Torsten Frings im Stile von Tom Brady

Von SPOX
Montag, 11.05.2009 | 19:25 Uhr
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Am 11. Juni 2010 findet in Südafrika das Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft statt. Die deutsche Nationalmannschaft befindet sich in der Qualifikationsgruppe 4 auf einem guten Weg zum nächsten großen Fußball-Event.

Zahlreiche deutsche Profis machen sich Hoffnungen auf eine Teilnahme an den Welttitelkämpfen, jedoch dürfen nur 23 Spieler mit nach Südafrika. Wer darf mit, wer bleibt zuhause? Bis zum Endturnier auf dem schwarzen Kontinent bewertet SPOX wöchentlich die Chancen der 38 potenziellen Kandidaten.

 

Wie kommt die Bewertung zustande? Hier geht's zur Erklärung!

 

 

Michael Ballack: Wollte im Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen Barcelona keine Gelbe Karte riskieren, um nicht für das Endspiel gesperrt zu sein. Fand eine gute Balance und stopfte Löcher, ohne unnötige Fouls zu begehen. Seine beste Aktion hatte er in der Nachspielzeit, als sein Schuss von Eto'o ungeahndet mit der Hand geblockt wurde. Wurde beim 4:1 beim FC Arsenal erst in der 88. Minute eingewechselt.

Fazit: Wird seinen Ruf als ewiger Zweiter und Dritter nicht mehr los. Kleiner Trost: Ähnlich wie im DFB-Team ist er bei den Blues eine Säule. Beweise: Chelsea verlängerte seinen Vertrag englischen Medienberichten zufolge bis mindestens 2010.

 

Tim Borowski: Eine weitere Partie, in der der Ex-Bremer 90 Minuten auf der Bank saß.

Fazit: Selbst unter Heynckes hat sich Borowskis Standing nicht gebessert. Wenn er nicht wechselt, riskiert er seine Chance auf ein WM-Ticket.

 

Torsten Frings: Wer ist schon Tom Brady oder Peyton Manning? Im Stile eines Quarterbacks brachte Frings Hamburg mit langen, präzisen Pässen aus dem Konzept. In der 15. Minute fütterte er so Rosenberg, der den Pfosten traf. Ähnlich beim 2:0, als Frings einen weiten Pass auf Özil schlug und dieser Almeidas Tor einleitete. Zudem zweikampfstark und sehr präsent. War bereits im UEFA-Cup-Rückspiel beim HSV einer der besten Bremer.

Fazit: So langsam krabbelt Frings aus dem Formloch. Nach einigen konstant ordentlichen Leistungen demonstrierte er seine aufsteigende Tendenz mit zwei starken Leistungen gegen Hamburg. Wäre wieder ein Kandidat für Löw.

 

Christian Gentner: War einer der wenigen Wolfsburger, die in die Nähe seiner Normalform kamen. War gewohnt laufstark und fast immer beteiligt, wenn der VfL gefährlich wurde. Gab den Ball nach einer Ecke von Misimovic die entscheidende Richtungsänderung und bereitete so Dzekos Tor vor. Kurze Zeit später hätte er sogar den Ausgleich machen können, traf aus spitzem Winkel aber nur den Außenpfosten.

Fazit: Vielseitig, technisch gut, taktisch versiert: Gentner beweist - von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen - die gesamte Saison über, dass er eine DFB-Nominierung verdient hat.

 

Thomas Hitzlsperger: Starke Partie des Stuttgarter Kapitäns. War defensiv präsent und leitete mit klugen Pässen in den Rücken der Viererkette zahlreiche Großchancen ein, so auch das 2:0 von Gomez. Scheiterte mit einem gefährlichen Freistoß am Wolfsburger Keeper Benaglio.

Fazit: Es hat etwas gedauert, bis Hitzlsperger bei Löw einen Stammplatz erobert hat. Jetzt, wo es soweit ist, gibt er ihn aber nicht so leicht her, das bewies er mit seiner Leistung gegen Wolfsburg.

 

Jermaine Jones: Wie immer war Jones eines der größten Kampfschweine auf dem Platz. Doch diesmal blieb er ohne Durchschlagskraft und konnte sich nur selten in die Offensive einschalten. Außerdem unterliefen ihm im Aufbauspiel einige leichtfertige Ballverluste.

Fazit: Löw steht auf ballsichere, taktisch versierte Mittelfeldspieler, Jones kommt hingegen mehr über seine Dynamik und Kampfkraft. Muss demnach im spielerischen Bereich zulegen, um wieder in den Fokus zu rücken.

 

Sami Khedira: Zunächst etwas defensiver als sein Mittelfeldpartner Hitzlsperger. Spielte dementsprechend in der ersten Hälfte etwas unauffälliger, war aber nicht weniger wichtig. Schaltete sich im Laufe des Spiels immer häufiger in die Angriffe ein und bereitete mit einem Sahne-Pass das 3:1 durch Gomez vor.

Fazit: Beständiger geht's nicht. Bei seinen letzten neun bewerteten Spielen bekam er mindestens drei Sterne. Nach der U-21-EM sollte er seinen Platz im A-Kader sicher haben.

 

Marko Marin: Versuchte es gegen Rafinha auf der Außenbahn immer wieder mit Tempodribblings, meistens jedoch ohne Erfolg. Ein, zwei kluge Pässe zu einem besser postierten Mitspieler wären vielleicht sinnvoller gewesen. Auch beim Abschluss blieb Marin gegen Schalke harmlos, zumal er einen Strafstoß vergab.

Fazit: Schon seit einiger Zeit wartet man auf eine Gala-Leistung des 20-Jährigen. Dabei hätte es die Borussia derzeit so nötig wie nie. Weiter ein Wackelkandidat für Löw.

 

Mesut Özil: Erste Hälfte pfui, zweite Hälfte hui. Blieb in der ersten Hälfte gegen den HSV fast unsichtbar, steigerte sich jedoch nach der Pause und bereitete das 1:0 durch Almeida vor. War auch ansonsten umtriebig, seine Flanke in der 64. Minute hätte zum 3:0 führen müssen, doch Almeida vergab. Schwach: Von sieben Zweikämpfen gewann er nur einen. Im UEFA-Cup-Rückspiel in Hamburg mittelmäßig.

Fazit: Deutete zumindest in einigen Szenen an, dass er sehr wohl die Qualität hat, den verletzten und nach der Saison wohl in Turin spielenden Diego zu ersetzen. Macht weiter Druck auf Marin und Trochowski.

 

Simon Rolfes: Hatte gegen tief stehende Bielefelder Probleme, seine Funktion als Schaltzentrale zwischen Defensive und Offensive wie gewohnt auszufüllen. Zudem wie das gesamte Bayer-Team ohne zündende Ideen, wie der Abwehr-Riegel der Arminia zu knacken ist. Gewann für seine Verhältnisse nur mittelmäßige 57 Prozent seiner Zweikämpfe.

Fazit: Er leidet an der Krise der Leverkusener - und muss aufpassen, in Löws Gunst nicht von Frings überholt zu werden.

 

Bastian Schweinsteiger: Sehr präsent, hatte viele Ballkontakte, ging beherzt in die Zweikämpfe und setzte seine Mitspieler vielversprechend ein. Nach der Hereinnahme von Ribery auch in der Zentrale überzeugend.

Fazit: Profitiert offensichtlich vom Trainerwechsel bei den Bayern. Wirkt spielfreudiger - und zementiert seinen Stammplatz bei Löw.

 

Piotr Trochowski: War nur für die Bank vorgesehen, wegen Petric' Verletzung kam er in Bremen aber doch zum Einsatz - und enttäuschte auf ganzer Linie. Nur zwölf seiner 20 Pässe kamen an. Einzig gute Szene: In der 24. Minute hatte er das 1:0 auf dem Fuß, doch sein Schuss wurde knapp zur Ecke abgefälscht. Ähnlich ungenügend seine Leistung im Halbfinal-Rückspiel des UEFA-Cups gegen Bremen.

Fazit: Statt sich als Führungsspieler zu profilieren, ging Troche mit Hamburg unter - und verliert damit wertvollen Boden auf den aufstrebenden Özil. Muss wieder zur Topform aus dem Frühling zurückfinden.

 

Tobias Weis: Seine schwache erste Halbzeit gegen Köln ließ Schlimmes erahnen, aber nach der Pause rehabilitierte er sich mit einer couragierten Leistung. Ein Lichtblick nach lange Zeit.

Fazit: Von der Form, die Weis in die Nationalmannschaft gespült hat, ist er weit entfernt. Nichtsdestotrotz scheint er Löw zu gefallen. Eine Nominierung für die Asien-Reise gilt als wahrscheinlich.

 

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