WM-Formcheck Mittelfeld

Die U-21-Boys mischen die Löw-Elf auf

Von SPOX
Montag, 24.08.2009 | 13:40 Uhr
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Am 11. Juni 2010 findet in Südafrika das Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft statt. Die deutsche Nationalmannschaft befindet sich in der Qualifikationsgruppe 4 auf einem guten Weg zum nächsten großen Fußball-Event.

Zahlreiche deutsche Profis machen sich Hoffnungen auf eine Teilnahme an den Welttitelkämpfen, jedoch dürfen nur 23 Spieler mit nach Südafrika. Wer darf mit, wer bleibt zuhause? Bis zum Endturnier auf dem schwarzen Kontinent bewertet SPOX wöchentlich die Chancen der 31 potenziellen Kandidaten.

 

Wie kommt die Bewertung zustande? Hier geht's zur Erklärung!

 

 

Michael Ballack: Stand in Fulham erneut in der Startelf. Machte eine ordentliche Partie. Setzte einen Freistoß aus 20 Metern übers Tor. Ansonsten in der Offensive weitgehend unauffällig. Leitete aber aus der Halbposition viele Angriffe ein. Unter der Woche beim Sieg in Sunderland offensiv weitaus gefährlicher. Erzielte so auch seinen ersten Saisontreffer.

Fazit: Bei Chelsea scheint sich Ballack in die Stammelf gespielt zu haben. Der Capitano muss allerdings rechts in der Raute ran und nicht auf seiner Paradeposition im Zentrum. In der Nationalmannschaft ist er dort gesetzt.

 

Torsten Frings: Agierte gegen Gladbach als alleiniger Sechser vor der Abwehr und kurbelte das Werder-Spiel als Ballverteiler an. Gewann defensiv allerdings nur 36 Prozent seiner Zweikämpfe. Schwach! Erwischte gegen Aktobe ebenfalls keinen guten Tag. Organisierte das Defensivverhalten seiner Mannschaft schlecht.

Fazit: Es bleibt dabei: Will Frings unter Löw noch eine Chance bekommen, muss er seine Konkurrenten Hitzlsperger und Rolfes durch reihenweise starke Leistungen in den Schatten stellen. Danach sieht es momentan nicht aus.

 

Christian Gentner: Durchwachsene Vorstellung gegen den HSV. Gewann nur 55 Prozent seiner Zweikämpfe, zudem waren lediglich 62 Prozent seiner Pässe erfolgreich. Einzige Highlights: Einige gut getimte Pässe in die Spitze.

Fazit: Das Spiel gegen den HSV war eher ein Ausreißer nach unten. Wird daraus kein Formtief, sollte Gentner beim DFB zumindest dauerhaft im Kader dabei sein.

 

Thomas Hitzlsperger: Ordentlicher Auftritt beim BVB, mehr aber auch nicht. Hatte viele leichte Ballverluste im Mittelfeld und packte - obwohl es günstige Gelegenheiten gab - nie seinen berüchtigten Hammer aus. Machte in einigen Situationen einen unkonzentrierten Eindruck und hemmte dadurch das ein oder andere Mal den Spielaufbau. Im CL-Spiel in Timisoara allerdings ein ruhender Pol im Mittelfeld.

Fazit: Hitzlsperger gegen Rolfes heißt das Duell im DFB-Team. Momentan sieht es nicht danach aus, dass sich einer einen entscheidenden Vorsprung erarbeiten kann. Ein möglicher Vorteil für den Stuttgarter: die Teilnahme an der Champions League.

 

Sami Khedira: Stieß beim BVB immer wieder mit nach vorne und hatte kurz nach dem Dortmunder Führungstreffer eine gute Chance zum Ausgleich. Geistig auf der Höhe, gute Antizipation und Zweikampfführung. Setzte mit präzisen Pässen die Offensivabteilung immer wieder gut in Szene und bot sich dann auch als Anspielstation an. Überragender Auftritt in der CL-Quali in Timisoara, offensiv wie defensiv.

Fazit: Khedira präsentiert sich derzeit richtig stark und macht im Kampf um einen Platz im Löw-Team immer mehr an Boden gut. Kleines Problem: Der Stuttgarter interpretiert die Position vor der Abwehr, wie Ballack, sehr offensiv. Für Löw wäre Khedira neben Ballack deshalb wohl etwas zu riskant.

 

Marko Marin: Ganz schwacher Auftritt im UEFA-Cup gegen Aktobe. Gegen Ex-Klub Gladbach deutlich stärker. Wurde mit zunehmender Spieldauer immer besser und leistete sogar eine Torvorlage. Flankte mit hoher Frequenz, auch wenn nicht alle Bälle die Mitspieler erreichten.

Fazit: Nach ein paar ganz schwachen Wochen und Auftritten war die Leistung gegen Gladbach ein kleiner Lichtblick. Davon muss es künftig allerdings noch einige geben, um wieder ein Thema für die Nationalelf zu werden.

 

Mesut Özil: Gegen Aktobe der überragende Mann auf dem Platz, nicht nur wegen seiner zwei Tore. Auch gegen Gladbach bärenstark. Fast jeder seiner Freistöße sorgte für Gefahr im Strafraum. 94 Prozent angekommene Pässe sind grandios. Er schickt sich an, Diego bei Werder vergessen zu machen. Da verzeiht man ihm auch den verschossenen Elfer.

Fazit: In dieser Form kommt Löw an Özil nicht vorbei. Der Deutsch-Türke präsentiert sich trotz der durch die U-21-EM verpassten Vorbereitung schon auf einem erstaunlich hohen Niveau. Und: Özils Fähigkeiten geben Löw die Möglichkeit, auch mal auf Raute oder ein 4-2-3-1 umzustellen - mit dem Bremer in zentraler Position.

 

Simon Rolfes: Gegen Freiburg einer der auffälligsten Spieler auf dem Platz. War an der Vorbereitung von zwei Treffern beteiligt und im zentralen Mittelfeld stets anspielbar. Brachte es auf 76 Ballkontakte und machte das Zentrum auf der Doppelsechs neben Vidal/Castro dicht.

Fazit: Nach seiner Verletzungspause kommt Rolfes immer besser in die Gänge. Was dem Bayer-Kapitän gut tut: Leverkusens Umstellung auf die Doppelsechs. Dadurch kann Rolfes mehr für die Offensive tun.

 

Bastian Schweinsteiger: Durfte gegen Mainz im Zentrum ran, auf der Doppelsechs neben Tymoschtschuk. Forderte zwar viele Bälle, setzte allerdings kaum Akzente. Stand sich mit dem Ukrainer häufig auf den Füßen. Bekam die Partie nie in den Griff.

Fazit: Schweinsteiger auf der Doppelsechs könnte bei Bedarf auch eine Option fürs Nationalteam werden. Dazu muss sich der Bayern-Spieler auf dieser Position allerdings erst noch deutlich steigern.

 

Piotr Trochowski: Sorgte für eines der vielen Highlights gegen Wolfsburg, als sein technisch perfekter Lupfer aus 14 Metern nur an die Latte klatschte. Ansonsten solide, wurde von Ze Roberto und Jarolim etwas in den Schatten gestellt, ohne selbst zu enttäuschen.

Fazit: Wurde wegen Elia von links auf rechts versetzt, ist dort aber nicht so effektiv wie auf seiner angestammten Position. Dennoch könnte sich der Seiten-Wechsel als Segen für Trochowski erweisen. Denn im DFB-Team ist Özil wohl der kommende Mann für links, auf rechts gibt es - von Schweinsteiger abgesehen - jedoch ein Vakuum.

 

 

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