Hitzlspergers Fehlentscheidung mit Lazio

Von SPOX
Montag, 08.03.2010 | 14:10 Uhr
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Am 11. Juni 2010 findet in Südafrika das Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft statt. Der Gastgeber trifft dabei auf Mexiko. Die deutsche Nationalmannschaft startet am 13. Juni gegen Australien in das Turnier. Mitte Mai wird Bundestrainer Joachim Löw seinen Kader berufen.

Zahlreiche deutsche Profis machen sich Hoffnungen auf eine Teilnahme an den Welttitelkämpfen, jedoch dürfen nur 23 Spieler mit nach Südafrika. Wer darf mit, wer bleibt zuhause? Bis zum Endturnier auf dem schwarzen Kontinent bewertet SPOX wöchentlich die Chancen der 36 potenziellen Kandidaten.

 

Wie kommt die Bewertung zustande? Hier geht's zur Erklärung!

 

 

Michael Ballack: Fehlte Chelsea im FA-Cup-Viertelfinale gegen Stoke wegen seiner Gelb-Roten Karte aus der Liga.

Fazit: Hatte im Länderspiel noch Abstimmungsprobleme mit Schweinsteiger. Beide werden sich aber im Laufe der Zeit finden und bei der WM ein spielstarkes Mittelfeld-Duo bilden.

 

Christian Gentner: Konnte in der ersten Hälfte das Bochumer Spiel mit seinen Kollegen im Mittelfeld nicht unterbinden, kam aber nach der Pause wie die gesamte Mannschaft besser ins Spiel und spielte einige kluge Pässe.

Fazit: Stand zwar gegen Argentinien im Kader, hat auf den Außen mit Kroos und Müller aber neue Konkurrenz bekommen. Und auch im zentralen Mittelfeld ist er hinter Schweinsteiger, Khedira und Hitzlsperger nur die Nummer vier. Muss um sein WM-Ticket bangen.

 

Thomas Hitzlsperger: Kam bei der 1:2-Niederlage bei Sampdoria Genua wieder nicht zum Einsatz.

Fazit: Wurde zwar für das Länderspiel nominiert, seine Aussichten bei Lazio werden aber immer düsterer. Trainer Edoardo Reja ließ das dritte System seiner kurzen Amtszeit spielen und wieder war für Hitzlsperger kein Platz. Stand weder im 3-5-2 noch 4-4-2 oder im 4-3-3 in der Startelf. Der Wechsel zu Lazio entwickelt sich immer mehr zum Bumerang. Sein WM-Ticket ist in großer Gefahr.

 

Aaron Hunt: Einer der wenigen Aktivposten im Bremer Spiel gegen Stuttgart. Hatte in der 77. Minute bei einem Schuss aus 16 Metern die beste Szene, Lehmann wehrte mit beiden Fäusten ab. Schoss insgesamt drei Mal aufs Tor und setzte seine Mitspieler einige Male mit gut getimten Flanken in Szene.

Fazit: War gegen Argentinien im Kader und durfte sich dem Trainerteam mal zeigen, aufgrund der starken Konkurrenz sind seine WM-Chancen allerdings gering.

 

Marcell Jansen: Drehte in der Anfangsviertelstunde richtig auf und bereitete Piszczek auf der rechten Außenverteidigerposition mächtig Probleme. Wie gewohnt mit viel Offensivdrang, gab schon fast einen verkappten Außenstürmer und tauchte immer mal wieder im Berliner Strafraum auf. Krönte seine gute Leistung mit seinem sechsten Saisontreffer. War damit an neun der letzten 15 Saisontore des HSV beteiligt.

Fazit: Überzeugt seit Wochen beim HSV, spielt eine starke Saison und wurde auch für den Test gegen Argentinien nominiert. Wegen einer Magen-Darm-Erkrankung musste er allerdings absagen. Verpasste damit eine Chance, sich mal wieder bei Löw im Training zu zeigen. Trotzdem sind seine WM-Chancen intakt.

 

Sami Khedira: Erstickte mit gutem Stellungsspiel ein ums andere Mal die Bremer Offensivbemühungen schon weit vor dem Strafraum. Schaltete sich immer wieder in die Offensive ein und war mit dem Kopf zum 2:0 zur Stelle. Brachte fast 89 Prozent seiner Pässe an den Mann.

Fazit: Hat den Zweikampf mit Schweinsteiger um den Platz neben Ballack vorerst verloren, dürfte bei der WM aber sicher dabei sein.

 

Toni Kroos: Fiel zu Beginn durch zwei gute Ecken auf und hatte später nach einem Castro-Pass die Chance zur Führung, doch sein Lupfer ging am Tor vorbei. Tauchte danach aber unter und lieferte nach seinem Länderspieldebüt gegen Nürnberg eine schwache Vorstellung ab.

Fazit: Hatte gegen Argentinien kaum Zeit, sich zu präsentieren und blieb auch in Nürnberg blass. Allerdings war er in den Wochen zuvor sehr konstant und hat weiter alle Chancen auf ein WM-Ticket.

 

Marko Marin: Tauchte gegen Stuttgart komplett ab und war 90 Minuten lang kaum zu sehen. Holte aber immerhin den Elfmeter raus, der zum Remis führte, als er gegen Celozzi clever einhakte.

Fazit: Nach starken Wochen mal wieder ein schwächeres Spiel. Kann mit einer gelungenen Aktion aber immer für eine Wendung im Spiel sorgen. Diese Fähigkeit schätzt auch Löw. Auch wenn dieser ihn gegen Argentinien nicht eingesetzt hat, was Marin etwas säuerlich aufgenommen hat.

 

Thomas Müller: Sehr viel unterwegs, mit vielen geschickten Positionswechseln immer ein Unruheherd in der Kölner Defensive. Leistete sich kaum Ballverluste und bereitete das Bayern-Tor nach tollem Zusammenspiel mit Klose und guter Übersicht vor.

Fazit: War bei seinem Länderspieldebüt noch nervös und konnte nicht so überzeugen wie im Bayern-Dress. Hat durch Schweinsteigers Versetzung ins Zentrum aber sehr gute WM-Chancen.

 

Mesut Özil: Kommt nicht aus seinem Formtief heraus. Spielte überhastet und brachte seine Pässe und Flanken oft nicht an den Mann. Versuchte es immer wieder mit mäßigem Erfolg auf eigene Faust. Kam erst in den letzten 20 Minuten einigermaßen in Fahrt.

Fazit: Nach seinem enttäuschenden Länderspiel auch in der Liga weit unter seinen Möglichkeiten. Hat sein WM-Ticket sicher, muss aber endlich seine Krise überwinden.

 

Simon Rolfes: Die Knieverletzung setzt ihn noch einige Wochen außer Gefecht

Fazit: Hat die Hoffnung auf ein schnelles Comeback und die WM-Teilnahme noch nicht aufgegeben. Aber die Zeit spielt gegen ihn.

 

Bastian Schweinsteiger: War einmal mehr Herzstück des Bayern-Mittelfelds, hatte die meisten Ballkontakte (102) und verteilte die Bälle gewohnt sicher. Defensiv hatte er keine Probleme mit Maniche, drückte dem Portugiesen viel mehr sein Spiel auf. Hätte seine Leistung mit einem Doppelpack krönen können - allein die Latte hatte was dagegen.

Fazit: Machte gegen Argentinien im defensiven Mittelfeld kein gutes Spiel, trumpfte bei Bayern aber wieder richtig auf. Hat den Zweikampf mit Khedira um den Platz neben Ballack vorerst für sich entschieden und dürfte auch bei der WM dort zum Einsatz kommen.

 

Christian Träsch: Sorgte gemeinsam mit Khedira für eine solide Absicherung vor der Abwehr, fiel aber im Vergleich zu seinem Teamkollegen ab. In den Zweikämpfen nicht so durchsetzungsstark wie gewohnt.

Fazit: Hat sich in den letzten Wochen im Stuttgarter Mittelfeld als solider Arbeiter bewiesen und durfte sich vergangene Woche auf bei Löw zeigen. Könnte als defensiver Sechser eine Option für die WM sein.

 

Piotr Trochowski: Kam erst in der 70. Minute für Torun ins Spiel, der von Labbadia den Vorzug erhalten hatte. Fiel nach seiner Einwechslung durch unnötige Einzelaktionen und Ballverluste auf. In der Schlussphase vergeigte er eigensinnig eine Konterchance, als er aus 20 Metern von halbrechts abzog, anstatt die besser postierten Mitspieler einzusetzen. Bekam dafür von Ruud van Nistelrooy mächtig Ärger.

Fazit: Saß gegen Argentinien 90 Minuten auf der Bank und ist auch beim HSV nicht immer erste Wahl. Seine WM-Chancen sinken weiter.

 

 

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