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Poldi: Spielpraxis gesucht

Von SPOX
Montag, 24.11.2008 | 19:40 Uhr
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Am 11. Juni 2010 findet in Südafrika das Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft statt. Die deutsche Nationalmannschaft befindet sich in der Qualifikationsgruppe 4 auf einem guten Weg zum nächsten großen Fußball-Event.

 

Zahlreiche deutsche Profis machen sich Hoffnungen auf eine Teilnahme an den Welttitelkämpfen, jedoch dürfen nur 23 Spieler mit nach Südafrika. Wer darf mit, wer bleibt zuhause? Bis zum Endturnier auf dem schwarzen Kontinent bewertet SPOX wöchentlich die Chancen der 41 potenziellen Kandidaten.

Wie kommt die Bewertung zustande? Hier geht's zur Erklärung!

 

 

Ashkan Dejagah: Stand beim 4:1-Sieg seiner Wölfe über Stuttgart nicht im Wolfsburger Kader. Seine Kontrahenten im Sturm (Dzeko und Grafite) überzeugten, und somit rückt der Stammplatz für Dejagah in weite Ferne. Im Mittelfeld könnte er zu seinen Einsätzen kommen, aber Trainer Magath bevorzugt hier eher defensivstarke Spieler. Hat momentan von allen potenziellen Kandidaten für die Berufung in den WM-2010-Kader die schlechtesten Aussichten.

 

Mario Gomez: Setzte im Länderspiel gegen England seine Serie von schwachen Länderspielen fort. Hatte keine einzige starke Szene und technische Mängel bei der Ballannahme und -verarbeitung. Auch beim 1:4 in Wolfsburg gelangen ihm nur wenige gute Szenen. Kampf- und laufstark wie immer arbeitete Gomez viel für das Team und war am 1:0-Führungstreffer beteiligt. Erst bediente er Cacau, dann verarbeitete er die Flanke mit der Brust und zog aufs Tor ab. Sein abgefälschter Schuss landete letztendlich bei Lanig. Eine Kopfballablage auf Tasci in der 71. Minute war seine stärkste Szene. Muss nun endlich auch mal im Nationaltrikot seine Fähigkeiten unter Beweis stellen, damit ihm Helmes und Co. nicht den Rang ablaufen. Denn seit dem 4:0 im März in der Schweiz hat der 23-Jährige im DFB-Team nichts mehr gerissen.

 

Patrick Helmes: Sehr, sehr überschaubare Vorstellung in Bielefeld. Hatte wenige Ballkontakte, kam kaum in Zweikämpfe und hielt sich häufig viel zu weit vom Tor entfernt auf, um seine gewohnte Gefährlichkeit an den Tag legen zu können. War dann aber in der 78. Minute plötzlich zur Stelle und vollstreckte nach Vorarbeit von Renato Augusto kaltblütig. Strahlte aber wie der Rest des Bayer-Teams wenig Leidenschaft und Kampfbereitschaft aus. War in der Partie gegen England aber einer der wenigen Gewinner. Stellte auch dort seinen Torriecher unter Beweis und markierte seinen ersten Länderspiel-Treffer. Trifft er weiterhin nach Belieben, ist Helmes in 2009 ein heißes Thema für die Startelf von Jogi Löw.

 

Stefan Kießling: Ihm fehlte es in Bielefeld bei aller Bemühtheit an Entschlossenheit und Mumm. Hatte noch beim Stand von 0:0 eine gute Gelegenheit, traute sich aber einen Torschuss mit links nicht zu und ließ sich stattdessen im Dribbling wie ein C-Schüler abkochen. War nur ein einziges Mal ansatzweise torgefährlich, als er mit einer verunglückten Flanke von der rechten Seite die Latte traf. Muss weiter um seine Berufung ins DFB-Team kämpfen.

 

Miroslav Klose: Erwischte unter der Woche im Spiel gegen England wie viele seiner Mannschaftskameraden einen miserablen Tag und stand in den meisten Szenen neben sich. Im Vergleich zu seinem Sturmpartner Luca Toni (13 Torschüsse) war auch der Auftritt von Klose gegen Cottbus (nur 3 Torschüsse) eher blass. Aber: Nach sensationeller Vorarbeit von Ribery erzielte Klose einen schönen Kopfballtreffer. Tor gemacht, Job erfüllt. Weiter geht's.

 

Lukas Podolski: Weiterhin keine leichte Zeit für Podolski. Gegen Gladbach wurde er aufgrund seiner Rückenprobleme geschont, im Nationalteam musste er zunächst auf die Bank, ein ganz ungewohntes Gefühl unter Joachim Löw, dann wurde er eingewechselt und zog sich eine Oberschenkel-Prellung zu. Damit fiel er gegen Cottbus aus. Gespielt hätte er wohl ohnehin nicht. Nach seinem öffentlichen Wechsel-Bekenntnis kommt bis zur Winterpause sicherlich reichlich Bewegung in die Personalie Podolski. Geht er nach Köln, bleibt er bei den Bayern, wechselt er ins Ausland? Eine ganz wichtige Entscheidung in der Karriere des 23-Jährigen, denn für einen Nationalspieler ist Spielpraxis, wo auch immer, eine unabdingbare Voraussetzung.

 

Jan Schlaudraff: Musste wegen Leistenbeschwerden gegen Frankfurt passen. Wurde mit seiner Schnelligkeit und Technik im Hannoveraner Offensivspiel schmerzlich vermisst. Seine Sturmpartner Stajner und Forssell fehlten 96 ebenfalls verletzungsbedingt. Hanke konnte als einzige Spitze gegen Frankfurt nicht überzeugen, war aber auch meistens auf sich allein gestellt. Schlaudraff muss seine Verletzungsanfälligkeit in den Griff bekommen und sich enorm steigern, um an die DFB-Tür zu klopfen. Denn momentan liegt Kießling im Kampf um Platz fünf im Angriff von Jogi Löw nicht nur eine Nasenspitze, sondern eine ganze Nasenlänge vorn.

 

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