WM-Formcheck Abwehr

Zwei Schalker gehen fremd und punkten

Von SPOX
Montag, 17.08.2009 | 22:00 Uhr
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Am 11. Juni 2010 findet in Südafrika das Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft statt. Die deutsche Nationalmannschaft befindet sich in der Qualifikationsgruppe 4 auf einem guten Weg zum nächsten großen Fußball-Event.

Zahlreiche deutsche Profis machen sich Hoffnungen auf eine Teilnahme an den Welttitelkämpfen, jedoch dürfen nur 23 Spieler mit nach Südafrika. Wer darf mit, wer bleibt zuhause? Bis zum Endturnier auf dem schwarzen Kontinent bewertet SPOX wöchentlich die Chancen der 31 potenziellen Kandidaten.

 

Wie kommt die Bewertung zustande? Hier geht's zur Erklärung!

 

 

Andreas Beck: Ungewohnt zurückhaltend im Spiel nach vorne und mit ungewohnt vielen Problemen, die Tempodribblings von Leverkusens Barnetta zu verteidigen - von Beck hat man schon deutlich bessere Spiele gesehen.

Fazit: Nach der U-21-EM und der damit zum Teil verpassten Vorbereitung hängt der Hoffenheimer momentan richtig durch. In den nächsten Wochen muss Beck sich deutlich steigern, um wieder ein Thema für Löw zu werden. Problem: Im DFB-Team verteidigt nun Lahm auf Becks rechter Seite. Und der Münchner ist gesetzt.

 

Jerome Boateng: Durfte gegen den BVB wieder in der Innenverteidigung neben Mathijsen ran - und machte seine Sache wieder ordentlich. Leistete sich kurz vor Schluss zwar einen leichten Fehler gegen Kuba, hätte gleich nach dem Anpfiff allerdings auch fast einen Treffer erzielt.

Fazit: Noch ist Boateng bei Löw kein Thema. Stabilisiert sich der Hamburger allerdings und zeigt langfristig Leistungen wie bei der U-21-EM, ist Boateng auf jeden Fall ein Kandidat für die WM.

 

Arne Friedrich: Ist nach dem Simunic-Abgang der neue Abwehrchef bei der Hertha. Offenbarte gegen Gladbach gegen Bobadilla und Matmour leichte Probleme, war aber dennoch der Stabilisator in einer ungewohnt wackeligen Viererkette. Im Länderspiel 90 Minuten auf der Bank.

Fazit: Die meisten Länderspiele hat Friedrich auf rechts gemacht, Löw sieht den Berliner aber künftig in der Mitte. Dort kämpft Friedrich nun gegen Tasci, Boateng, Höwedes, Westermann und vielleicht auch noch Metzelder. Gut für Friedrich: In Berlin kann er ohne Simunic vielleicht nochmal einen Schritt machen.

 

Clemens Fritz: Ließ Pranjic gegen die Bayern zu oft flanken und kam in der Offensive fast gar nicht zum Zug. Ein Schuss aus 20 Metern, mehr war nicht zu sehen. Wirkte nach einer Stunde völlig platt und ließ sich noch mal von Ribery vorführen.

Fazit: Der Bremer kommt einfach nicht aus seinem Tief. Der Auftritt in München war viel zu wenig für einen Nationalspieler. So wird es nichts mit Südafrika.

 

Andreas Hinkel: Erstes Saisonspiel mit Celtic, erster Saisonsieg: 3:1 beim FC Aberdeen. Zeigte eine starke Leistung auf seiner rechten Seite und stand 90 Minuten auf dem Platz. Mittlerweile auch bei anderen Klubs begehrt. Köln und Hull City wollten ihn verpflichten, doch Hinkel sagt: "Ich bleibe definitiv bei Celtic."

Fazit: Gegen Aserbaidschan war Hinkel nicht mal im Kader. Wenn sich das in Zukunft ändern soll, muss der Celtic-Verteidiger dauerhaft starke Auftritte hinlegen. Wie nun gegen Aberdeen.

 

Benedikt Höwedes: Der gelernte Innenverteidiger musste gegen Bochum wieder hinten links ran und machte seine Sache sehr gut. Höwedes schaltete sich immer wieder mit ins Angriffsspiel ein und nahm Bochums Azaouagh komplett aus dem Spiel.

Fazit: Unter Magath hat Höwedes den nächsten Karrieresprung gemacht. Seine Entwicklung ist beeindruckend. Könnte in der Nationalelf auf links sogar eine Alternative für Wolfsburgs Schäfer werden.

 

Marcell Jansen: Wurde gegen den BVB 20 Minuten vor Schluss für Trochowski eingewechselt, wie schon im Länderspiel. Bearbeitete die linke Seite, ließ hinten kaum etwas anbrennen und hatte selbst noch eine gute Chance. Tendenz leicht steigend.

Fazit: Jansen hat eine schwache Vorbereitung hinter sich, ist beim HSV erstmal nur zweite Wahl und deshalb auch im DFB-Team nicht gesetzt. Der 23-Jährige muss in Kurzeinsätzen auf sich aufmerksam machen, wie nun gegen den BVB. Sonst wird's eng.

 

Philipp Lahm: Bleibt weiter den Beweis schuldig, dass er auf der rechten Seite wertvoller ist, als auf der linken. Bindet sich zu wenig ins Offensivspiel ein und traut sich zu selten in Eins-gegen-Eins-Situationen. Bereitete aber den Ausgleich von Gomez mit einer der wenigen guten Flanke vor und war im Länderspiel noch einer der Aktivsten.

Fazit: Bei den Bayern ist Lahm gesetzt, war gegen Bremen nun sogar Kapitän. Für Löw ist der Münchner schier unverzichtbar, ob nun auf links oder auf rechts - auch wenn er auf seiner "neuen" Seite noch Luft nach oben hat.

 

Per Mertesacker: Leuchtturm in der Bremer Defensive. Organisierte die Viererkette, war in der Luft unbezwingbar und leitete durch sicheres Passspiel vernünftige Angriffe ein. Patzte nur einmal, als er bei einem Klärungsversuch Olic den Ball in die Beine spielte. Im Länderspiel erwischte Merte allerdings einen schwachen Tag.

Fazit: Mertesackers Platz in der Stammelf von Jogi Löw ist zementiert. Der Bremer ist der Abwehrchef des Nationalteams. Punkt. Daran ändert auch ein eher mäßiges Länderspiel gegen Aserbaidschan nichts.

 

Marcel Schäfer: War in der Defensive gegen Köln quasi ohne Gegenspieler und konnte sich so auf offensive Vorstöße konzentrieren. Schlug die Flanke vor dem Eigentor von Wome, hätte aber ruhig noch mehr anschieben können. Im Länderspiel in der Startelf. Betrieb dabei aber keine Eigenwerbung.

Fazit: Durch den Seitenwechsel von Lahm ist Schäfer im Nationalteam plötzlich die Nummer eins. Für einen Platz in der Startelf bei einer WM muss allerdings noch ein bisschen mehr kommen, als nun gegen Aserbaidschan und Köln. Nur solide reicht da nicht.

 

Serdar Tasci: Gewann gegen Freiburg nur knapp über die Hälfte seiner Zweikämpfe - ein schwacher Wert. War nicht der Stabilisator und hatte mit den SC-Angreifern das eine oder andere Problem. Auch unter der Woche im Länderspiel nicht immer souverän.

Fazit: Der Bundestrainer hält viel von Tasci, brachte den Stuttgarter gegen Aserbaidschan von Beginn an. Aber: Der 22-Jährige muss sich deutlich steigern, um langfristig zur Stammkraft zu werden. Denn kaum ein Platz ist im DFB-Team derart umkämpft wie die Position des zweiten Innenverteidigers neben Mertesacker.

 

Heiko Westermann: Von der Verantwortung als alleiniger Sechser entbunden, spielte der Nationalspieler gegen Bochum nach langer Zeit wieder befreit auf. Auffällig, wie oft er seine Dynamik ausspielen konnte und den Torabschluss suchte, weil ihm Mineiro den Rücken freihielt. Ergebnis: Ein Tor und ein Pfostenschuss.

Fazit: Westermann beklagte sich nach der Umfunktionierung zum Mittelfeldspieler über seine schwindenden Chancen in der Nationalmannschaft. Wenn er die neue Position öfters so ausführt wie gegen Bochum, kommt Löw allerdings irgendwann auch im defensiven Mittelfeld an ihm nicht vorbei.

 

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