WM-Formcheck Abwehr

Problemzone Außenverteidigung

Von SPOX
Montag, 08.02.2010 | 15:49 Uhr
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Am 11. Juni 2010 findet in Südafrika das Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft statt. Der Gastgeber trifft dabei auf Mexiko. Die deutsche Nationalmannschaft startet am 13. Juni gegen Australien in das Turnier. Mitte Mai wird Bundestrainer Joachim Löw seinen Kader berufen.

Zahlreiche deutsche Profis machen sich Hoffnungen auf eine Teilnahme an den Welttitelkämpfen, jedoch dürfen nur 23 Spieler mit nach Südafrika. Wer darf mit, wer bleibt zuhause? Bis zum Endturnier auf dem schwarzen Kontinent bewertet SPOX wöchentlich die Chancen der 36 potenziellen Kandidaten.

 

Wie kommt die Bewertung zustande? Hier geht's zur Erklärung!

 

 

Dennis Aogo: Solide Leistung. Verteilte die Bälle gut, brachte Impulse nach vorne, offenbarte in der Defensivarbeit aber einige Probleme. Hat vor allem in der Rückwärtsbewegung noch deutlich Luft nach oben.

Fazit: Muss sich steigern, wenn er noch ein WM-Ticket lösen möchte.

 

Holger Badstuber: Wie zuletzt auch gegen Wolfsburg wieder auf links in der Viererkette. Wirkte in der ersten halben Stunde in der einen oder anderen Szene etwas schläfrig. Steigerte sich dann allerdings und hielt Müller und später Ribery den Rücken frei. Offensiv äußerst zurückhaltend.

Fazit: Ist defensiv auch als Linksverteidiger eine Alternative für Löw, in der Offensive kommt allerdings noch zu wenig.

 

Andreas Beck: War gegen Hannover einer der besten Hoffenheimer. Sehr aktiv auf der rechten Seite, wo er mit Carlos Eduardo ein starkes Duo bildete. Schlug viele Flanken und bereite mehrere Hoffenheimer Chancen vor. Allerdings ein Stellungsfehler bei einer Möglichkeit von Stajner in der ersten Hälfte. Verletzte sich bei einem Pressschlag mit Karim Haggui und muss mit einem Innenbandriss wohl sechs Wochen pausieren.

Fazit: Die Verletzung kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Sein Formkurve zeigte leicht nach oben. Fällt er länger als die erwarteten sechs Wochen aus, ist sogar die WM in Gefahr.

 

Jerome Boateng: Fiel für das Köln-Spiel nach einem Trainingszusammenstoß mit Jansen kurzfristig aus. Es handelt sich aber nur um eine Bänderdehnung im Knöchel. Gegen Stuttgart soll er schon wieder auflaufen.

Fazit: Wenn keine langwierigen Verletzungen dazwischenkommen, ist Boateng ein Platz im WM-Kader wohl nicht mehr zu nehmen.

 

Arne Friedrich: Wurde von seinen Abwehrkollegen gegen Werder einige Male im Stich gelassen, wehrte sich aber nach Kräften gegen die Niederlage. Kam vor allem gegen den wendigen Marin nicht immer früh genug in die Zweikämpfe, bestätigte insgesamt die gute Form der letzten Wochen.

Fazit: Hat in dieser Form gute Chancen auf einen Stammplatz in der Innenverteidigung.

 

Andreas Hinkel: Wurde vergangenen Dienstag bei der 0:1-Niederlage in Kilmarnock wegen einer Muskelverletzung ausgewechselt und fehlte am Wochenende beim 4:2 im FA-Cup gegen Dunfermline.

Fazit: Sollte seine Blessur schneller auskuriert haben als sein Konkurrent Beck. Falls es beim Hoffenheimer zeitlich eng wird für die WM, würden Hinkels Chancen wieder steigen.

 

Mats Hummels: Wurde von Klopp wieder in der Innenverteidigung eingesetzt und zeigte über weite Strecken eine ordentliche Partie. In der gesamten BVB-Defensive, die sehr unsicher und löchrig stand, war er noch einer der Besten und wesentlich stabiler als Nebenmann Subotic. Kratzte einen Ball von Altintop mit einer klasse Grätsche im allerletzten Moment noch von der Linie. Vorne bei Standards immer gefährlich. Belohnte sich mit seinem fünften Saisontor.

Fazit: Hummels lässt sich vom Durchhänger seiner Mannschaft nicht anstecken. Aber Löw plant mit den alten Bekannten in der Innenverteidigung.

 

Robert Huth: Durfte beim klaren 3:0 über Blackburn wieder in der Innenverteidigung ran und zeigte dort eine solide Partie. Traf sogar einmal ins gegnerische Tor. Der Treffer wurde aber wegen eines Fouls von Chimbonda nicht gegeben.

Fazit: Als Innenverteidiger deutlich besser aufgehoben als auf rechts. In der Nationalmannschaft aber wohl nur ein Kandidat falls sich ein anderer verletzt.

 

Philipp Lahm: Konnte den Aufwärtstrend der letzten Wochen nicht ganz bestätigen. Rückte nur selten mit in die Offensive und beschränkte sich darauf, hinten sicher zu stehen. 3 Sterne

Fazit: Ist gesetzt, ob links oder rechts.

 

Per Mertesacker: Befreite sich gegen Berlin vorerst aus seinem Formtief, wirkte meistens ruhig und sicher im Stellungsspiel und gewann starke 85 Prozent seiner Zweikämpfe. In der Spieleröffnung gewohnt solide, brachte fast 90 Prozent seiner Zuspiele an den Mann. Allerdings wurde Mertesacker auch selten im Laufduell gefordert - dort hatte er zuletzt seine größten Probleme.

Fazit: Körperlich wirkt Mertesacker immer noch nicht zu 100 Prozent spritzig. Mit seiner Erfahrung trotzdem der unumstrittene Abwehrchef bei der WM.

 

Marcel Schäfer: Beschränkte sich gegen die Bayern auf die Defensive und erlaubte sich in der gesamten Partie nur einen Flankenlauf bis zur Grundlinie. Verteidigte Robben zu Beginn gar nicht schlecht, hatte aber große Probleme, wenn der Niederländer Tempo aufnahm.

Fazit: Er kommt nicht aus seinem Tief, das sich mittlerweile schon über einige Wochen hinzieht. Fürs DFB-Team wird's dadurch langsam eng.

 

Serdar Tasci: Musste wieder auf Stamm-Nebenmann Delpierre verzichten und gab deshalb die Kommandos in der Viererkette. Zeichnete sich durch gutes Stellungsspiel aus, hatte wenig Probleme im direkten Zweikampf. Hätte kurz vor Schluss allerdings das 3:1 erzielen müssen.

Fazit: Seit Wochen stabil. Seine Qualitäten in der Spieleröffnung sind sein großes Plus. Deshalb ziemlich sicher in Südafrika dabei.

 

Heiko Westermann: Fehlt weiterhin nach seiner Meniskus-OP und wurde in der Innenverteidigung von Höwedes vertreten.

Fazit: Muss hoffen, bis zu seiner Genesung in einigen Wochen nicht zu viel Boden zu verlieren. Und auch wenn er fit ist, ist nicht sicher, ob er überhaupt auf Schalke seinen Stammplatz behält. Höwedes nutzt seine Chance und überzeugt neben Bordon.

 

 

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