Jansen vor Comeback in der Startelf?

Von SPOX
Montag, 23.03.2009 | 19:19 Uhr
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Am 11. Juni 2010 findet in Südafrika das Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft statt. Die deutsche Nationalmannschaft befindet sich in der Qualifikationsgruppe 4 auf einem guten Weg zum nächsten großen Fußball-Event.

Zahlreiche deutsche Profis machen sich Hoffnungen auf eine Teilnahme an den Welttitelkämpfen, jedoch dürfen nur 23 Spieler mit nach Südafrika. Wer darf mit, wer bleibt zuhause? Bis zum Endturnier auf dem schwarzen Kontinent bewertet SPOX wöchentlich die Chancen der 38 potenziellen Kandidaten.

 

Wie kommt die Bewertung zustande? Hier geht's zur Erklärung!

 

 

Andreas Beck: Der Rechtsverteidiger hatte defensiv kaum Probleme, offensiv setzte er immer wieder Akzente. Allein an der Präzision seiner Flanken haperte es. Scheiterte in Minute 30 mit einem 16-Meter-Kracher an Enke.

Fazit: Obwohl es bei den Kraichgauern derzeit alles andere als rund läuft, bringt Beck konstant seine Leistung. Über kurz oder lang stehen ihm im DFB-Team alle Türen offen. Gegen Liechtenstein darf er sich Hoffnungen auf die Anfangself machen.

Status: nominiert, mit Chancen auf die Startelf, konkurriert mit Hinkel

 

Gonzalo Castro: Fiel gegen Frankfurt mit einem Sehnenanriss in der Leistengegend aus und fehlte seinem Team spürbar. Hätte dem lethargischen Leverkusener Spiel einen Schuss Dynamik verleihen können.

Fazit: Gelbsperre, solides Spiel, Totalausfall, Verletzungspause: So sah der letzte Monat von Castro aus. An das DFB-Team ist bei ihm momentan nicht zu denken.

Status: nicht nominiert

 

Marvin Compper: Bot gegen Hannover eine durchwachsene Leistung. Bei beiden Gegentreffern stimmte die Zuordnung nicht, das muss sich der Abwehrchef ankreiden lassen. In Minute 72 vergab er bei einem Kopfball nur knapp, da wäre mehr möglich gewesen. Positiv: Verlieh Fabricio nach Jaissles Verletzung Stabilität und versuchte mit seiner aktiven Gestik, als Führungsspieler voranzugehen.

Fazit: Ein Ausrufezeichen in Richtung Nationalteam war es nicht, momentan hat man es als 1899-Akteur aber auch nicht gerade leicht. Hat in Sachen DFB-Team in den Wochen deutlich an Boden verloren.

Status: nicht nominiert

 

Arne Friedrich: Ein erneut grundsolides Spiel auf seiner Lieblingsposition in der Innenverteidigung beim 0:2 in Stuttgart. Sein wahrer Wert für Berlin zeigte sich, als er in der 26. Minute wegen eines Muskelfaserrisses ausgewechselt werden musste. Danach kam ein Bruch ins Spiel des Tabellenführers, sein Stellvertreter Kaka verschuldete unter anderem das 0:1.

Fazit: Kapitän Friedrich ist für Hertha unersetzlich. Bitter für ihn, dass er die beiden Quali-Spiele verletzungsbedingt absagen musste. Hatte sich in den letzten Wochen seinen Platz in der deutschen Innenverteidigung redlich verdient.

Status: nicht nominiert

 

Clemens Fritz: Fehlte im UEFA-Cup gegen St.-Etienne wegen eines Infekts und saß aufgrund dessen auch in Dortmund 90 Minuten lang nur auf der Bank.

Fazit: Der grippale Infekt wirft ihn wieder aus der Spur. Muss in den nächsten Partien den Aufwärtstrend von Anfang März bestätigen.

Status: nicht nominiert

 

Andreas Hinkel: Beim 2:2 gegen Dundee United weniger auffällig als noch eine Woche zuvor beim Ligapokalsieg gegen die Rangers. Kaum Flankenläufe, defensiv mit Problemen gegen Craig Conway.

Fazit: Löw hat ihn trotz seines Legionär-Status nicht aus den Augen verloren und auch für die beiden Quali-Spiele nominiert. Liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Beck um den Platz auf der rechten Abwehrseite.

Status: nominiert, mit Chancen auf die Startelf, konkurriert mit Beck

 

Benedikt Höwedes: Sah beim 0:1 gegen den HSV unglücklich aus, als er sich auf Neuer verließ. Auch beim 0:2 nicht schuldlos, als er die Hamburger vor dem eigenen Sechzehner kombinieren ließ. Offenbarte zudem Schwächen im Spielaufbau. Positiv: 76 Prozent gewonnene Zweikämpfe.

Fazit: Sollte seiner Entwicklung in der Schalker Innenverteidigung Priorität einräumen. Das Thema Nationalmannschaft kommt dann von ganz alleine. Momentan noch zu unerfahren für Löw.

Status: nicht nominiert

 

Marcell Jansen: Kam in Istanbul auf seiner ungewohnten Rolle im defensiven Mittelfeld überhaupt nicht zurecht. Keine Spielstruktur, weit von den Gegenspielern weg. Spielte nach der Pause auf links, setzte aber auch dort keine Akzente und schlug schwache Flanken. Gegen Schalke wieder verbessert. Laufstark und in der guten HSV-Anfangsphase neben Guerrero auffälligster Akteur auf dem Platz. Legte das 2:0 mit einem gut getimten Pass auf.

Fazit: Rechtfertigte gegen Schalke seine Nominierung für die WM-Qualifikation. Aufgrund der Innenbanddehnung von Trochowski könnte Jansen eine Bewährungschance im linken Mittelfeld erhalten.

Status: nominiert, mit Chancen auf die Startelf, sofern Trochowski nicht fit wird

 

Philipp Lahm: Gegen den KSC nicht so überzeugend wie in den letzten Spielen. Ließ vor allem in der ersten Halbzeit Gegenspieler Celozzi zu viel Platz und wurde ein, zwei Mal überlaufen, auch weil Ribery zu wenig in der Defensive aushalf. Ansonsten gewohnt zweikampfstark und mit gutem Stellungsspiel. 

Fazit: Unbestrittener Führungsspieler im DFB-Team. Wird gegen Liechtenstein und Wales für Druck auf der deutschen Außenbahn sorgen.

Status: nominiert, gesetzt in der Startelf

 

Per Mertesacker: Kam gegen St.-Etienne erneut mit sehr wenigen Fouls aus und überzeugte mit gutem Stellungsspiel gegen den schnellen Gomis. In Hälfte zwei etwas unkonzentriert. Machte auch in Dortmund eine starke Partie. Räumte hinten alles ab und rettete gegen Valdez in allerletzter Sekunde.

Fazit: Bleibt einer der wichtigsten Männer im Team von Werder und ist auch für Löw - gerade nach dem Ausfall von Friedrich - in der Abwehrzentrale unverzichtbar.

Status: nominiert, gesetzt in der Startelf

 

Christoph Metzelder: Das alte Lied: Sind Pepe und Cannavaro fit, sitzt Metzelder auf der Bank. So auch gegen Almeria, als er beim Stand von 3:0 für elf Minuten in die Partie kam und keine nennenswerte Szene mehr hatte.

Fazit: Dass Löw ihn für die WM-Quali-Spiele nicht nominieren würde, war vorher schon klar. Um sich dennoch wieder für die Nationalelf empfehlen zu können, hilft Metzelder nur eins: ein Vereinswechsel.

Status: nicht nominiert

 

Marcel Schäfer: Fiel beim Sieg in Bielefeld nicht wirklich auf. Musste nur zwei Zweikämpfe bestreiten und war in der Defensive quasi beschäftigungslos. Überließ Gentner den Großteil der Offensivarbeit.

Fazit: Spulte fast schon routiniert sein Programm runter und vor allem die Konstanz seiner Leistungen beeindruckt. Wurde von Löw wieder in den Kader für die beiden Quali-Spiele berufen. Darf sich aber als Lahm-Backup nur geringe Hoffnungen auf einen Einsatz machen.

Status: nominiert, kaum Chancen auf die Startelf

 

Serdar Tasci: Dass sich Stuttgart nach dem desolaten 0:4 in Bremen derart überzeugend zurückmeldete und Spitzenreiter Berlin mit 2:0 besiegte, war zu einem Großteil Tasci zu verdanken. Der Deutsch-Türke, nach Gelbsperre wieder dabei, verlieh der Abwehr und speziell Nebenmann Boulahrouz Sicherheit. Überragend: Tascis Stellungsspiel.

Fazit: Bleibt auch nach Friedrichs Absage nur die Rolle als Ergänzungsspieler hinter Mertesacker und Westermann.

Status: nominiert, kaum Chancen auf die Startelf

 

Heiko Westermann: Gegen den HSV wie schon in der Vorwoche einer der Aktivposten bei den Königsblauen. Zeigte mit seinen gewohnt bissigen Zweikämpfen und seiner Körpersprache den Willen, sich gegen die Niederlage zu stemmen.

Fazit: Die Nationalmannschaft kommt ihm gerade recht, um den Kopf von der Unruhe rund um Gelsenkirchen frei zu bekommen. Wird aufgrund der Friedrich-Absage in der Innenverteidigung beginnen.

Status: nominiert, gesetzt in der Startelf

 

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