Müller drängt ins Aufgebot

Von SPOX
Montag, 15.02.2010 | 15:30 Uhr
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Am 11. Juni 2010 findet in Südafrika das Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft statt. Der Gastgeber trifft dabei auf Mexiko. Die deutsche Nationalmannschaft startet am 13. Juni gegen Australien in das Turnier. Mitte Mai wird Bundestrainer Joachim Löw seinen Kader berufen.

Zahlreiche deutsche Profis machen sich Hoffnungen auf eine Teilnahme an den Welttitelkämpfen, jedoch dürfen nur 23 Spieler mit nach Südafrika. Wer darf mit, wer bleibt zuhause? Bis zum Endturnier auf dem schwarzen Kontinent bewertet SPOX wöchentlich die Chancen der 36 potenziellen Kandidaten.

 

Wie kommt die Bewertung zustande? Hier geht's zur Erklärung!

 

 

Michael Ballack: Solide Partie im FA-Cup-Achtelfinale gegen Cardiff City. Zeigte wie die gesamte Mannschaft allerdings auch zu Beginn ein kleines Motivationsproblem. Sein Tor zum 2:1 kurz nach dem Wechsel brachte Chelsea auf Kurs.

Fazit: Ballack sticht im Moment nicht groß heraus im Blues-Starensemble, was allerdings auch als Ruhe vor dem Sturm gedeutet werden kann. Schließlich geht es jetzt so langsam in die heiße Phase der Saison. In der DFB-Elf selbstredend unantastbar.

 

Christian Gentner: Schlechtes Spiel gegen Leverkusen. War kein Faktor der VfL-Offensive, das Spiel lief an ihm vorbei. Versagte seinem Hintermann Schäfer oftmals die Unterstützung gegen Barnetta und Schwaab. Seine Zweikampfschwäche war auffällig (nur 33 Prozent gewonnen). Wurde in der Schlussviertelstunde durch Thomas Kahlenberg ausgetauscht.

Fazit: Spielt bei Wolfsburg stets auf halblinks, Löw sieht Gentner dennoch eher als Sechser. Angesichts der deutlich besser aufgelegten Konkurrenz scheint er auf dieser Position keine Chance zu haben. Plant Löw mit Schweinsteiger auf rechts, bleibt eine Restchance.

 

Thomas Hitzlsperger: Nach dem vernichtenden Urteil der italienischen Presse und von Ex-Coach Ballardini nach seinen ersten rund 60 Minuten in der Serie A saß Hitz beim Auswärtsspiel in Parma 90 Minuten lang nur auf der Bank. Der neue Trainer Edoardo Reja verzichtete komplett auf die Dienste des Deutschen, Lazio siegte etwas überraschend 2:0. Hitzlspergers Start in Rom erweist sich als ziemlich ernüchternd, versprach sich der 27-Jährige doch Einsatzzeiten und Spielpraxis. Davon ist er nach nur zwei Spielen schon wieder weit entfernt.

Fazit: Auch in Rom scheint sich der negative Lauf nahtlos fortzusetzen. Hitz blieben nur die Trainingseinheiten, um sich anzubieten und gegen die große Konkurrenz im Lazio-Mittelfeld (14 Spieler) durchzusetzen. Ansonsten stagniert er weiter, was die WM-Chancen Woche für Woche kleiner werden lässt.

 

Aaron Hunt: Wechselte sich in Hannover auf den Außenbahnen gewohnt gut mit Marin ab. Ob man sein Hinterkopf-Tor zum 4:0 als genial oder glücklich bezeichnet, ist Geschmackssache. Spielerisch sorgte er aber dafür, dass das Trio Marin-Özil-Hunt wieder interessanter wird.

Fazit: Nach einem kleinen Tief wieder auf dem Weg der Besserung. Für das WM-Ticket reicht "ordentlich" aber nicht aus. Hunt kann mehr und muss das auch zeigen.

Marcell Jansen: Hatte gegen Stuttgart Probleme, sich gegen Celozzi und Gebhart entscheidend durchzusetzen und für Gefahr über links zu sorgen. Musste nach gut 30 Minuten für den verletzten Aogo in die Viererkette zurück - und zeigte dort seine bekannten taktischen Schwächen. Positiv sind aber weiter seine Präsenz und seine Körpersprache.

Fazit: Gehört mit seiner Power eigentlich in den WM-Kader. Allerdings entfremdet er sich offenbar weiter von der Position als Linksverteidiger, ist dort bestenfalls eine Notlösung.

 

Sami Khedira: Gehörte auch gegen den HSV wieder zu den besten Stuttgartern. Hielt in der Defensive das Zentrum dicht und schaltete sich immer wieder gefährlich mit nach vorne ein. Nicht ganz so auffällig wie in der Vorwoche, aber immer noch mit einer starken Form.

Fazit: Gehört mit Ballack und Schweinsteiger derzeit zu den besten deutschen Mittelfeldspielern. In dieser Form definitiv im WM-Kader.

 

Toni Kroos: Eine weniger spektakuläre Partie von der aufstrebenden Offensivkraft. Blieb weitestgehend auf der linken Seite und stand etwas im Schatten von Tranquillo Barnetta auf rechts. Einige starke Aktionen im Dribbling, im Zweikampfverhalten aber schwach: Er gewann nur 29 Prozent seiner Duelle. Gut dagegen sein sicheres Passspiel.

Fazit: Toni Kroos bleibt einer der besten Mittelfeldspieler der Saison. Wegen seiner Stärke im Abschluss und dank seiner exzellenten Übersicht ist Kroos weiter ein ernster Kandidat für die WM. Zudem: Er tritt die gefährlichsten Standards der Liga - und könnte damit ein Kardinalproblem der DFB-Elf lösen.

 

Marko Marin: War in Hannover der stärkste Bremer Offensivspieler. Der Dribbel-Künstler wirbelte auf beiden Außenbahnen wie er wollte, bereitete das Pizarro-Tor vor und übte immer wieder Torgefahr aus. Einzig ein Tor fehlte zur Krönung.

Fazit: War auch in Werders Dunkelphase ein Lichtblick und hält seine Form. So auf jeden Fall gesetzt für den WM-Kader.

Thomas Müller: Während die Kollegen gegen Dortmund teilweise schlampig und überheblich agierten, zog Müller seine Linie weiter extrem konzentriert durch: spielfreudig, torgefährlich, aggressiv und diszipliniert. Erstaunlich, auf welchem Niveau der Youngster sich mittlerweile eingependelt hat.

Fazit: Empfiehlt sich weiter für Löw. Wenn er seine Form halten kann, hat er gute Chance auf die WM.

 

Mesut Özil: Der Trend geht endlich wieder leicht nach oben. Auch weil die Hannover Defensive es ihm sehr einfach machte, konnte Özil das Spiel diktieren. Stark bei zwei Assists nach Standards.

Fazit: Werder gewährt ihm in einer schwierigen Phase genügend Zeit und Özil scheint das Angebot dankbar anzunehmen. Leicht verbessert zu den Vorwochen, aber noch weit von der Form der Vorrunde entfernt. Trotzdem: Ein wichtiger Spieler in Löws Planungen.

 

Simon Rolfes: Fällt wegen einer Knie-OP langfristig aus. O-Ton Rolfes: "Es ist nicht unmöglich, aber es wird sehr schwer, noch rechtzeitig fit zu werden."

Fazit: Kann Rolfes aufgrund seiner Verletzung keine Spielpraxis mehr sammeln, erlebt er die WM daheim auf der Couch.

 

Bastian Schweinsteiger: Stand gegen Dortmund etwas im Schatten des bärenstarken van Bommel. Trotzdem mit einer soliden Leistung, aber mit einzelnen kleinen Flüchtigkeitsfehlern. Hat seine Position endgültig gefunden.

Fazit: Sammelt Woche für Woche Argumente für einen Einsatz auf der Sechs auch in der Nationalmannschaft.

 

Christian Träsch: Trotz der Niederlage gegen Hamburg eine sehr solide Leistung im zentralen Mittelfeld: zweikampfstark, abgeklärt, spielintelligent und mit einem hohen Laufpensum. Machte kaum Fehler und krönte seine Leistung gegen Hamburg mit einem sehenswerten Treffer.

Fazit: Bestätigte erneut die fulminante Entwicklung der letzten Monate und entwickelt sich zu einer echten Option für die Nationalmannschaft. Die WM kommt aber, aufgrund der starken Konkurrenz, wohl zu früh.

 

Piotr Trochowski: Begann gut gegen Stuttgart, zeigte sich wieder mehr, suchte die Eins-zu-Eins-Situationen und den Torabschluss. Fiel in der zweiten Hälfte aber in sein altes Phlegma zurück und war vor allem in der Defensive mit dem starken Hilbert überfordert. Labbadia reagierte und wechselte ihn nach gut einer Stunde aus.

Fazit: Muss unbedingt den Schalter umlegen, um sich in die Startelf für die WM zu spielen. Was für ihn spricht: Darf in der Nationalmannschaft wohl links ran, während er in Hamburg nur auf der rechten Seite aufläuft - wo er weiterhin nicht zurechtkommt.

 

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