Rangeln um den Platz im linken Mittelfeld

Von SPOX
Montag, 04.05.2009 | 17:21 Uhr
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Am 11. Juni 2010 findet in Südafrika das Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft statt. Die deutsche Nationalmannschaft befindet sich in der Qualifikationsgruppe 4 auf einem guten Weg zum nächsten großen Fußball-Event.

Zahlreiche deutsche Profis machen sich Hoffnungen auf eine Teilnahme an den Welttitelkämpfen, jedoch dürfen nur 23 Spieler mit nach Südafrika. Wer darf mit, wer bleibt zuhause? Bis zum Endturnier auf dem schwarzen Kontinent bewertet SPOX wöchentlich die Chancen der 38 potenziellen Kandidaten.

 

Wie kommt die Bewertung zustande? Hier geht's zur Erklärung!

 

 

Michael Ballack: Zeigte in der Königsklasse bei Barca eine unspektakuläre, aber extrem abgeklärte Leistung für den FC Chelsea. Lauf- und kampfstark stellte er sich dem Angriffswirbel der Katalanen und hielt dem Druck stand. Wurde in der Liga gegen Fulham von Coach Hiddink eine Halbzeit lang für das Rückspiel gegen Barca geschont.

Fazit: Ballack ist in der entscheidenden Phase der Saison eine der Säulen bei Chelsea. Seine Position im DFB-Team unterstreicht diese Tatsache noch mehr.

 

Tim Borowski: Er brummte gegen Gladbach seine Sperre wegen der fünften Gelben Karte ab und verpasste damit die Chance, sich unter dem neuen Trainer Heynckes für einen Stammplatz oder zumindest für längere Einsätze zu empfehlen.

Fazit: Die DFB-Elf ist derzeit überhaupt kein Thema für Borowski.

 

Torsten Frings: Im UEFA-Cup gegen den HSV mit einer schweren Aufgabe. Hatte wie die gesamte Bremer Mannschaft in der ersten Hälfte Probleme mit der Dynamik der Hamburger und als alleiniger Sechser alle Hände voll zu tun. Kämpfte sich in der zweiten Halbzeit in die Partie. Gegen Köln in der Liga wegen einer Gelb-Sperre nicht mit von der Partie.

Fazit: Frings hält seine Form derzeit konstant. Nicht überragend, aber doch solide und mit ganz leicht aufsteigender Tendenz.

 

Christian Gentner: Eine gute Vorstellung des Wolfsburgers gegen Hoffenheim. Lauffreudig und mit gewohnt gutem Auge. Gentner fällt in der Bewertung im Vergleich zum magischen Dreieck Misimovic-Grafite-Dzeko immer wieder ab, gedeiht in dessen Schatten aber zum kommenden Nationalspieler.

Fazit: Gentner steht auf dem Sprung in den Kader. Einer Einladung zur Asien-Reise sollte kaum etwas im Weg stehen.

 

Thomas Hitzlsperger: Zeigte sich in Bielefeld ungewohnt zweikampfschwach. Konnte das Mittelfeld des VfB nicht wie sonst stabilisieren und verschuldete auch noch den Elfmeter, der dem VfB letztlich zwei Punkte kostete. Dafür strahlte er in der Offensive immer Gefahr aus und bewies seine Scorer-Qualitäten mit seinem schönen Distanzschuss.

Fazit: Trotz des etwas schwächeren Spiels bleibt Hitzlsperger bei Joachim Löw bis auf weiteres erste Wahl.

 

Jermaine Jones: War gegen Leverkusen wegen seiner Gelb-Roten Karte aus dem Bayern-Spiel gesperrt.

Fazit: Der Schalker steckt mittendrin in einem Überangebot an guten Mittelfeldspielern. "Gut" alleine wird ihm nicht für weitere Einsätze reichen, Jones muss an seine starken Leistungen der letzten Wochen anknüpfen.

 

Sami Khedira: Eine eher unauffällige Partie von Khedira. Im Mittelfeld aber immerhin bissiger und zweikampfstärker als Hitzlsperger. Nach vorne mit einigen guten Ideen. Hätte das Spiel bei seiner einzigen Chance entscheiden können, scheiterte aber an Bielefelds Torhüter Eilhoff.

Fazit: Die U-21-EM ist gebongt, Khedira wird sie als absoluter Führungsspieler angehen. Danach ist der Stuttgarter erste Wahl als nächster Neuling im A-Team.

 

Marko Marin: Coach Meyer brachte ihn erst 15 Minuten vor Schluss, weil er zuvor alle Mann verteidigen ließ. Dann aber machte Marin richtig Betrieb. Ein, zwei gute Ecken, ein guter Freistoß und ein energischer Vorstoß in den Strafraum, der erst im letzten Moment von der Bayern-Abwehr gestoppt werden konnte.

Fazit: Sehr gute Ansätze, aber die Einsatzzeit... Wer für Abstiegskandidat Gladbach nur 15 Minuten spielt, kann kaum Ansprüche auf einen Stammplatz im DFB-Team anmelden.

 

Mesut Özil: Zeigte gegen Hamburg im UEFA-Cup eine klasse Partie, der lediglich die Krönung eines Tores fehlte. Özil rief sein gesamtes Repertoire ab, war als Spielgestalter deutlich wirksamer als Diego und war vom HSV nie in den Griff zu bekommen. Gegen Köln in der Liga dann von Trainer Schaaf 90 Minuten lang geschont - alleine das zeigt seinen momentanen Stellenwert für Werder.

Fazit: Özil ist nah dran an den Kontrahenten Marin oder Trochowski auf der Position im linken Mittelfeld - oder sogar schon dran vorbei.

 

Simon Rolfes: Der Taktgeber gegen Schalke. Bildete zusammen mit Vidal eine überragende Achse im Zentrum. Rolfes räumte unbarmherzig alles weg, was sich ihm in den Weg stellte. Nach der Pause aber etwas unauffälliger. Dennoch mit starken statistischen Werten (88 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 84 Prozent Pässe zum Mitspieler).

Fazit: Der Kronprinz lauert weiter auf seine Chance. Aber Rolfes muss noch aggressiver und vor allem torgefährlicher werden.

 

Bastian Schweinsteiger: Kam gegen Gladbach vor allem in der ersten Halbzeit gut mit der neuen Variabilität im Mittelfeld der Bayern zurecht. Mal hinter den Spitzen, mal rechts, manchmal sogar links, Schweinsteiger ging lange Wege. Dazu machte er ein schönes Tor zum 1:0. In der zweiten Halbzeit tauchte er etwas unter.

Fazit: Auch wenn er bei den Bayern in einer kleinen Sinnkrise steckt - sein Platz im DFB-Team ist unumstritten.

 

Piotr Trochowski: Troche hat seine kleine Schwächeperiode im Verein überwunden und ist derzeit für den HSV fast unersetzlich. Gegen Bremen im UEFA-Cup mit dem goldenen Tor, auch in der Liga gegen Berlin gefährlicher als die Hamburger Stürmer. Trochowski dreht in den letzten Spielen immer mehr auf und könnte zum Big Player beim HSV werden.

Fazit: Trochowski nimmt den Kampf an, beißt sich derzeit eindrucksvoll durch und durchläuft beim HSV einen Reifeprozess, der ihm auch für das DFB-Team zugute kommen wird.

 

Tobias Weis: Unscheinbare Partie. Setzte keine Akzente in der Offensive und verlor sieben seiner zwölf Zweikämpfe. Bei seinem Spitznamen Mini-Gattuso passt nur noch das Mini. Steckt im Tief, spielt dennoch, weil die Alternativen fehlen. Eine Pause würde ihm gut tun.

Fazit: Weis ist in der momentanen Form die befürchtete Eintagsfliege im DFB-Dress.

 

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