Bayerns Zwei-Punkte-Mittelfeld

Von SPOX
Montag, 23.02.2009 | 16:42 Uhr
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Am 11. Juni 2010 findet in Südafrika das Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft statt. Die deutsche Nationalmannschaft befindet sich in der Qualifikationsgruppe 4 auf einem guten Weg zum nächsten großen Fußball-Event.

Zahlreiche deutsche Profis machen sich Hoffnungen auf eine Teilnahme an den Welttitelkämpfen, jedoch dürfen nur 23 Spieler mit nach Südafrika. Wer darf mit, wer bleibt zuhause? Bis zum Endturnier auf dem schwarzen Kontinent bewertet SPOX wöchentlich die Chancen der 38 potenziellen Kandidaten.

 

Wie kommt die Bewertung zustande? Hier geht's zur Erklärung!

 

 

Michael Ballack: Machte nach zuletzt blutleeren Leistungen beim 1:0-Sieg Chelseas wieder einen Schritt in die richtige Richtung und versuchte neben Lampard und Mikel Struktur ins Blues-Spiel zu bringen. Legte eine deutlich höhere Aggressivität als zuletzt an den Tag.

Fazit: Wirkte in den letzten Wochen etwas überspielt. Der Trainerwechsel von Scolari auf Hiddink scheint auch Ballack in Schwung gebracht zu haben. Gerade rechtzeitig vor den Spielen in der WM-Quali Ende März/Anfang April.

 

Tim Borowski: Kam in der 64. Minute und sollte nach vorne noch mal was reißen. Stieß viel zu oft in die Spitze vor, bekam aber keine Bälle serviert. Insgesamt ein enttäuschend farbloser Auftritt des Ersatzspielers.

Fazit: Kommt nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus. Von einer Berufung in die Nationalmannschaft momentan meilenweit entfernt.

 

Torsten Frings: Für das Spiel rechts in der Raute fehlt ihm derzeit das Tempo. Zu viele schlampige und ungenaue Anspiele nach vorne. Positiv: Frings leitete die beste Bremer Chance von Almeida kurz vor der Pause ein. War im UEFA-Cup gegen Milan gelbgesperrt.

Fazit: Ist stets bemüht, das Werder-Spiel in den Griff zu kriegen, hat in dieser Form aber zu viel mit sich selbst zu tun. Steht momentan in Sachen DFB-Elf im Schatten von Rolfes und Hitzlsperger.

 

Christian Gentner: In Paris entwischten ihm die Gegenspieler mehrmals auf seiner Seite. Blieb im Spiel nach vorne blass. War in der Liga hingegen an nahezu jeder Offensivaktion beteiligt. Die neu formierte rechte Seite mit ihm und Pekarik funktionierte gegen Berlin auch defensiv gut. Bereitete außerdem mit einer schönen Flanke das 1:1 vor.

Fazit: Hat sich nach durchwachsener Vorrunde gefangen und muss die Leistungen nun konservieren. Für eine Berufung in die Nationalmannschaft muss aber deutlich mehr kommen.

 

Thomas Hitzlsperger: Im UEFA-Cup noch klarer Verlierer im Sechserduell gegen Tymoschtschuk. Hatte Mühe mit den Angriffswellen der Zenit-Offensive. Gegen Hoffenheim dagegen von Beginn an voll da, setzte mit aggressivem Einsteigen ein Zeichen und marschierte vorneweg. Einzig sein gefürchteter Abschluss fehlte.   

Fazit: Nach seinem Durchhänger am Ende der Hinrunde ist The Hammer wieder voll da. Kämpft im Fernduell gegen Frings und Rolfes auf gleicher Höhe um einen Platz im DFB-Mittelfeld.

 

Jermaine Jones: Einer der besten Schalker gegen den BVB. Gewohnt bissiger Zweikämpfer vor der Abwehr. Verlor kaum ein Duell Mann gegen Mann. Leistete sich einen Fehler gegen Zidan, den er aber auch selbst mit einem überragenden Tackling wieder ausbügelte.

Fazit: Trotz seinen beständigen Leistungen auf Schalke reicht es für ihn nicht für einen Platz in Löws Team. Muss zu seiner aggressiven Spielweise auch technische Fertigkeiten beimischen.

 

Sami Khedira: Fiel im UEFA-Cup gegen bissige Russen mit harter Zweikampfführung und physischer Präsenz auf. In der Liga gegen Hoffenheim kamen von ihm einige schöne Zuspiele. Strahlte jedoch zu wenig Torgefahr aus - eigentlich eine Stärke von Khedira.

Fazit: Fiel im Vergleich zu den Leistungen der letzten Wochen etwas ab. Dennoch auf dem direkten Weg zur Nationalmannschaft.

 

Marko Marin: Gegen 96 bis zu seiner Auswechslung der beste Mann auf dem Platz. Diktierte das Gladbacher Offensivspiel, schlug gute Flanken und setzte sich bei seinem Tor mit einem starken Dribbling gegen zwei Hannoveraner durch. Warum Meyer ihn nicht länger spielen lässt, bleibt ein Rätsel.

Fazit: Marin leidet in Mönchengladbach unter den mangelnden Qualitäten seiner Mitspieler und ihm fehlt Spielpraxis. Bleibt für Löw jedoch eine tolle Offensivoption mit seinen speziellen Qualitäten im Eins-gegen-Eins.

 

Mesut Özil: Im UEFA-Cup gegen Milan ordentlich - blieb aber klar im Schatten von Diego. Machte als Balltreiber viele Meter. Gefährliche Szenen verliefen aber zumeist ohne Özils Beteiligung. Kam in Cottbus in der 67. Minute für Jensen und belebte das Werder-Spiel sichtlich. Sorgte für einige brauchbare Flanken, passte sich dann aber dem Niveau seiner Teamkollegen an.
Fazit: Muss vor allem auf internationalem Parkett noch Erfahrung sammeln. Kann auf lange Sicht in der Nationalmannschaft aber eine tragende Rolle einnehmen.

 

Simon Rolfes: Gegen den HSV nicht der gewohnte Ruhefaktor in der defensiven Mittelfeldzentrale, lief seinen Gegenspielern oft hinterher. Gewann nicht mal ein Drittel seiner Zweikämpfe und ließ sich von Jansen vor dem 0:1 an der Strafraumgrenze einfach austanzen.

Fazit: Im Kampf um einen Platz im defensiven DFB-Mittelfeld unterscheiden nur Nuancen zwischen ihm, Hitzlsperger und Frings.

 

Bastian Schweinsteiger: Schweini war bemüht, keine Frage, knüpfte aber dennoch an die schwachen Leistungen der letzten Wochen an. Kein Esprit nach vorne, dazu mit ungeahnten Schwächen im Zweikampf. Zog oft in die Mitte, wurde dort aber kaltgestellt. So war für ihn das Heimspiel gegen Köln schon nach 45 Minuten beendet.

Fazit: Befindet sich im Kreativ-Tief. Muss in den nächsten Wochen wieder anziehen, um seinen unumstrittenen Status im DFB-Team nicht zu verlieren.

 

Piotr Trochowski: Im UEFA-Cup in Nijmegen Dreh- und Angelpunkt im HSV-Spiel. Stark: sein direkter Freistoß zum 1:0. In Düsseldorf gegen Leverkusen nicht so viel unterwegs wie gewohnt, dafür aber mit viel Arbeit in der Defensive.

Fazit: Festigt seinen Platz im linken Mittelfeld der Nationalmannschaft mit starken Leistungen im internationalen Wettbewerb.

 

Tobias Weis: Hat mit dem Mini-Gattuso der Vorrunde nicht mehr viel zu tun. Ungewöhnlich: Er gewann in Stuttgart nur 29 Prozent seiner Zweikämpfe, eroberte keine Bälle und verteilte sie auch wenig klug.

Fazit: Ist bemüht, seine Form zu finden, aber irgendwie scheint dem Kampfquirl gerade die Energie auszugehen. Muss in den nächsten Wochen beweisen, dass er die Fähigkeit besitzt sich durchzubeißen.

 

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