Die jungen Wilden kommen

Von SPOX
Montag, 18.01.2010 | 16:03 Uhr
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Am 11. Juni 2010 findet in Südafrika das Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft statt. Der Gastgeber trifft dabei auf Mexiko. Die deutsche Nationalmannschaft startet am 13. Juni gegen Australien in das Turnier. Mitte Mai wird Bundestrainer Joachim Löw seinen Kader berufen.

Zahlreiche deutsche Profis machen sich Hoffnungen auf eine Teilnahme an den Welttitelkämpfen, jedoch dürfen nur 23 Spieler mit nach Südafrika. Wer darf mit, wer bleibt zuhause? Bis zum Endturnier auf dem schwarzen Kontinent bewertet SPOX wöchentlich die Chancen der 34 potenziellen Kandidaten.

 

Wie kommt die Bewertung zustande? Hier geht's zur Erklärung!

 

 

Holger Badstuber: Kommt als Linksverteidiger von Spiel zu Spiel besser zurecht, machte gegen Hoffenheim eigentlich fast alles richtig und half sogar oftmals seinen Nebenleuten aus. Zudem sind seine Standards brandgefährlich, Ecken und Freistöße von rechts tritt beim FCB nur noch der 20-Jährige.

Fazit: Badstuber robbt sich Stück für Stück an die begehrten Plätze heran. Die Nüchternheit in seinem Spiel besticht, seine Flexibilität könnte ihm noch zugute kommen.

 

Andreas Beck: Spiel mit Höhen und Tiefen für den Rechtsverteidiger. In der ersten Halbzeit defensiv wie offensiv sehr ordentlich, baute aber nach der Pause ab und verlor mehrere Duelle gegen Müller. Fiel zudem mit zwei frühen Fouls gegen Müller und Olic auf, für die zweite Aktion sah er zu Recht Gelb.

Fazit: Wie Hoffenheim kommt auch Beck nicht so recht vom Fleck. Trotzdem bleiben seine Chancen auf die WM intakt.

 

Jerome Boateng: Fehlte gegen Freiburg wegen seiner Gelb-Rot-Sperre. In Dortmund am kommenden Wochenende ist er aber wieder fest als Innenverteidiger eingeplant.

Fazit: Ihm bleiben weiter sehr gute Chancen auf das WM-Ticket.

 

Arne Friedrich: Spielte in Hannover einen souveränen Part in der Defensive, wurde aber auch nicht gerade überrannt von Ya Konan und Co. Geht als Kapitän in der ausweglos erscheinenden Situation der Hertha voran.

Fazit: Dass er in der Innenverteidigung ran darf, ist ein großes Plus. So kann er zeigen, dass er dort besser ist als Tasci oder Westermann. Derzeit schafft er das auch.

 

Andreas Hinkel: Beim enttäuschenden 1:1 zu Hause gegen Schlusslicht Falkirk zeigte Hinkel auf der rechten Außenbahn eine durchwachsene Leistung. In der 76. Minute war für den Ex-Stuttgarter Schluss - Coach Tony Mowbray nahm ihn vom Feld.

Fazit: Hinkels Name schwebt latent über dem DFB-Kader, aber so richtig Eintritt will sich der 27-Jährige nicht verschaffen.

 

Mats Hummels: Ganz starke Partie in Köln als Innenverteidiger. In der Defensive mit toller Antizipation und Stellungsspiel, in der Luft gegen Novakovic immer siegreich. Schaltete sich oft ins Angriffsspiel mit ein und zeigte in der Spieleröffnung seine Qualitäten. Dazu noch zwei Tore nach Standards. Kleiner Wermutstropfen: Verlor gegen McKenna das Kopfballduell, das zum 2:2 führte.

Fazit: Hummels greift mit Riesenschritten an und ist im Kampf um ein WM-Ticket in dieser Form auf einem sehr guten Weg.

 

Marcell Jansen: Zeigte gegen Freiburg eine ganz starke erste Hälfte, im zweiten Abschnitt auch noch gut, aber weniger gefordert. Ein Tor, vier Torschüsse, fünf Torschussvorlagen, 86 Prozent seiner Pässe kamen an. Dazu einsatz- und lauffreudig, nach vorne immer wieder mit Zug zum Tor, strahlte viel Gefahr aus.

Fazit: Jansen ruft sich nach etlichen Monaten wieder eindrucksvoll ins Gedächtnis von Löw zurück. In der Form eindeutig ein WM-Kandidat.

 

Philipp Lahm: Wirkt nach der Winterpause deutlich frischer als in der Hinrunde und machte gegen Hoffenheim defensiv wie offensiv eine starke Partie. Vor allem offensiv hat man Lahm, der sich in viele Angriffe einschaltete, in dieser Saison selten in dieser Form gesehen. Hatte über 100 Ballkontakte, muss aber noch an seinen Flanken von rechts arbeiten, die noch viel Streuung haben.

Fazit: Wie immer: unantastbar.

 

Per Mertesacker: Viel zu tun bekam die Werder-Abwehr um Mertesacker und Naldo in Frankfurt nicht, doch gerade das Tor von Marco Russ erinnerte an alte und längst vergangen geglaubte Zeiten. Der Bremer Abwehrchef kam ohne Foul aus, gewann aber auch nur einen von drei Zweikämpfen. Offensiv kaum mit Akzenten.

Fazit: Trotz eines schwächeren Spiels ist Mertesacker natürlich in der DFB-Abwehr gesetzt und wird auch dort den Chef in der Defensive geben.

 

Marcel Schäfer: Die Hinrunde war bescheiden, der Rückrundenstart ebenso: Offensiv kam Schäfer gegen Stuttgart kaum zum Zug - defensiv leistete er sich mehrere Stellungsfehler, von denen zwei zu Toren führten. Beim 0:1 rückte er zu weit ein und ließ damit Hilbert alleine, beim 0:2 verlor er Tasci aus den Augen.

Fazit: Wolfsburgs Krise ist auch Schäfers Krise. Der Linksverteidiger ist derzeit ziemlich weit von einer Nominierung entfernt.

 

Serdar Tasci: Spielte gegen Wolfsburg nicht seine beste Partie, hatte allerdings in Dzeko auch einen bockstarken Gegenspieler. Attackierte Dzeko bei dessen Tor auch nicht richtig, bereitete auf der anderen Seite aber auch das 2:0 per Kopf vor. 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe sind solide - mehr nicht.

Fazit: Die Konkurrenz schwächelt, aber Tasci weiß dies nicht nachhaltig zu nutzen. Die Chancen stehen gut, könnten aber schon deutlich besser sein.

 

Heiko Westermann: Erwischte einen rabenschwarzen Tag. In der Innenverteidigung von Beginn an ein Sicherheitsrisiko. Er war der Grund für Magaths Umstellung, dann auf der linken Verteidigerposition aber ebenso wenig überzeugend. Immer wieder mit Stellungsfehlern und Fehlpässen. Obwohl er völlig von der Rolle war, ließ Magath den Kapitän durchspielen, was seine Bedeutung für die Königsblauen unterstreicht. Allein dreimal spielte er Foul, gewann lediglich 55 Prozent seiner Zweikämpfe.

Fazit: So punktet man garantiert nicht bei Jogi Löw. War diese Leistung allerdings nur ein Ausrutscher, ist er in Südafrika dabei und hat weiterhin gute Chancen auf den Platz neben Per Mertesacker.

 

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