Fussball

Ter Stegen, Süle, Gündogan und Draxler: DFB-Stars in der zweiten Reihe und ihre Perspektive

Auf der Suche nach dem Stammplatz (v.l.): Marc-Andre ter Stegen, Ilkay Gündogan, Niklas Süle, Julian Draxler.
© getty

Am Sonntag testet die deutsche Nationalmannschaft gegen Peru (20.45 Uhr im LIVETICKER). Bundestrainer Joachim Löw wird rotieren lassen. Das ergibt Chancen für vier Spieler, die Ansprüche auf einen Stammplatz hegen - und in vielen anderen Teams wohl auch erste Wahl wären: Marc-Andre ter Stegen, Niklas Süle, Ilkay Gündogan und Julian Draxler.

Insgesamt 22 Spieler hat Löw für die Länderspiele gegen Frankreich und Peru nominiert. Gegen den Weltmeister kamen bereits 13 Akteure zum Einsatz, im Test gegen Südamerikaner werden wohl auch die übrigen neun Spieler ihre Einsatzminuten bekommen.

Darunter sind auch die Neulinge im Kader: Nico Schulz hat von Bundestrainer Joachim Löw schon eine Einsatzgarantie "in seinem Wohnzimmer" erhalten, Thilo Kehrer und Kai Havertz dürften von der Bank aus in die Partie kommen.

Während sich dieses Trio aber erst noch für weitere Aufgaben im DFB-Dress empfehlen muss, würden mit Marc-Andre ter Stegen, Niklas Süle, Ilkay Gündogan und Julian Draxler vier gestandene Nationalspieler gegen Peru in die erste Elf rücken, die den Anspruch haben - und haben müssen -, in der Nationalmannschaft Stamm zu spielen. Derzeit ist das Quartett jedoch aus unterschiedlichen Gründen außen vor.

DFB-Team: Deutschlands Kader im Überblick

SpielerPosition

Manuel Neuer

Torwart

Marc-Andre ter Stegen

Torwart

Jerome Boateng

Abwehr
Matthias GinterAbwehr

Mats Hummels

Abwehr

Thilo Kehrer

Abwehr

Joshua Kimmich

Abwehr

Antonio Rüdiger

Abwehr

Nico Schulz

Abwehr

Niklas Süle

Abwehr

Jonathan Tah

Abwehr

Julian Brandt

Mittelfeld/Angriff

Julian Draxler

Mittelfeld/Angriff

Leon Goretzka

Mittelfeld/Angriff

Ilkay Gündogan

Mittelfeld/Angriff

Kai Havertz

Mittelfeld/Angriff

Toni Kroos

Mittelfeld/Angriff

Thomas Müller

Mittelfeld/Angriff

Nils Petersen

Mittelfeld/Angriff

Marco Reus

Mittelfeld/Angriff

Leroy Sane*

Mittelfeld/Angriff

Timo Werner

Mittelfeld/Angriff

*aus privaten Gründen nach dem Frankreich-Spiel abgereist

 

Marc-Andre ter Stegen: Warten im Schatten des Jahrhunderttorwarts

Wenn man es drastisch ausdrücken wollte, würde man sagen: Ter Stegen ist die ärmste Sau im DFB-Team. Wo andere immerhin die Möglichkeit haben, eingewechselt zu werden, bleibt ihm bei einem gesunden Neuer nur, ihn bei den weniger wichtigen Spielen zu vertreten.

Auf 20 Länderspiele hat er es bisher gebracht, nach Neuers schwerer Fußverletzung war er die klare Nummer eins, stand im Confed Cup zwischen den Pfosten und bestritt 2017 sieben Spiele in Folge über die volle Distanz. Bei der WM blieb dann doch wieder nur die Bank, weil Neuer rechtzeitig fit wurde. Ter Stegen fügte sich klaglos in seine Rolle, doch die Botschaft von Löw war klar: Selbst an einem Neuer ohne Matchpraxis kommst du nicht vorbei.

Da sitzt er nun, der Stammtorhüter vom FC Barcelona, der in fast jeder anderen Nation gesetzt wäre. Auf jeder anderen Position könnten die beiden zusammen spielen, das System könnte angepasst werden, um Platz für doppelte Weltklasse zu bieten. So wünscht sich ter Stegen vielleicht manchmal, in einer anderen DFB-Ära geboren worden zu sein.

Verständnis für seinen Frust ist allerorts vorhanden. Das ändert allerdings nichts daran, dass Neuer auf absehbare Zeit die Nase vorn hat. Könnte Löw eine Art Rotation einführen, um den etwas älteren Neuer zu schonen und MAtS das Leben etwas leichter zu machen?

Unwahrscheinlich, jetzt wo der Fokus wieder so sehr auf einer sicheren Defensive liegt, wäre ein ständiger Wechsel kontraproduktiv. Ter Stegen wird hier und da spielen - und bei der EM 2020 wieder zuschauen, wenn es ernst wird.

Der einzige "Lichtblick": Neuer ist sechs Jahre älter. Wenn der vierfache Welttorhüter nach der WM 2022 aufhören sollte, wäre ter Stegen mit 30 immer noch im besten Torwartalter. Ter Stegen wird gegen Peru auflaufen und versuchen, sich wieder bestmöglich zu positionieren.

 

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