Özil-Debatte: DFL-Chef Seifert sieht keinen Grund für personelle Konsequenzen

Von SPOX
Mittwoch, 01.08.2018 | 17:13 Uhr
Özil-Debatte: DFL-Chef Seifert sieht keinen Grund für personelle Konsequenzen.
© getty

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hat sich in der Debatte um Mesut Özil gegen personelle Konsequenzen in der DFB-Spitze ausgesprochen. Stattdessen forderte er nach dem WM-Debakel eine Strukturreform beim Deutschen Fußball-Bund.

"Ich sehe in diesem Vorfall keinen Grund für irgendeinen Rücktritt. Ich finde es völlig abwegig, handelnden Personen beim DFB Rassismus vorzuwerfen", sagte Seifert am Rande eines Medientermins in Frankfurt: "Ich glaube nicht, dass man Defizite behebt, indem man Köpfe wechselt."

Nachdem Özil in einem dreiteiligen Schreiben auf seinen Social-Media-Kanälen DFB-Präsident Reinhard Grindel mit direkten Rassismus-Vorwürfen konfrontiert hatte, wurden Forderungen nach einem Rücktritt des 56 Jahre alten Funktionärs laut.

Erdogan-Foto: "Recht viel verlangt", das Thema fehlerfrei zu behandeln

Neben Grindel stand auch Oliver Bierhoff wegen des Umgangs mit Özils vieldiskutiertem Foto mit dem türkischen Präsidenten Erdogan in der Kritik. Diesbezüglich wollte Seifert dem Verband aber keine direkten Vorwürfe machen.

"Wenn man den Verlauf und die Hitzigkeit der Debatte sieht, bringt das eher den mentalen Zustand unserer Gesellschaft im Sommer 2018 zum Ausdruck", sagte der DFL-Chef. Es sei angesichts der Tragweite der Integrationsdebatte "recht viel verlangt, dass man so ein aufgeladenes und komplexes Thema fehlerfrei behandelt".

WM-Debakel: Seifert fordert Strukturreform beim DFB

Außerdem forderte der DFL-Chef eine "sehr konsequente Aufarbeitung des Ausscheidens bei der WM". Es gebe beim DFB mit Blick auf die Struktur und "vor allem mit Blick auf Transparenz und Professionalität" Reformbedarf.

Seifert sprach sich für eine klare Trennung "zwischen einem professionellen hauptamtlich bezahlten Management und einem Aufsichtsgremium bestehend aus Amateur- und Profifußballvertretern" aus.

Auch DFL-Präsident Reinhard Rauball hat sich bereits zur Causa Özil geäußert und schlägt in eine ähnliche Kerbe wie Seifert.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung