WM-Formcheck Mittelfeld

Die Youngster kommen

Von SPOX
Montag, 22.02.2010 | 16:29 Uhr
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Am 11. Juni 2010 findet in Südafrika das Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft statt. Der Gastgeber trifft dabei auf Mexiko. Die deutsche Nationalmannschaft startet am 13. Juni gegen Australien in das Turnier. Mitte Mai wird Bundestrainer Joachim Löw seinen Kader berufen.

Zahlreiche deutsche Profis machen sich Hoffnungen auf eine Teilnahme an den Welttitelkämpfen, jedoch dürfen nur 23 Spieler mit nach Südafrika. Wer darf mit, wer bleibt zuhause? Bis zum Endturnier auf dem schwarzen Kontinent bewertet SPOX wöchentlich die Chancen der 36 potenziellen Kandidaten.

 

Wie kommt die Bewertung zustande? Hier geht's zur Erklärung!

 

 

Michael Ballack: Leitete die Chelsea-Führung durch Drogba mit einem herrlichen Doppelpass mit Juri Schirkow ein. Ein eigenes Tor blieb ihm verwehrt, setzte zwei gute Schüsse knapp übers Tor.

Fazit: Immer und überall dabei.

 

Christian Gentner: Gegen Villarreal lief das Spiel der Wölfe in der ersten Hälfte fast ausschließlich über rechts oder das Mittelfeld wurde mit langen Bällen überbrückt. Somit war von Gentner wenig zu sehen. In der 67. Minute kam für ihn Dejagah, der anschließend auf links Dampf machte.  Auch gegen Schalke unter Form. Dass es über links gefährlich wurde, lag allein an Schäfer.

Fazit: Löw sieht ihn auf der Sechserposition. Da hat er aber Rückstand auf die Konkurrenz und kann sich im Verein nicht empfehlen. Wird gegen Argentinien nicht dabei sein.

 

Thomas Hitzlsperger: Saß bei der 1:3-Niederlage in Palermo 90 Minuten auf der Bank.

Fazit: Der Wechsel nach Italien hat sich bisher nicht bezahlt gemacht. Durch die Begnadigung von Ledesma wird es schwer, einen Platz im Team zu ergattern. Beim Test gegen Argentinien ist er aber dabei.

 

Aaron Hunt: Fing gegen Twente gut an, baute dann aber kontinuierlich ab und tauchte im zweiten Spielabschnitt komplett unter. Gegen Leverkusen musste er wegen muskulärer Probleme passen.

Fazit: Für die offensiven Außenpositionen gibt es einige Kandidaten, Hunt ist davon der schwächste. Gegen Argentinien ist kein Platz für ihn und auch seine WM-Chancen sind nur noch gering.

 

Marcell Jansen: Lief in der Europa League seine linke Außenbahn über 90 Minuten non-stop rauf und runter und brachte viele gefährliche Flanken in den Strafraum. Beim Elfmeter übernahm Jansen Verantwortung und verwandelte souverän. In der Bundesliga musste er für den angeschlagenen Aogo Linksverteidiger spielen, was ihm deutlich weniger liegt. Leistete sich zwei grobe Stellungsfehler, als ihm Ochs im Rücken entwischte.

Fazit: Im Mittelfeld mittlerweile eine echte Waffe beim HSV. Gegen Argentinien ist Jansen wieder dabei. Auch seine Chancen auf die WM steigen.

 

Sami Khedira: Fehlte in Köln wegen einer Reizung im Oberschenkel.

Fazit: Kann vielleicht schon gegen Barca wieder spielen. Sollte er fit sein, ist er gegen Argentinien dabei. Auch sein WM-Ticket scheint sicher.

 

Toni Kroos: Wunderbarer Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 in Bremen, als er aus 25 Metern aus vollem Lauf abzog. Schon sein neuntes Saisontor. Ansonsten mit einer durchschnittlichen Partie. 55 Ballkontakte sind durchschnittlich, stand wieder im Schatten von Barnetta.

Fazit: Wird gegen Argentinien die Chance bekommen, sich im DFB-Team zu zeigen. In dieser Form auch ein Kandidat für die WM.

 

Marko Marin: War gegen Twente Bremens Spielgestalter und kompensierte damit teilweise den Totalausfall von Özil. Seine Dribblings in Strafraumnähe sorgten immer wieder für Gefahr, auch wenn er hin und wieder hängen blieb. Auch gegen Leverkusen stark. In der ersten Halbzeit vernaschte er Schwaab mehrfach, allein seine Anspiele fanden nicht ihr Ziel. In der zweiten Halbzeit dann mit mehr Präzision, vor allem bei seinem gefühlvollen wie überlegten Lupfer auf Mertesacker vor dem Ausgleich.

Fazit: In seiner derzeitigen Form gibt es für Löw kein Vorbeikommen an Marko Marin. Verdient sich derzeit seinen Platz im Kader gegen Argentinien und bei der WM.

 

Thomas Müller: War in einer insgesamt pomadigen Bayern-Mannschaft noch der Beste. Nach einiger Anlaufzeit immer auffällig und so gut wie an jeder Offensivaktion beteiligt. Von seiner Unbekümmertheit hätten die Beamten-Bayern noch eine Prise mehr vertragen können.

Fazit: Könnte gegen Argentinien eine Chance bekommen. Sollte Schweinsteiger in der Mitte spielen dürfen, ist er die lange vermisste Alternative für die rechte Außenbahn

 

Mesut Özil: Bot gegen Enschede eine enttäuschende Vorstellung. Kaum Inspiration und Kreativität im Angriffsspiel, gerade in der zweiten Halbzeit hätte Bremen seine Impulse dringend nötig gehabt. Nach 67 Minuten hatte auch Thomas Schaaf genug und schickte seinen Spielmacher unter die Dusche. Gegen Leverkusen sehr bemüht und meistens anspielbar. Allerdings nach wie vor ohne die Genialität, die ihn in der Hinrunde noch ausgezeichnet hat.

Fazit: Steckt noch immer in einem Loch, aus dem er schnellstmöglich rauskommen muss, um sein sicheres WM-Ticket nicht noch zu verspielen. Gegen Argentinien sicher dabei..

 

Simon Rolfes: Fällt mit seiner Knieverletzung noch lange aus.

Fazit: Kein Thema für Argentinien. Sollte er vor der WM nicht genügend Spielpraxis sammeln können, bleibt er zuhause.

 

Bastian Schweinsteiger: War gegen Florenz mit 120 Ballkontakten einmal mehr Dreh- und Angelpunkt der Bayern. Leistete sich aber viele Fehlpässe bei seinen langen Diagonalbällen auf Robben oder Ribery. Gegen Nürnberg war er wieder sicherer im Passspiel und dominierte zusammen mit van Bommel das Mittelfeld.

Fazit: Will bei Löw endlich in die Mitte, Argentinien wäre der optimale Test.

 

Christian Träsch: Gewohnt emsig und bissig im defensiven Mittelfeld an der Seite von Kuzmanovic. Sicher im Passspiel und extrem wertvoll für die Mannschaft.

Fazit: Durch die Probleme von Rolfes und Hitzlsperger ist er als defensivdenkender Sechser schnell eine Option geworden. Könnte gegen Argentinien dabei sein und hat so auch Chancen auf ein WM-Ticket.

 

Piotr Trochowski: Saß gegen Eindhoven 90 Minuten auf der Bank. Gegen Frankfurt mit einer starken ersten und einer schwachen zweiten Hälfte. Konnte kaum gefährliche Szenen kreieren.

Fazit: Die Konkurrenz auf den Außen ist stark. Die Chancen auf die WM sinken von Woche zu Woche. Wahrscheinlich wird er gegen Argentinien erstmal nicht dabei sein.

 

 

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