WM-Formcheck Mittelfeld

Trochowski muss aufpassen

Von SPOX
Montag, 01.03.2010 | 15:25 Uhr
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Am 11. Juni 2010 findet in Südafrika das Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft statt. Der Gastgeber trifft dabei auf Mexiko. Die deutsche Nationalmannschaft startet am 13. Juni gegen Australien in das Turnier. Mitte Mai wird Bundestrainer Joachim Löw seinen Kader berufen.

Zahlreiche deutsche Profis machen sich Hoffnungen auf eine Teilnahme an den Welttitelkämpfen, jedoch dürfen nur 23 Spieler mit nach Südafrika. Wer darf mit, wer bleibt zuhause? Bis zum Endturnier auf dem schwarzen Kontinent bewertet SPOX wöchentlich die Chancen der 36 potenziellen Kandidaten.

 

Wie kommt die Bewertung zustande? Hier geht's zur Erklärung!

 

 

Michael Ballack: Lieferte beim 1:2 in Mailand eine ordentliche Partie auf der rechten Mittelfeldseite. War unauffällig im Spiel nach vorne, aber laufstärkster Spieler auf dem Platz. Hatte in der Liga mit seinen Mittelfeldkollegen gegen Manchester City große Probleme, das Mittelfeld zu dominieren. Sah wegen Meckerns Gelb und flog dann wegen eines harten Fouls an Tevez mit Gelb-Rot vom Platz.

Fazit: Eine durchwachsene Woche für den Kapitän. Wird gegen Argentinien einen neuen Partner im zentralen Mittelfeld bekommen.

 

Christian Gentner: Ganz starke Partie gegen Villarreal. Machte auf links zusammen mit Schäfer ordentlich Dampf und bereitete mehrere gute Möglichkeiten vor. Erzielte den Treffer zum 3:1. Gegen Hannover konnte er diese Leistung nicht ganz bestätigen.

Fazit: Während er im Verein auf links spielt, sieht ihn Löw als zentralen Mittelfeldspieler. Dort hat er mit Schweinsteiger, Khedira und Hitzlsperger große Konkurrenz.

 

Thomas Hitzlsperger: Wurde gegen Florenz nach 59 Minuten eingewechselt und konnte nicht überzeugen. Wirkte wenig sicher und fand auch keine Abstimmung zu seinen Mitspielern.

Fazit: Kommt bei Lazio nur zu Kurzeinsätzen. Seine Hoffnung auf anhaltende Spielpraxis hat sich bisher nicht erfüllt. Aber er hat bei Löw viel Kredit.

 

Aaron Hunt: Fehlte in der Europa League gegen Twente wegen einer Gelbsperre. War in Mainz in die kontroverseste Situation des Spiels involviert, als Heller leicht gegen ihn nachtrat und dafür Rot sah. Machte nach vorne immer wieder Betrieb, ohne jedoch durchschlagskräftig zu sein. Legte vor dem Bremer Siegtreffer im Strafraum auf Prödl ab.

Fazit: Hat es in den Kader gegen Argentinien geschafft. Seine Konkurrenz im Mittelfeld dürfte für ein WM-Ticket aber zu groß sein.

 

Marcell Jansen: Verpasste die Spiele gegen Eindhoven und Bayern wegen eines Magen-Darm-Infekts.

Fazit: Hatte sich zuletzt eindrucksvoll in Löws Blickfeld gespielt und wurde für das Argentinien-Spiel nominiert. Die Erkrankung kommt zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt.

 

Sami Khedira: Riss gegen Barca ein enormes Laufpensum herunter. Ging immer wieder den langen Weg in die Spitze, fand allerdings eine gute Mischung aus Defensive und Offensive. Im Angriff nicht immer mehr der nötigen Genauigkeit. Gegen Frankfurt machte sich der Kräfteverschleiß bemerkbar. Machte einen haarsträubenden Fehler im eigenen Strafraum, der zum 0:1 führte. Gewann nur einen von sieben Zweikämpfen.

Fazit: Zeigte in der CL, dass er auf internationalem Top-Niveau spielen kann. Muss sich aber auf den Rhythmus einstellen. Im DFB-Team ein Kandidat für die Position neben Ballack.

 

Toni Kroos: Im rheinischen Derby in der ersten  Halbzeit wenig zu sehen, aber mit einer guten Freistoßflanke auf Hyypiä, die fast zur Bayer-Führung gereicht hätte. Gewann 54 Prozent seiner Zweikämpfe und hatte gute 99 Ballkontakte. Insgesamt aber auch ohne die zündenden Ideen, die Bayer gegen tief stehende Kölner gebraucht hätte.

Fazit: Kann sich jetzt gegen Argentinien zeigen. Einer der formstärksten und konstantesten Mittelfeldspieler der Saison. Löw wird bei der WM kaum auf ihn verzichten können.

 

Marko Marin: Wirbelte gegen Enschede gemeinsam mit Özil im Mittelfeld, wie er wollte und kreierte so viele gefährliche Aktionen. Gegen Ende wirkte Marin dann platt und durfte nach 73 Minuten unter die Dusche. Gegen Mainz bekam er eine Pause und saß 90 Minuten auf der Bank.

Fazit: In seiner derzeitigen Form ein sicherer Kandidat für Südafrika.

 

Thomas Müller: War sehr viel unterwegs und tauchte immer wieder gefährlich vor Rost auf. Vergab die beste Chance zur Bayern-Führung etwas leichtfertig, als er den Ball übers Tor lupfte. Agierte später oft zu überhastet, vergab aussichtsreiche Kontersituationen und flankte unbedrängt ins Toraus.

Fazit: Steht gegen Argentinien im Aufgebot und darf auf sein Debüt hoffen. Könnte von Schweinsteigers Versetzung ins Zentrum profitieren und das Loch auf dem rechten Flügel stopfen.

 

Mesut Özil: Nach zuletzt schwachen Auftritten nutzte Özil die Partie gegen Twente, um sein Potenzial wieder aufblitzen zu lassen. Kombinierte gerade mit Marin gefällig und bereitete zwei Treffer vor. Gegen Mainz dagegen wieder apathisch. Nahm kaum am Spiel teil (34 Ballkontakte), schoss schwache Standards und gewann nur 25 Prozente seiner Zweikämpfe.

Fazit: Zieht sich langsam aus seinem tiefem Leistungsloch. Noch fehlt ihm aber die Konstanz. Im DFB-Team trotzdem schon eine feste Größe.

 

Simon Rolfes: Seine Knieverletzung setzt ihn weiter außer Gefecht. Es wird eng.

Fazit: Hat selbst noch Hoffnung auf die WM. Kann er zu Saisonende tatsächlich noch ein paar Spiele absolvieren, könnte Löw trotz mangelnder Wettkampfhärte auf ihn bauen - wie früher bei Metzelder.

 

Bastian Schweinsteiger: Wurde unter der Woche von Ze Roberto geadelt und gewann das direkte Duell gegen den Brasilianer. Bestimmte mit van Bommel im Zentrum den Rhythmus der Partie, spielte kluge Pässe in die Tiefe und verlagerte auch immer wieder rechtzeitig.

Fazit: Hat seinen Platz in der DFB-Startelf sicher. Wird sich gegen Argentinien im Zentrum neben Ballack zeigen dürfen.

 

Christian Träsch: In der ersten Halbzeit gegen Barca mit einem riesigen Laufpensum. Machte die Räume extrem dicht, lief viele Löcher zu und war aggressiv im Zweikampf. Auch im Spiel nach vorne mit dem einen oder anderen klugen Pass. Leistete sich kaum Fehler. Musste allerdings seinem hohen Anfangstempo Tribut zollen und wurde nach 58 Minuten ausgewechselt. Gegen Frankfurt unauffällig und solide. Erledigte seine Aufgaben, ohne große Akzente zu setzen. Spulte wieder ein großes Laufpensum ab.

Fazit: Mausert sich immer mehr zur ernsthaften Alternative und hat nun auch auf Top-Niveau bewiesen, dass er mithalten kann.

 

Piotr Trochowski: Endlich mal wieder ein besseres Spiel in Eindhoven. Bereitete den Treffer von Petric mit einem klasse Pass in die Tiefe vor und verwandelte den am Ende entscheidenden Elfmeter. Gegen Bayern nicht ganz so stark. Wusste Bayerns Schwachstelle Contento nicht entscheidend zu nutzen. Nahm sich immer wieder Auszeiten und schlug schwache Standards.

Fazit: Die Formkurve zeigt leicht nach oben. Aber Kroos, Müller und Marin sind immer noch besser drauf und machen ihm seinen Platz streitig. Außerdem muss er um seinen Platz beim HSV bangen, wenn Jansen wieder fit ist.

 

 

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