Fussball

Julian Draxler über Status im DFB-Team: "Durchbruch ist ausgeblieben"

Von SPOX
Julian Draxler spielte bislang 50 Mal für die A-Nationalmannschaft und erzielte sechs Tore.

Julian Draxler von Paris Saint-Germain ist mit seiner Rolle im DFB-Team bislang nicht voll zufrieden. Der Mittelfeldspieler will angesichts seiner neuen Stellung als Routinier neue Ziele angreifen und insgesamt konstanter werden.

"Der Durchbruch ist ausgeblieben, das stimmt", sagte Draxler im Gespräch mit dem kicker. Seit über sieben Jahren zählt er zum Kader der deutschen Nationalmannschaft, ist aber nicht vollauf zufrieden: "Leider bin ich bei der WM unter meinen Möglichkeiten geblieben, das muss man klar sagen."

Zwar wären die Umstände in Russland 2018 alles andere als leicht gewesen, doch das will Draxler nicht als Ausrede nutzen: "Ich weiß auch, dass ich nicht das abgerufen habe, was ich kann, und dass ich nicht das gespielt habe, was ich mir vorgenommen hatte." Er schlussfolgerte: "Das Wichtigste ist, dass man dranbleibt und nicht den Kopf in den Sand steckt, sondern dass man einen neuen Anlauf nimmt."

Julian Draxler: DFB-Team bei EM 2020 kein Top-Favorit

Durch die Verjüngung des Kaders durch Joachim Löw rückte Draxler im internen Ranking zu den Routiniers auf. Diesen Status will er mit Leben füllen: "Ich will in der Nationalmannschaft einen Fußabdruck hinterlassen. Das treibt mich an." Er freue sich auf den neuen Konkurrenzkampf und sieht das Team "über kurz oder lang" fähig für eine neue Ära.

Mit Blick auf die EM 2020 aber hält sich Draxler doch ein wenig zurück: "Bei der EM werden wir sicher nicht der Top-Favorit sein. Aber wir haben auf jeden Fall das Potenzial, um wieder um die vorderen Plätze mitzuspielen." Aktuell sei die Mannschaft noch im Prozess, sich nach dem Abschied von Jerome Boateng, Thomas Müller und Mats Hummels zu finden.

Julian Draxler entwickelte sich bei PSG in defensiverer Rolle

Gefunden hat Draxler derweil seine Rolle bei Paris Saint-Germain, wenngleich das im System von Thomas Tuchel nicht leicht war: "Der Start war relativ schwierig, weil Thomas anfangs wohl nicht so recht wusste, wohin mit mir." Inzwischen blickt er gerne auf seine Leistungen zurück: "Ich hatte zwar nicht die meisten Einsatzminuten, aber die meisten Einsätze im Kader."

Mit Mitspielern wie Edinson Cavani, Neymar, Kylian Mbappe oder Angel di Maria musste sich Draxler weiterentwickeln: "Die haben alle große Egos, jeder will der beste Torschütze sein in der Mannschaft, möglichst in der Liga und vielleicht auch in ganz Europa. Da brauchst du dahinter jemanden, der das Spiel aufbaut und defensiver denkt."

Neymar und Julian Draxler mit Meinungsverschiedenheit

Dass das Ausscheiden in der Champions League gegen Manchester United eine Delle hinterließ, bestritt Draxler nicht: "Manchester United ist ein Riesen-Klub, aber es war nicht die Mannschaft, gegen die man ausscheiden musste, schon gar nicht unter solchen Umständen. Wir haben es danach nicht mehr geschafft, Vollgas zu geben - aber nicht, weil wir keine Lust hatten, sondern weil wir alle so enttäuscht waren."

Das äußerte sich unter anderem in einem Wortgefecht zwischen Draxler und Neymar. "Ich hatte eine Meinungsverschiedenheit mit ihm, wie sie immer mal vorkommt. Nur: Wenn es mit Neymar passiert, kommt es meistens in die Presse", sagte der 25-Jährige.

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