Fussball

DFB-Team - Joachim Löw über Mesut Özil: "Er hat mich bis heute nicht angerufen"

Von SPOX
Mesut Özil hat Joachim Löw nicht persönlich über seinen Rücktritt geäußert.
© getty

Während seiner Analyse zum Ausscheiden der DFB-Elf bei der WM 2018 in Russland hat Bundestrainer Joachim Löw zu den Rassismus-Vorwürfen in der Causa Mesut Özil Stellung genommen. Löw erklärte zudem, dass er seit Wochen keinen Kontakt mehr zum ehemaligen Nationalspieler hat.

Wie Löw erklärte, habe Özil den Bundestrainer nicht persönlich kontaktiert, um seinen Rücktritt zu verkünden. "Sein Berater hat mich spätnachmittags am Sonntag angerufen und hat mir gesagt, dass Mesut gleich die dritte Erklärung herausgibt und seinen Rücktritt bekanntgibt. Der Spieler selbst hat mich nicht angerufen. Normalerweise rufen mich die Spieler bei Rücktritten an und es gibt gute Gespräche."

Löw bedauert diesen Schritt und berichtete auch, dass er Özil wiederholt versucht hat, zu kontaktieren. "Mesut hat sich aber für einen anderen Weg entschieden, mich nicht anzurufen. Ich habe in den letzten zwei Wochen mehrfach versucht, ihn anzurufen, aber ich habe ihn nicht erreicht."

Löw enttäuscht von Mesut Özil

Ein Umstand, den Löw bedauert. Für den Bundestrainer weiterhin einer der besten deutschen Fußballer, die es in den letzten 30 Jahren gab. "Wir haben zusammen vieles erlebt, manche Rückschläge, aber auch viele Erfolge."

Entsprechend enttäuscht zeigte sich Löw, dass Özil bei seiner Entscheidung des Rücktritts nicht den Kontakt mit dem Bundestrainer suchte. "Ich hätte mir gewünscht, dass er sich persönlich bei mir meldet. Im ersten Moment war sicherlich eine Enttäuschung da, dass ich es nicht von ihm persönlich erfahren habe."

Mesut Özils Statistiken in der Nationalmannschaft

WettbewerbSpieleToreAssists
Freundschaftsspiele30510
WM-Qualifikation20910
WM1624
EM-Qualifikation15512
EM1124
Gesamt922340

Löw verneint Rassismus beim DFB

Gleichzeitig räumte Löw auch Fehler im Umgang mit Özil ein. Man hätte beim DFB die Situation rund um das Bild mit dem türkischen Präsidenten Erdogan unterschätzt. "Wir haben alles versucht, auch mit Präsident Steinmeier, um das auszuräumen. Das Thema hat Kraft gekostet. Aber das soll kein Alibi für unser Ausscheiden sein."

Den Vorwurf des Rassismus, den Özil im Rahmen seines Statements in Richtung DFB äußerte, kann Löw dagegen nicht nachvollziehen. "Mit seinen Rassismus-Vorwürfen hat Mesut überzogen. Ich kann ganz klar sagen, dass im DFB niemals ein Ansatz von Rassismus vorhanden war. Die Spieler mit Migrationshintergrund haben immer gerne für uns gespielt und daran hat sich nichts geändert."

Auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff wies die Rassismus-Vorwürfe entschieden zurück, wenngleich er klarstellte: "Ein Nationalspieler kann keine Zielscheibe rassistischer Angriffe sein!"

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