Schäfer vor dem nächsten Schritt

Von SPOX
Montag, 18.05.2009 | 15:09 Uhr
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Am 11. Juni 2010 findet in Südafrika das Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft statt. Die deutsche Nationalmannschaft befindet sich in der Qualifikationsgruppe 4 auf einem guten Weg zum nächsten großen Fußball-Event.

Zahlreiche deutsche Profis machen sich Hoffnungen auf eine Teilnahme an den Welttitelkämpfen, jedoch dürfen nur 23 Spieler mit nach Südafrika. Wer darf mit, wer bleibt zuhause? Bis zum Endturnier auf dem schwarzen Kontinent bewertet SPOX wöchentlich die Chancen der 38 potenziellen Kandidaten.

 

Wie kommt die Bewertung zustande? Hier geht's zur Erklärung!

 

 

Andreas Beck: Kam während der englischen Woche wegen eines Magen-Darm-Infekts nicht zum Einsatz. Zum Saisonfinale wird er aber wieder fit sein.

Fazit: Spielte in der Vorrunde am Limit, konnte das in der zweiten Saisonhälfte nicht immer bestätigen. Hat aber Qualitäten, die ihm einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Konkurrenten verschaffen.

 

Gonzalo Castro: Zeigte in München zwei Gesichter. Sorgte in Hälfte eins für viel Druck in der Offensive, bis er in den zweiten 45 Minuten von Ribery und Podolski vorgeführt wurde. Im Derby gegen Gladbach zeigte er ein anderes Gesicht. In der Defensive kaum gefordert und offensiv nicht zu stoppen. Bereitete zwei Tore vor und erzielte eins mit einem klasse Außenristschlenzer in den Winkel selbst.

Fazit: Castro hat den Härtetest gegen Ribery nicht bestanden, gegen Gladbach aber seine Anlagen gezeigt. Steckt noch mitten in seiner Entwicklung. Für die Löw-Elf noch zu wenig.

 

Marvin Compper: In Bielefeld fehlte er wegen Wadenproblemen. Im Heimspiel gegen Bayen wurde er in der ersten Halbzeit von Ribery und Podolski gemeinsam mit Ibertsberger das eine oder andere mal schwindlig gespielt, stand später aber besser. Seine auffälligste Szene fand im Bayern-Strafraum statt, als er nach einer Ecke fast das 3:2 geköpft hätte.

Fazit: Die überragende Form der Hinrunde ist Geschichte. In Hoffenheim aber gesetzt. Könnte es mit nach Asien schaffen.

 

Arne Friedrich: Kam in Köln in der 78. Minute zu seinem Comeback und rückte auf die Position des Rechtsverteidigers. Wurde wenig gefordert, konnte sich so etwas Sicherheit nach seiner Verletzungspause holen. Saß gegen Schalke jedoch überraschend 90 Minuten nur auf der Bank. Rechts hinten bekam Piszczek den Vorzug, in der Innenverteidigung Steve von Bergen.

Fazit: Eigentlich ein Unverzichtbarer in Favres System. Wird auch im Saisonfinale wieder auflaufen. Auch bei Löw mit guten Aussichten auf einen der beiden Innenverteidigerplätze.

 

Clemens Fritz: Wenig gefordert und auch gegen am Ende schwache Frankfurter ohne den alten Zug zum Tor. Fritz machte einen soliden Job - mehr allerdings nicht. Wurde gegen Karlsruhe erst beim Stand von 0:3 eingewechselt, hatte da wenigstens die eine oder andere gute Offensivaktion.

Fazit: Um sich für die rechte Seite im DFB-Team zu empfehlen, sind Fritz' Auftritte noch immer zu wenig.

 

Andreas Hinkel: Kam mit Celtic bei den Hibs nicht über 0:0 hinaus und hat somit den Titel wohl verspielt. Einen Spieltag vor Schluss liegen sie zwei Punkte hinter den Rangers. Hinkel ließ hinten nichts zu und schlug einige gute Flanken. Samaras und Vennegoor of Hesselink konnten diese aber nicht verwerten.

Fazit: Einer der konstantesten Spieler bei Celtic. Bei Löw hinter Beck im Moment nur zweite Wahl.

 

Benedikt Höwedes: Der U-21-Verteidiger durfte gegen Stuttgart wieder mal von Beginn an ran und war der Sicherste in der Schalker Hintermannschaft, während der erfahrene Nebenmann Krstajic entscheidend patzte. Hatte Marica bis auf dessen Abstaubertor klar im Griff. In Berlin zu Beginn mit einigen Problemen mit Herthas einziger Spitze Pantelic. Zumal die Abseitsfalle gegen den Serben zweimal nicht zuschnappte - und Schalke nur Glück hatte, dass Schiri Gagelmann dennoch auf Abseits entschied. In der zweiten Hälfte zeigte sich Höwedes jedoch wesentlich verbessert und hielt den Laden dicht. Pantelic machte keinen Stich mehr.

Fazit: Die Zukunft auf der Position in der Innenverteidigung. Eine Berufung in die Nationalmannschaft ist nur eine Frage der Zeit.

 

Marcell Jansen: Wieder auf der linken Seite im Mittelfeld eingesetzt. Bereitete gegen Bochum das 1:0 von Guerrero vor. Flankte häufig, brachte aber nicht viele Bälle an den Mann. Ein ähnliches Bild bot sich gegen Köln. Kam zwar oft zum Flanken, schlug diese aber häufig hinters Tor. Eine schwächere Woche von Jansen.

Fazit: Nach zuletzt guter Form, erlebt Jansen wie der gesamte HSV nun einen kleinen Knick. Hat sich durch eine starke Saison bei Löw aber wieder ins Aufgebot gespielt. Seine größte Stärken bleiben seine körperliche Robustheit und Dynamik.

 

Philipp Lahm: Bekam gegen Leverkusen zunächst die rechte Seite gegen Renato Augusto und Castro nicht dicht. Steigerte sich aber wie seine Mannschaft in Halbzeit zwei. In Hoffenheim defensiv ohne Schwächen, schaltete sich zudem vor allem in der ersten Hälfte oft vorn ein.

Fazit: Eine der unantastbaren Größen in Löws Elf. Könnte in der kommenden Saison bei Bayern endlich auf seine ersehnte Rechtsverteidigerposition wandern, falls Louis van Gaal Urby Emanuelson (Ajax Amsterdam) mitbringt.

 

Per Mertesacker:

Zog sich im UEFA-Cup-Halbfinale gegen Hamburg einen Bänderriss zu und wird in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen.

Fazit: Solange er nicht verletzt ist, kommt an Merte keiner vorbei.

 

Christoph Metzelder: Erlitt im Training einen Muskelfaserriss und fällt damit bis Saisonende aus.

Fazit: Hat nach seinen stabilen Leistungen in den vergangenen Wochen wieder bessere Chancen auf eine Nominierung.Wäre für die Asienreise aber ohnehin kein Thema gewesen, da die Primera Division zu diesem Zeitpunkt noch läuft.

 

Marcel Schäfer: Erwischte gegen Dortmund eine schwache erste Hälfte, in der ihn Owomoyela und Kuba ein ums andere Mal überliefen. Nach der Pause profitierte Schäfer von einem starken Defensivverhalten des gesamten Teams und ließ auch über seine linke Seite wenig zu. Mit zunehmender Spieldauer traute er sich immer weiter nach vorne und entschied letztlich das Duell gegen Owomoyela für sich. Beim 5:0 in Hannover war die linke Seite bärenstark. Sowohl im Spielaufbau, als auch bei der Vorbereitung. Enormer Freistoß-Hammer, den Enke nur mit viel Mühe abwehren konnte.

Fazit: Solange Lahm auf links verteidigt, bleibt ihm nur die Backup-Rolle. Kann im nächsten Jahr aber durch die Champions-League-Teilnahme den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen.

 

Serdar Tasci: Wegen eines Haarriss im Knorpel immer noch außer Gefcht. Das Saison-Finale in München ist stark gefährdet.

Fazit: Steht bei Löw hoch im Kurs. Hat gute Karten im Kampf um den Platz neben Mertesacker. Wird er fit, ist er auch in Asien dabei.

 

Heiko Westermann: Stellte gegen Stuttgart einmal mehr seine Flexibilität unter Beweis. Er startete zentral im Mittelfeld und wich später auf die Linksverteidigerposition zurück. War im Zweikampf enorm stark und hatte bei zwei Kopfbällen nach Standardsituationen Pech. In Berlin wirkte er anfangs unsicher und hölzern. Wurde wie Höwedes von Berlins Pantelic düpiert, zeigte nach der Pause aber eine deutlich konzentriertere Leistung. Während ihm in der ersten Hälfte im Aufbauspiel Fehler unterliefen, fand er in Durchgang zwei sogar die Zeit für einige öffnende Pässe und Vorstöße.

Fazit: Seine Flexibilität ist Vor- und Nachteil zugleich. Kann sich auf keiner Position richtig festspielen, findet aber immer irgendwo einen Platz.

 

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