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Das Schützenfest blieb aus

Freitag, 14.11.2014 | 22:31 Uhr
Thomas Müller hatte seinen Spaß: Der Münchner traf gegen Gibraltar gleich doppelt
© getty
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Die deutsche Nationalmannschaft hat am 4. Spieltag der EM-Qualifikation den zweiten Sieg eingefahren. Gegen Gibraltar siegte der Weltmeister im letzten Pflichtspiel des Jahres 2014 mit 4:0 (3:0).

Vor 43.520 Zuschauern im ausverkauften Grundig Stadion in Nürnberg sorgte Thomas Müller mit einem Doppelpack schnell für klare Verhältnisse. Mario Götze erhöhte noch vor dem Pausenpfiff. Nach dem Seitenwechsel kam nur noch ein Eigentor von Yogan Santos dazu.

Deutschland verbesserte sich durch den Sieg in Gruppe D auf Rang zwei. Gibraltar bleibt mit einem Torverhältnis von 0:21 Letzter. Das Länderspieljahr der DFB-Elf endet am Dienstag in Vigo mit einem Testspiel gegen Spanien.

Reaktionen:

Joachim Löw (Bundestrainer): "Ich bin alles andere als zufrieden. Die Mannschaft hat die Erwartungen nicht in dem Maße erfüllt, wie wir uns das gewünscht haben. Wir wollen spielen wie ein Weltmeister, da sind vier Tore zu wenig."

Manuel Neuer (Torhüter): "Wir wollen immer das Beste geben, aber es ist schwer, wenn da hinten ein Mannschaftsbus drinsteht. Das ist nicht so einfach. Wichtig war, dass wir in der ersten Halbzeit das eine oder andere Tor gemacht haben."

Mario Götze (Torschütze): "Wir hätten uns ein höheres Ergebnis gewünscht, aber so tief wie Gibraltar stand, war das nicht einfach. Wir hätten mehr Tore machen und zwingender spielen müssen, das müssen wir uns ankreiden."

Allen Bula (Nationaltrainer Gibraltar): "Ich bin sehr, sehr stolz, wie sich das kleine Gibraltar, der kleinste UEFA-Staat, gegen den Weltmeister gewehrt hat. Wir haben einigen den Mund gestopft, die behaupten, dass wir nicht verdient haben, hier mitzuspielen. Und jetzt kehren wir wieder zurück in unser normales Leben."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Löw wählt wie angekündigt die sehr offensive Aufstellung. Mit Boateng, Mustafi und Durm stellt er drei Mann in letzter Linie . Dafür kommt ein zusätzlicher Angreifer ins Team, Müller und Kruse bilden die Doppelspitze.

12., 1:0, Müller: Mustafi kommt auf rechts bis zur Grundlinie. Seine eigentlich verunglückte Flanke prallt für Robba unglücklich vom Pfosten ins Feld zurück, Müller staubt aus sechs Metern ab. 25. Länderspieltor.

29., 2:0, Müller: Götze mit einem perfekten Pass auf links in die Tiefe auf Podolski. Der spielt den Ball flach scharf vors Tor, wo Müller aus fünf Metern am langen Pfosten einschiebt.

38., 3:0, Götze: Götze spielt auf engstem Raum am Strafraum einen klasse Doppelpass mit Kruse. Zu schnell für die Verteidiger. Götze setzt den Ball mit links aus elf Metern ins rechte Eck.

45.: Mustafi pennt und bekommt einen langen Einwurf an der Mittellinie in seinen Rücken. Walker nimmt den aufsetzenden Ball unweit von der linken Auslinie sofort. Neuer fischt den klasse Schuss aus dem rechten Winkel.

67., 4:0, Santos (ET): Diagonalball in den Lauf von Podolski. Der spielt von links zur Mitte und Santos stochert den Ball aus drei Metern ins eigene Tor.

71.: Jonas Hector feiert sein Länderspiel-Debüt und ist der 74. Länderspiel-Debütant unter Löw.

Fazit: Deutschland spielte seine Überlegenheit seriös aus, vergaß dabei aber das eine oder andere Tor mehr zu erzielen.

Neuer im Tor? CR7 im Sturm? Oder doch Modric im Mittelfeld? Macht mit beim offiziellen UEFA EM-Qualifikations-Managerspiel!

Der Star des Spiels: Thomas Müller. Brachte von Beginn an die richtige Einstellung und Zug auf dem Platz. Stellte mit seinen Länderspieltreffern 25 und 26 die Weichen auf Sieg und überholte damit in der ewigen Torschützenliste Mario Gomez.

Der Flop des Spiels: Erik Durm. Defensiv zwar mit ein paar guten Aktion, allerdings ist Gibraltar da auch kein Maßstab. Trat offensiv kaum in Erscheinung, ganz anders als sein Gegenüber Mustafi, und fand keine Bindung zum Vordermann Podolski.

Der Schiedsrichter: Aleandru Dan Tudor (Rumänien). Hatte nicht viel zu tun, leistete sich in den wenigen Situationen keinen Fehler.

Das fiel auf:

  • Das erwartet einseitige Spiel führte dazu, dass Deutschland meist mit allen Mann in der gegnerischen Hälfte war. Boateng oder Kroos waren als letzter Mann oft nur 30 Meter vor dem Tor Gibraltars. Neuer postierte sich dann in seiner Hälfte am Mittelkreis.
  • Gibraltars Grundordnung war ein 5-4-1. Sobald die Deutschen im Mittelfeld ihr Kombinationsspiel aufzogen, löste sich diese Ordnung auf, neun Mann verteidigten dann am oder im eigenen Strafraum. Einzig Stürmer Lee Casciaro musste nicht mitmachen. Deutschland spielte geduldig und wartete auf die Lücken. Auffällig war dabei, dass kaum über links, sondern meist durchs Zentrum angegriffen wurde.
  • Khedira scheint seinen Platz auf der Sechs endgültig los zu sein. Auch gegen Gibraltar agierte Kroos als alleiniger Sechser im Zentrum, Khedira musste erneut auf der Halbposition ran, auf der er schon vor und während der WM Probleme offenbarte.

Deutschland - Gibraltar: Daten zum Spiel

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