wir noch mit den Journalisten im gleichen Hotel gewohnt, das Verhältnis war oft freundschaftlich. Einige der Reporter wussten sehr viel, schrieben aber längst nicht alles. Das ist heutzutage ja fast undenkbar.

Aber das müssen Spieler, Trainer und Verbände oder Klubfunktionäre wissen - und sich dementsprechend darauf einstellen. Das gehört zu einem professionelles Verhalten.

Es ist ja kein Zufall, dass immer wieder jene Trainer den größten Erfolg haben, die großen Respekt genießen, die ihre Mannschaft im Griff haben. Und wo jeder Spieler weiß: Wenn ich Interna nach außen trage oder allzu forsch auftrete, wird es ungemütlich.

Gefragter Trainertyp: Magath, van Gaal, Gross

Auf Klubebene machen das Felix Magath, Louis van Gaal oder Christian Gross glänzend. Sie alle haben eine klare Linie, sind sehr konsequent - können aber auch auf die Profis eingehen und flüchten zum Lachen nicht in den Keller. Denn bei aller Autorität müssen die Spieler immer das Gefühl haben, dass ihr Trainer fair ist und es gut mit ihnen meint.

Das alles hilft aber auch nichts, wenn ein Trainer nicht die volle Rückendeckung der Verantwortlichen genießt. Wenn du die nicht hast, kannst du der beste Coach der Welt sein - dann kannst du deine sieben Sachen packen und heimgehen.

Wenn die Spieler merken, dass ihr Trainer verwundbar ist und Intrigen Aussicht auf Erfolg haben, fallen sie über ihn her. Das hört sich zwar ziemlich unromantisch und humorlos an, ist aber leider so.

Bei Joachim Löw ist das anders, auch wenn es zuletzt etwas Verwirrung um eine mögliche Vertragsverlängerung gab. Er hat die Mannschaft im Griff, das gesamte deutsche Team tritt als Einheit auf. Das muss jetzt nur auf dem Platz umgesetzt werden - am besten schon heute Abend.

Bis zum nächsten Mal.

Euer Karlheinz Förster

 

 

 

 

 

Karlheinz Förster, geboren am 25. Juli 1958 in Mosbach, gilt als einer der besten deutschen Abwehrspieler aller Zeiten. Der heute 51-Jährige startete seine Profi-Karriere 1977 beim VfB Stuttgart, mit dem er 1984 deutscher Meister wurde. 1986 führte ihn sein Weg nach Frankreich zu Olympique Marseille. Nach seiner aktiven Laufbahn war er u.a. für den VfB Stuttgart als Manager tätig, aktuell arbeitet er als Spielerberater.

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